Days #95-97: Þetta er buínn

Hallo Menschen,

ich denke, die meisten wussten es bereits, obwohl ich es hier ja nie gesagt habe (weil es für manche eine Überraschung war und sein sollte) oder können es jetzt am Titel erraten, dass meine Rückreise nach Deutschland anstand. D.h für diesen Eintrag gerade, dass er nicht mehr in Island verfasst wurde. Deswegen auch der Titelname, was soviel übersetzt bedeutet wie „Es ist vorbei“.

Montag war ein mehr oder minder normaler Tag. Ich habe gearbeitet vormittags, SB und V hatten auch wieder Schulanfang. Nachmittags war ich bei und mit Viktoria ein bisschen Kaffee trinken und von da aus den Kleinen abholen. Abends habe ich zusammen mit S gekocht für uns alle zu Abend und es waren mal wieder alle versammelt. Danach war ich nochmal Eis essen mit Viktoria (und mich kurz von Sæþór, dem großen Bären, verabschieden) und am Ende haben wir alle zusammen, also auch Jón und Karolina zusammen einen relativ neuen Film geschaut (vergesse leider immer die Titel).

Der Dienstag war für mich dann der absolute Horror. Ich hatte schon sehr schlecht geschlafen und war dann natürlich auch nicht unbedingt gut drauf. Dazu hatte ich noch relativ viel vor. Zwar hatte ich vorher schon ein bisschen was gepackt, aber so richtig war das auch noch nicht. Dazu musste ich mein Zimmer mal ein bisschen aufräumen, zur Bank gehen und mein Geld zurückwechseln, das Gasthaus machen und letzte Sachen einkaufen. Das war alles aber wesentlich schneller getan als gedacht, sodass ich dann noch selbst ein bisschen spazieren war und dann nachmittags wieder kurz bei den anderen (die wohnen halt alle zusammen 😀 ), wobei Jón nicht da war und Karolina sich auch nur kurz zum verabschieden hat blicken lassen.

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Ort
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Hafen
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„alte“ Straße
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Vulkane

Nachdem ich mich mindestens hundert Mal versichert habe, dass die Fähre auch trotz des Windes wirklich fährt, war ich gegen 17 Uhr zuhause. Wir haben zwar dann mit meiner Familie zusammengesessen, aber so ganz wussten wir alle nicht, was zu sagen oder wie wir miteinander umgehen sollten. Jón kam dann noch für zehn Minuten oder so vorbei, weil ich den ja vorher nicht gesehen habe und um 18 Uhr ging es dann mit allen Sachen (nach relativ herzloser, kurzer Verabschiedung von V) Richtung Hafen. Bis ich um 18:20 dann endgültig auf die Fähre bin, gab es noch einige Tränen von mir, SB und A und ganz viele Umarmungen mit allen. Der Kleinste war dabei immer der glücklichste, weil er sich gefreut hat, dass ich mit einem großen Flugzeug fliegen darf. 😀 Auch wenn man oft mal Stress und alles hatte, hat das doch beiden Seiten sehr wehgetan. Ich hatte zuhause in meinem Zimmer auch eine Art kleines Abschiedsgeschenk und einen Brief hinterlegt, bei dem später, wie ich erfahren habe, auch bei SB vor allem nochmal Tränen geflossen sind. Die Fähre war eine absolute Katastrophe. Mit jedem bisschen, das die Insel kleiner wurde, wurde mir bewusster, dass das kein Abschied für nur ein Tagesausflug ist, sondern doch für eine geraume Zeit. Ich habe bis kurz vor Landeyjahöfn immer noch vor mich geweint (und sehr viele sehr dumme Blicke kassiert), aber ab da ging es dann einigermaßen.

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In Landeyjahöfn konnte ich meinen Koffer zum Glück schon in den Bus stellen und dann noch kurz eine kleine Flasche mit dem schwarzen Sand füllen, sodass ich davon ein bisschen was mitnehmen konnte. Die Busfahrt ging recht schnell vorbei und auch das Umsteigen in einen Stadtbus in Reykjavik um „downtown“ zu kommen, war kein Problem. Dort dann mit den ganzen Gepäck (das übrigens genau an den Gewichtsgrenzen lag ) einmal den ganzen Laugavegur hoch zur Hallgrimskirkja, wo Lilli (deutsches Aupair aus Reykjavik, war dabei bei dem Trip Richtung Osten) geparkt hatten sodass ich das ganze Zeug da lassen konnte.

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Hallgrimskirkja abends

Mit ihr war ich dann von 23 Uhr (das war es nämlich mittlerweile) bis 1 Uhr morgens um rumlaufen und sitzen in einem Cafe, bis sie mich dann zu BSI (Busbahnhof in Reykjavik) brachte, weil sie ja arbeiten musste am Folgetag.

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Hallgrimskirkja nachts

Der hatte zum Glück einen beheizten Warteraum mit Stühlen im Inneren und es haben erstaunlich viele Leute dort die Nacht verbracht, weil in Keflavik sehr viele Flieger morgens um 6/7 Uhr gehen (bestimmt 20/30 in alle Richtungen der Welt. Also jedenfalls mehr als tagsüber da noch abfliegt). Dort habe ich dann ein junges Mädchen sitzen sehen und an ihrem Koffer war ein Anhänger mit „Bundes…“ drauf, sodass ich sie auf gut Glück angequatscht hatte. Im Endeffekt war sie auch Deutsche meines Alters und war dieses Jahr zum zweiten Mal mehrere Wochen hier. Wir haben uns bis der Bus kam und dann auch da gut unterhalten. Bevor der Bus kam, konnte man auch so etwas wie Nordlichter erahnen, was echt nochmal was Besonderes ist. Am Flughafen angekommen (3:45 morgens) mussten wir dann Koffer abgeben usw., was ein bisschen gedauert hat, da wow air keine Schalter mehr hat und alles an Maschinen funktioniert, was doch ein bisschen kompliziert ist. Jedenfalls hatten wir trotzdem noch gut ’ne Stunde Zeit, bis bei uns beiden (sie ist um die gleiche zeit aber woanders hin geflogen) das Boarding began, d.h wir haben noch zusammen gesessen, gegessen und geredet bis wir uns um knapp halb sechs verabschiedet haben und an die verschiedenen Gates sind. Der Flug war super und pünktlich, ich saß am Fenster (leider nicht an der Seite zu Island hin sondern zum Meer hin) und direkt neben mir war der Sitz frei.

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Wirklich schlafen konnte ich nicht, dazu war ich gedanklich zu aufgewühlt und traurig (habe im Flugzeug dann doch nochmal weinen müssen). Um 12 deutscher Zeit (wegen der Zeitverschiebung war ich raus aus dem Flugzeug und wieder auf deutschem Boden (wo ich dachte, ich sterbe bei diesen widerwärtigen Temperaturen). Angekommen war ich dann gegen 15/16 Uhr nach damit fast 20 h ‚Reise‘.

Jetzt ist es ein Tag später, ich habe nach 40 Stunden wachsein auch mal wieder geschlafen und bin immer noch in einem Gefühlschaos. Das Abenteuer Island ist vorbei.

Das hier war  nicht der letzte Eintrag, denn ich werde auf jeden Fall noch ein Endfazit (/Liebeserklärung an Island) schreiben, wie es mir jetzt wieder hier geht und vielleicht werde ich euch auch sonst noch was erzählen, z.B wenn ich zurück komme auf meine Insel (hoffentlich im kommenden Winter, habe ich einigen auf der Insel versprochen!) 🙂

Trotzdem schon mal danke an alle Leser hier, war schön mit euch!

Takk fyrir. Vona að sjá þig aftur!

 

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