Ende: eine Liebeserklärung

Hallo Menschen, ich habe mich dazu entschieden, nochmal eine Art Fazit zu verfassen. Ein Fazit zu den 3 Monaten, die hinter mir liegen. 6 Tage ist mein Abschied aus Island jetzt her. 6 Tage, gefüllt mit Wiedersehen und neuen Trennungen; 6 Tage voll mit Zugfahren, Stress und Schmelzen bei den „wundervollen“ Temperaturen von 35°C, die hier vorherrschen..So langsam bin ich endgültig angekommen hier. Es fühlt sich komisch an. Einerseits ist es alles wie früher, wie vor 3 Monaten, als ich in den Flieger gestiegen bin, es hat sich nichts verändert; mein Zimmer ist das gleiche, es sind die gleichen Leute, die gleichen Straßen etc. und trotzdem fühlt es sich alles anders an, fremd.

Zuerst einmal bin ich um so viele schöne, wie schlechte Erfahrungen reicher und habe mich weiterentwickelt.

Zu Island:

Ich bin so froh, dass ich damals meine Idee nicht aufgegeben habe und wirklich nach Island bin. Ich habe mich in meinen Ort verliebt, sowie in das Land generell. Island ist anders, wunderschön, aber nicht so wie viele andere Orte dieser Erde. Man bewegt sich einige Meter und endet an immer einem neuen, tollen Ort, den man vorher noch nicht kannte. Jeden Tag, wenn ich aus dem Haus gegangen oder aus dem Fenster geschaut habe, habe ich neu verliebt. Bei jeder Autofahrt habe ich rausgeschaut und egal, wie eintönig die Landschaft um die Ringstraße zum Teil aussehen mag, man findet doch immer Kleinigkeiten, Details, die die Gegend verändern. Ein Land gefüllt mit „unendlich“ vielen Wasserfällen, Gletschern und damit Schnee und direkt nebenan Vulkane. Schwarze Strände, Kliffe und Felsen, Papageintaucher, Wale und Robben. Ein Land, durch das ein riesen Spalt zwischen zwei Kontinenten verläuft und umgeben vom Meer. Schluchten, Kraterseen und bunte Bergspitzen. Flüsse, aus denen du trinken kannst. Kleine Orte, umgeben von nichts. Bunte Fischerhäuser am Meer. Reykjavik ist anders- es ist die einzige Stadt, die den Namen Stadt verdient hat. Hauptstadt Islands, knapp über 100000 Einwohner, mit den angrenzenden „Städten“ hat der Großraum 200000 Einwohner. Das ist einerseits ein Drittel der Gesamtbevölkerung, andererseits ist das vergleichbar mit Mainz, der nächsten Stadt von mir, die in Deutschland Leute teils nicht mal kennen, wenn sie nicht Bundesliga verfolgen. In Island dreht sich alles um und in Reykjavik, dort ist das blühende Leben. Viele Touristen und genauso viele Isländer teilen sich den Laugavegur. In Reykjavik wird gefeiert, das Kulturangebot ist riesig, Theater, Konzerte, Festivals, Paraden (Gay Parade, Slut Walk etc), Color Run, Marathon und sogar Justin Bieber gibt ein Konzert in Reykjavik. Island ist ein Land der Extreme und der Gegensätze. Von der Natur mit heiß und kalt, steinig und grün, zu den Orten von groß und voll zu klein und nahezu tot, zu dem Wetter. Das Wetter ist so eine Sache. Wenn ich sage, das Wetter ist in Ordnung, schauen mich die Leute an, als ob ich spinne. Gut, der Winter mag blöd sein, aber der isländische Sommer ist okay. Man wird zwar die Jacke nie los und es kann mal losstürmen und regnen, aber so schlimm ist es nicht. Ich finde es persönlich angenehmer als die 35 Grad hier. Natürlich denkst du manchmal, dass du das Haus nicht verlassen willst bei so einem Wetter, aber das Wetter ändert sich eh sehr oft und viele Sachen wirken im Nebel und wolkenverhangen nur noch schöner. Die Sommernächste sind kalt, aber hell. Es ist verwirrend, wenn es immer hell ist, aber es ist besonders. Aber auch, wenn es gegen  Ende Juli hingeht, wird es schön. Es gibt wundervolle Sonnenuntergänge und kurze Nächte. Ab August kann man dann auf eimal mit Glück schon Nordlichter erhaschen. Der Winter mag schlimmer sein, das Wetter sehr schneeig und anstrengend und die kurzen Tage beengend, aber man kann es überleben und die Isländer sagen, dass der Sommer es immer wert ist, auf ihn zu warten. Ich selbst will und werde im Winter bestimmt nach Island kommen und mir das anschauen und am liebsten auch erleben können für ein paar Tage mehr.

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ein bisschen Island

Zu Vestmannaeyjar:

Natürlich kann ich nicht meine „Heimatinsel“ unerwähnt lassen. Island ist wundervoll, aber noch mehr habe ich meine Insel ins Herz geschlossen. Vestmannaeyjar: Das ist nicht nur eine Insel, das ist eine ganze vulkanische Inselgruppe (15 Inseln oder so?) im Ozean, wobei eben nur eine bewohnt ist. Das ist Heimaey (Heimatinsel), wobei die Stadt auf Heimaey, wo ich ja demnach war, wieder Vestmannaeyjar heißt, um mal Licht in das ganze zu bringen. Egal, wie viele Worte man über Island verliert, Vestmannaeyjar ist nochmal anders. 4000 Mann (und einer davon Zahnarzt+Nationaltrainer..) leben dort umringt von fünf Bergen oder so und neben zwei Vulkanen. Eine Insel, die lediglich aus Fisch und Touristen besteht. Egal, wohin man geht, man passiert mindestens eine Fischfabrik. Der Fisch hängt neben der Bibliothek und dem Spielplatz zum Trocknen und man hat einen permanenten Fischgeruch- klingt jetzt alles gar nicht so toll, oder? Ich weiß es nicht genau. Landschaftlich ist Heimaey faszinierend und die Leute haben auch nochmal eine eigene Art. Spricht man auf Heimaey von Islands Hauptinsel, wird sie schnell mal als die „kleine Nachbarinsel“ bezeichnet und das zeigt in etwa das Denken der Leute über den Ort. Die Leute springen mit Seilen an Kliffen lang und Autos oder gar Häuser tagsüber abschließen, ist schon fast gesellschaftlicher Suizid. Jón hat einen Abend gesagt: „Wenn du einmal auf Vestmannaeyjar gelebt hast, kommt du immer zurück.“ Und er hat recht.

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ein bisschen Heimaey

Zu meiner Familie:

Ja, wir hatten Stress. Beide Seiten waren immer wieder mal genervt von verschiedenen Kleinigkeiten und trotzdem war es alles in allem gut. Sowie es in jedem normalen Haushalt manchmal kracht, tut es das eben in Island auch. Sie sind ein bisschen verrückt und teils ein bisschen zu spontan, aber sie sind sehr herzliche Menschen. SB kann sehr wild sein, EL kann an manchen Tagen nur Drama machen und das ist okay so. Ich hatte mit den beiden Kleineren eine echt gute Beziehung und ich weiß, dass auch die Beiden mich vermissen. Es gibt bestimmt weniger herausfordernde Familien, aber ich habe viel gelernt dadurch, über mich, über den Umgang mit Kindern und anderes. Ich stehe momentan in noch regem Kontakt und hoffe, dass sich dieser auch nicht komplett verliert.

Zu meinen Freunden:

Auch das war ein permanentes Auf und Ab. Im Endeffekt war es immer die gleiche Truppe, aber immer wer anders, mit dem ich am besten in Kontakt stand. Ich vermisse die Chaoten und hoffe möglichst viele davon wiederzusehen. Ich hatte viele lustige Abende, habe ziemlich viele neue Leute kennengelernt und bin froh, dass ich am Ende doch relativ schnell Teil der Gruppe wurde. Ich vermisse sowohl meine isländischen, als auch die ganzen international verteilten Leute. Viele, viele Fotos bleiben als Erinnerung immer da.

 

Also wer auch immer kann, probiert es; geht raus in die Welt und brecht aus dem normalen Leben aus. Aber nicht wundern, wenn man dann ständig Fernweh oder Reiselust hat im Nachhinein und das normale Leben auf einmal langweilig erscheint. ;D

Bis bald, wenn ich mal wieder spannendes zu berichten habe und zurück in dem Land der Wikinger, Elfen und Trolle bin.

Dankeschön, takk fyrir und so weiter!

 

 

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Days #95-97: Þetta er buínn

Hallo Menschen,

ich denke, die meisten wussten es bereits, obwohl ich es hier ja nie gesagt habe (weil es für manche eine Überraschung war und sein sollte) oder können es jetzt am Titel erraten, dass meine Rückreise nach Deutschland anstand. D.h für diesen Eintrag gerade, dass er nicht mehr in Island verfasst wurde. Deswegen auch der Titelname, was soviel übersetzt bedeutet wie „Es ist vorbei“.

Montag war ein mehr oder minder normaler Tag. Ich habe gearbeitet vormittags, SB und V hatten auch wieder Schulanfang. Nachmittags war ich bei und mit Viktoria ein bisschen Kaffee trinken und von da aus den Kleinen abholen. Abends habe ich zusammen mit S gekocht für uns alle zu Abend und es waren mal wieder alle versammelt. Danach war ich nochmal Eis essen mit Viktoria (und mich kurz von Sæþór, dem großen Bären, verabschieden) und am Ende haben wir alle zusammen, also auch Jón und Karolina zusammen einen relativ neuen Film geschaut (vergesse leider immer die Titel).

Der Dienstag war für mich dann der absolute Horror. Ich hatte schon sehr schlecht geschlafen und war dann natürlich auch nicht unbedingt gut drauf. Dazu hatte ich noch relativ viel vor. Zwar hatte ich vorher schon ein bisschen was gepackt, aber so richtig war das auch noch nicht. Dazu musste ich mein Zimmer mal ein bisschen aufräumen, zur Bank gehen und mein Geld zurückwechseln, das Gasthaus machen und letzte Sachen einkaufen. Das war alles aber wesentlich schneller getan als gedacht, sodass ich dann noch selbst ein bisschen spazieren war und dann nachmittags wieder kurz bei den anderen (die wohnen halt alle zusammen 😀 ), wobei Jón nicht da war und Karolina sich auch nur kurz zum verabschieden hat blicken lassen.

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Ort
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Hafen
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„alte“ Straße
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Vulkane

Nachdem ich mich mindestens hundert Mal versichert habe, dass die Fähre auch trotz des Windes wirklich fährt, war ich gegen 17 Uhr zuhause. Wir haben zwar dann mit meiner Familie zusammengesessen, aber so ganz wussten wir alle nicht, was zu sagen oder wie wir miteinander umgehen sollten. Jón kam dann noch für zehn Minuten oder so vorbei, weil ich den ja vorher nicht gesehen habe und um 18 Uhr ging es dann mit allen Sachen (nach relativ herzloser, kurzer Verabschiedung von V) Richtung Hafen. Bis ich um 18:20 dann endgültig auf die Fähre bin, gab es noch einige Tränen von mir, SB und A und ganz viele Umarmungen mit allen. Der Kleinste war dabei immer der glücklichste, weil er sich gefreut hat, dass ich mit einem großen Flugzeug fliegen darf. 😀 Auch wenn man oft mal Stress und alles hatte, hat das doch beiden Seiten sehr wehgetan. Ich hatte zuhause in meinem Zimmer auch eine Art kleines Abschiedsgeschenk und einen Brief hinterlegt, bei dem später, wie ich erfahren habe, auch bei SB vor allem nochmal Tränen geflossen sind. Die Fähre war eine absolute Katastrophe. Mit jedem bisschen, das die Insel kleiner wurde, wurde mir bewusster, dass das kein Abschied für nur ein Tagesausflug ist, sondern doch für eine geraume Zeit. Ich habe bis kurz vor Landeyjahöfn immer noch vor mich geweint (und sehr viele sehr dumme Blicke kassiert), aber ab da ging es dann einigermaßen.

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In Landeyjahöfn konnte ich meinen Koffer zum Glück schon in den Bus stellen und dann noch kurz eine kleine Flasche mit dem schwarzen Sand füllen, sodass ich davon ein bisschen was mitnehmen konnte. Die Busfahrt ging recht schnell vorbei und auch das Umsteigen in einen Stadtbus in Reykjavik um „downtown“ zu kommen, war kein Problem. Dort dann mit den ganzen Gepäck (das übrigens genau an den Gewichtsgrenzen lag ) einmal den ganzen Laugavegur hoch zur Hallgrimskirkja, wo Lilli (deutsches Aupair aus Reykjavik, war dabei bei dem Trip Richtung Osten) geparkt hatten sodass ich das ganze Zeug da lassen konnte.

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Hallgrimskirkja abends

Mit ihr war ich dann von 23 Uhr (das war es nämlich mittlerweile) bis 1 Uhr morgens um rumlaufen und sitzen in einem Cafe, bis sie mich dann zu BSI (Busbahnhof in Reykjavik) brachte, weil sie ja arbeiten musste am Folgetag.

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Hallgrimskirkja nachts

Der hatte zum Glück einen beheizten Warteraum mit Stühlen im Inneren und es haben erstaunlich viele Leute dort die Nacht verbracht, weil in Keflavik sehr viele Flieger morgens um 6/7 Uhr gehen (bestimmt 20/30 in alle Richtungen der Welt. Also jedenfalls mehr als tagsüber da noch abfliegt). Dort habe ich dann ein junges Mädchen sitzen sehen und an ihrem Koffer war ein Anhänger mit „Bundes…“ drauf, sodass ich sie auf gut Glück angequatscht hatte. Im Endeffekt war sie auch Deutsche meines Alters und war dieses Jahr zum zweiten Mal mehrere Wochen hier. Wir haben uns bis der Bus kam und dann auch da gut unterhalten. Bevor der Bus kam, konnte man auch so etwas wie Nordlichter erahnen, was echt nochmal was Besonderes ist. Am Flughafen angekommen (3:45 morgens) mussten wir dann Koffer abgeben usw., was ein bisschen gedauert hat, da wow air keine Schalter mehr hat und alles an Maschinen funktioniert, was doch ein bisschen kompliziert ist. Jedenfalls hatten wir trotzdem noch gut ’ne Stunde Zeit, bis bei uns beiden (sie ist um die gleiche zeit aber woanders hin geflogen) das Boarding began, d.h wir haben noch zusammen gesessen, gegessen und geredet bis wir uns um knapp halb sechs verabschiedet haben und an die verschiedenen Gates sind. Der Flug war super und pünktlich, ich saß am Fenster (leider nicht an der Seite zu Island hin sondern zum Meer hin) und direkt neben mir war der Sitz frei.

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Wirklich schlafen konnte ich nicht, dazu war ich gedanklich zu aufgewühlt und traurig (habe im Flugzeug dann doch nochmal weinen müssen). Um 12 deutscher Zeit (wegen der Zeitverschiebung war ich raus aus dem Flugzeug und wieder auf deutschem Boden (wo ich dachte, ich sterbe bei diesen widerwärtigen Temperaturen). Angekommen war ich dann gegen 15/16 Uhr nach damit fast 20 h ‚Reise‘.

Jetzt ist es ein Tag später, ich habe nach 40 Stunden wachsein auch mal wieder geschlafen und bin immer noch in einem Gefühlschaos. Das Abenteuer Island ist vorbei.

Das hier war  nicht der letzte Eintrag, denn ich werde auf jeden Fall noch ein Endfazit (/Liebeserklärung an Island) schreiben, wie es mir jetzt wieder hier geht und vielleicht werde ich euch auch sonst noch was erzählen, z.B wenn ich zurück komme auf meine Insel (hoffentlich im kommenden Winter, habe ich einigen auf der Insel versprochen!) 🙂

Trotzdem schon mal danke an alle Leser hier, war schön mit euch!

Takk fyrir. Vona að sjá þig aftur!

 

Days #89-94: Zwischen Hass und Freude

Hallo Menschen,

diesmal gibt es wenig zu erzählen. Hatte ich im letzten Beitrag noch gesagt, dass das schon okay war mit beiden Kindern, widerspreche ich dem hier. Der Dienstag sowie der Mittwoch waren arbeitsmäßig eine Katastrophe. Mit SB und EL ist es wirklich anstrengend und nervtötend. Glücklicherweise war SB immer wieder mal beim Fußballtraining, mit Freunden weg oder im Pizzarestaurant, sodass die Zeit nicht allzu lange war immer.

Dienstags habe ich auch länger gearbeitet als ich es eigentlich sollte (19:30 oder so), aber dafür wurde mal eingekauft, sodass ich bis wenigstens Freitag mal Nahrung hier hatte. 😀 Abends war ich mit Viktoria erst einkaufen (und Eis essen) und dann haben wir im an dieser Nacht glücklicherweise leeren Gasthaus gesessen, Tee getrunken, Schokolade gegessen und dabei einen Film geschaut. Das Gasthaus ist mittlerweile immer wieder mal leer für ein paar Tage, die große Haupttouristensaison ist beendet.

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Mittwoch haben wir dann mit Jón fast den ersten Teil von Herr der Ringe fertig geschaut, zu dem er mich ja gezwungen hatte. Sonst war nicht wirklich was los.

Donnerstag war ein absolut chaotischer Tag. Zwar war wieder Kindergarten, aber irgendwie ist das ganze dann doch noch ausgeartet. Erst sollte ich bis 19 Uhr mich um EL kümmern, dann wurde auf einmal 21 Uhr draus. Letztendlich wurde mir um zehn gesagt, sie wären auf dem Weg, aber vor elf  war keiner da. Damit waren natürlich die Möglichkeiten raus zu gehen relativ begrenzt. Schlussendlich waren wir dann mit Viktoria doch noch kurz spazieren. In der Nacht habe ich dann auch zum ersten Mal nach ihr langer Zeit wieder Mond und Sterne gesehen.

Freitag war es dann ganz entspannt. Morgens, als der Kleine im Kindergarten war, waren wir alle zusammen, also Viktoria plus ihre beiden Jungen und SB und ich, bei Joy, was so’ne Art Eisdiele hier ist. Das Eis essen hat glaube ich eine Stunde mindestens gedauert, weil dazwischen noch viel Fangen gespielt wurde oder Viktorias und mein Handy. Wenn es darum geht, uns zu ärgern, sind die drei auf einmal ein Herz und eine Seele. Danach wurde ich dann als Haarmodel verwendet, war Sara ihre Flechtkünste testen und verbessern wollte.

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Nachmittags habe ich dann den Kleinen abgeholt und erfahren, dass beide Gasteltern arbeiten müssten die Nachtschicht und ich doch bitte arbeite die ganze Nacht. Dass ich das jetzt nicht unbedingt toll fand, ist glaube ich klar. Vor allem vor dem Hintergrund das meine Zeit hier langsam aber sicher zu Ende geht, wollte ich natürlich lieber feiern und unter Menschen sein. Am Ende habe ich die Beiden da auch nochmal freundlich angesprochen, sodass wir dann den Kompromiss gefunden hatten, dass ich ab Mitternacht (bis 5:00 müssen die arbeiten) in etwa rauskann und SB mit ihm unten schläft, sodass sie im Falle was merken würde. Jedenfalls war der Kleine so müde, dass er mir um halb 8 auf dem Sofa schlafend umgekippt ist, sodass ich ihn runtergetragen habe und dann relativ viel Zeit für mich hatte. Um 10 kam dann Viktoria rüber zu mir und wir haben über alles mögliche geredet und Musik gehört, also einfach nur gemütlich zusammengesessen. Um Mitternacht sind wir dann auch wirklich raus und bisschen spazieren (zu Skansinn- dem für mich schönsten Platz hier) gewesen, allerdings wollte sie dann doch recht bald nach Hause und schlafen.

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Kathi und Lampe 😀
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Blick auf Hafen
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Blick auf die Stadt

Ich wollte dann eigentlich auch nach Hause und dabei aber nochmal den Umweg am Hafen langlaufen. Eigentlich ist das magische Wort in dem Satz. Jedenfalls wurde ich dabei von zwei Freunden von Jón gesehen, die mich dann nicht mehr gehen lassen haben und so bin ich bei einer kleinen Hausparty gelandet mit einigen von Jóns Freunden, ihm selbst und einem der Mädchen, die ich am Wochenende zuvor kennengelernt habe. Die hatten vor allem Spaß daran an dem Abend bayrische Volksmusik anzumachen und dazu zu tanzen, sodass ich mich echt zeitweise nur schämen konnte dafür, aus Deutschland zu sein. Nachdem wohl blödesten Vorfall überhaupt (ich bin meinem Gastvater begegnet mit einem, der für eben diesen arbeitet und so besoffen war, dass das einfach nur unangenehm war) sind wir dann alle zusammen wiedermal bei Lundin (wenig innen drinnen, aber meistens draußen sitzend), dem Pub, gelandet. Um drei sind die meisten verschwunden und ich endete mit einem der Leute auf einer Wiese sitzend und eine Stunde über die Welt philosophierend.

Samstag wurde dann ein bisschen viel geschlafen und rumgesessen. Gegen Mittag bin ich dann mit Viktoria losgezogen verschiedene Sachen einzukaufen und unter anderem nach kleinen Souvenirs zu schauen (habe nur Postkarten gekauft…). Auf dem Rückweg sind wir wieder mal bei Joy Eis essen gewesen, was die letzte Woche echt zu häufig war.

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es waren bis jetzt nicht genug Eisbilder in meinem Blog, dass muss ich jetzt leider nachholen 😀

Später musste ich, wie könnte es anders sein, einige Stunden arbeiten, da wieder was mit dem Restaurant war. Ich glaube nach vier Stunden war ich gegen neun fertig, aber dann waren mal wieder alle vereint, weil auch ausnahmsweise beide Eltern nicht arbeiten mussten, sodass ich noch einige Zeit mit denen verbracht habe und mal wieder nach langer Zeit einfach normal reden konnte über alles mögliche. Gegen halb 11 bin ich dann zu Viktoria, wo wir wie immer, gesessen, geredet und gelacht habe, um dann gegen eins mal wieder zu Lundin zu gehen. Da war es (wie freitags auch schon) leider recht leer, man merkt, dass Touristen weniger werden und momentan in den meisten Fischfabriken viele Leute Schichtarbeit machen müssen, weil es irgendwie so viel zu tun gibt (der Grund, warum Karolina nie Zeit hat). Trotzdem hatten wir unseren Spaß. Der Schock kam dann, als wir danach nach Hause sind und ich gemerkt habe, dass ich nicht reinkam, weil sie nicht daran gedacht haben, die Hintertür offen zu lassen. Glücklicherweise ist das Schlafzimmerfenster leicht zu erreichen und S hat scheinbar keinen sehr festen Schlaf.

Heute, Sonntag, war wieder ein sehr langweiliger Tag. Ich habe mal ein bisschen Ordnung gebracht in alles hier, war dann allein ein Stündchen spazieren. Und war bei dieser Art Höhle, wo ich schon mal gesessen habe- Anfang Juni, als ich Jón kennengelernt habe und Oskar. Das hat sich irgendwie schon komisch angefühlt, ist aber an sich ein wundervoller Ort.

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Helga- und Eldfell, die beiden Vulkane
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Heimaey ❤
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Füße
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Fähre und Heimaklettur

Danach habe ich wieder einen ruhigen Tag gemacht. Da Jón in Reykjavik ist, Viktoria krank und Karolina in Schichtarbeit hat sich auch zum Abend nicht mehr ergeben, was aber okay ist, sodass ich mal früh ins Bett komme und mal ein bisschen Schlaf bekomme, der jetzt echt wichtig ist.

Keine spektakulären Geschehnisse diese Woche, sondern vor allem viel Arbeit zu blöden Zeiten und Viktoria. Mit ihr sind wir wieder viel enger, als wir lange Zeit waren, was echt schön ist (während ich zu Jón eher so ein bisschen den Kontakt verloren habe). Lucie ist seit  Dienstag (war sie da noch für ein paar Minütchen besuchen mit EL, um mich zu verabschieden) nicht mehr hier. Sie wohnt und arbeitet jetzt für ein Café im Osten Islands. Langsam aber sicher endet der Sommer hier leider auch. Auch die Schule fängt wieder an hier (nach mehr als 3 Monaten) am Montag, sodass auch viele von Jóns Freunden beschäftigt sind oder nicht mehr hier sind (der Anteil derer, die von hier kommen, aber woanders die Schule beenden, ist echt nicht gering).

Man sieht sich. Bless, bless!

Days #81-88: ein bisschen von allem

Sæll og Sæl!

Ich tippe dann mal wieder ein bisschen was zu meinem Leben hier runter.. Auch, wenn oben es mit der 81 anfängt, war der Sonntag ja nach dem letzten Blogbeitrag nicht ganz vorbei. Nachmittags konnte ich mich selbst mal zum Schwimmen gehen und damit wenigstens etwas Sport machen durchringen. Und auch Abends hat sich dann nämlich noch was ergeben und zwar war ich erst mit Karolina und paar Freunden von ihr spazieren (Ist irgendwie komisch, wenn man da dann bedenkt, dass die alle mindestens  fünf Jahre älter sind…) und dann noch Pokemon fangen für und mit Jón..

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Über Montag gibt es nicht zu berichten. Meine Gasteltern konnten die Nachtschichten im Restaurant nicht füllen, sodass ich den Kleinen vom Aufstehen (8:30) bis zum Schlafengehen (22:00) hatte. Glücklicherweise hat er sich an dem Tag sogar ganz gut verhalten und es war allen kein allzu großes Drama. Dienstag war es ähnlich. Also an sich hatte ich den gleichen Tagesplan, weil jemand sich krankgemeldet hatte und es keinen Ersatz im Restaurant gab. Allerdings durfte ich da EL mal zwei Stündchen in den Händen vom großen Bruder V lassen, sodass ich dort mal raus gekommen bin und mit Viktoria schwimmen war. Mittwoch war dann alles etwas normalisierter, sodass ich nach 17 Uhr nicht mehr arbeiten musste. Viel geplant hatte ich aber nicht. Ich war dann zwar noch ’n Stündchen mit Jón draußen spazieren, aber den wirklichen Abend saß ich einfach tot von den beiden vorherigen Tagen in meinem Bett.

Mit der Aussicht darauf, dass EL Donnerstag Morgen mit Verwandten auf einen Wochentrip fahren sollte, bin ich schlafen gegangen. Natürlich hat das, wie hätte es anders sein können, nicht funktioniert. Da lag aber die Schuld weder bei meiner Familie noch bei irgendwem sonst, dass war einfach ein verdammt tragischer und unglücklicher Zufall. Jedenfalls konnte das alles nicht so wie geplant stattfinden, sodass ich bis 20 Uhr  mit meinem kleinen Chaoten war. Letztendlich haben die dann in anderer Besetzung als geplant die 21:00 Uhr Fähre genommen, sodass EL dann bis Sonntag (3 Tage statt 7) nicht zuhause war.

Donnerstag Abend war ich dann noch bei Lucie und wir haben im Endeffekt nur einen kurzen Film geschaut, weil wir beide ziemlich fertig waren. Die Woche war bis dato ziemlich viel für mich. Das waren weit mehr Arbeitsstunden als es eigentlich pro Tag oder Woche sein sollten (es kamen noch 6 an den beiden nächsten Tagen dazu). Teils habe ich mich echt wie die Mutter gefühlt von Kleinem, wenn ich mich den ganzen Tag um ihn gekümmert habe). Auch sonst ging und geht es mir nicht wirklich gut, da mir einfach einige Sachen zu viel sind.

Freitag war dann, wer hätte es gedacht, relativ ruhig. Ich habe noch ein bisschen Haushalt gemacht (es ‚wohnt‘ momentan jemand hier, der auch recht viel erledigt hatte) und das Gasthaus. Abends war dann eine Abschiedsparty für Lucie. Lucie verlässt die Insel hier innerhalb der nächsten beiden Tagen, um in Ostisland zu arbeiten. Da sie Samstagabend arbeiten musste, war das dann alles recht kurzfristig am Freitag. Außer den „üblichen Verdächtigen“ (Jón, Viktoria, ich und eben Lucie), waren noch einige Freunde von Jón da (von denen ich drei schon ganz gut kenne). Einen (der einzige, den ich nicht kannte) hatte noch seine Freundin mit dabei, die aus Großbritannien kommt. Ich habe nicht so ganz herausgefunden, wie die sich kennengelernt haben oder wie oft die sich sehen etc., aber jedenfalls habe ich mich vor allem mit ihr anfangs sehr viel unterhalten (wir hatten mit Basketball und Windsurfen sehr schnell zwei Themen gefunden 😀 ) und dann später mit Alkohol wurde auch mehr zusammen geredet (und getanzt..). Kurz nach Mitternacht beschlossen einige, dass wir doch in den Pub gehen sollten. Irgendwie haben wir aber auf dem Weg dahin Jón sowie das Pärchen verloren. Angekommen wurde ziemlich deutlich, was wir alle schon wussten: In Island wird samstags gefeiert und freitags ist ausgehen nicht so normal. Lucie, Viktoria und mir war das aber zu langweilig, sodass wir zurück gehen wollten.. Wobei wir wieder Jón irgendwo auf der Straße getroffen haben und so weiter. Jedenfalls bin ich am Ende mit zwei Mädchen geblieben, die ich vorher nicht kannte, und mit denen bei noch mehr fremden Leuten gelandet und um halb sechs morgens dann zuhause. Das ist wirklich so typisch. Egal, mit wem oder wohin ich hier gehe, am Ende lande ich mit immer anderen Bekannten von Jón irgendwo, aber immer ohne ihn selbst.

Nachdem ich wenigstens paar Stunden Schlaf hatte (und das Gasthaus gemacht habe) war ich mit Viktoria „schwimmen“ aka draußen im warmen Wasser rumliegen. Abends haben wir dann noch zu dritt (als Viktoria, Jón und ich) den ersten Teil des ersten Herr der Ringe Films geschaut (weil mir gedroht wurde, dass ich nicht zurückfliegen werde, wenn ich nicht alle drei Filme gesehen habe…). Den zweiten Teil haben wir nicht geschafft, einfach weil wir alle nahezu eingeschlafen wären beim schauen (und ich Sonntag wieder früh aufstehen musste).

Denn Sonntag stand -das war sogar mal frühzeitiger geplant als das letzte Mal- wieder ein Trip mit Andrea an. Diesmal begleitet uns noch Lilli. Das ist ein deutsches Au-Pair, die seit zwei Wochen in Reykjavik ist und wir beide kennengelernt haben. Und so musste Andrea nicht die 2,5 Stunden zum Fährhafen allen fahren. Leider war das Wetter an diesem Tag ziemlich „isländisch“, sodass es verdammt nebelig war, fast permanent in Strömen geregnet hat, gestürmt hat und kalt war.

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Landeyjahöfn
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Langweile

Trotzdem musste wir ja das beste raus holen. Geplant war Richtung Osten zu fahren, da wir alle in dieser Richtung noch nicht wirklich waren. Am ersten Stop, Skógafoss, war ich aber doch schonmal (ganz am Anfang), und außerdem war es wieder so touristisch überfüllt, dass wir da nicht lange bleiben wollten.

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Alles was danach kam, war auch für mich neu. Knapp eine halbe Stunde von dort war Dyrhólaey. Das ist eine Art kleine Halbinsel und ist vor allem für die schöne Aussicht und einen Felsen bekannt, der durch ein großes Loch ein bisschen was von einer „natürlichen Brücke“ hat. Die Aussicht war dort wirklich wunderschön. Und auch wenn schon einige Touristen unterwegs waren, hat sich das sehr gut verteilt auf verschiedenen Felsen..

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Dazu kam, dass wir eine Seerobbe im Wasser gesehen haben, was für uns auch echt cool war.

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Danach ging es weiter nach Vík (í Myrdal) vorbei an verschiedenen Gletschern und Vulkanen. Das ist ein kleines Städtchen -und das südlichste Islands auf dem Festland- mit knapp 300 Einwohnern, aber touristisch echt wichtig. Erstens ist es ganz bekannt für die wahrscheinlich zwei schönsten schwarzen Stränden Islands und einige echt große Felsen im Meer vor der Stadt. Ganz nah an die dran kamen wir leider nicht, weil der Strand dort gesperrt und überwacht war (weil der verdammt gefährlich ist. Scheinbar unterschätzen viele den Ort und gehen nah an das Wasser ran. Bei Sturm kann es aber sein, dass von einem Moment auf den nächsten eine Welle 10 meter höher ist und dich mitnimmt. Der Ort ist für sehr starke Strömungen bekannt, sodass da keiner dann wieder rauskommt und es da mehrere Todesfälle wohl schon gab..). Zweitens ist das der einzige richtige Ort mit Supermarkt wenigstens zwischen Hvolsvöllur (westlich von Landeyjahöfn) und Höfn (was bestimmt 5 Stunden Fahrt sind), sodass hier oft ein Zwischenstopp ist. Wir wollten hier auch was essen und nach ca. einer Stunde Schlage stehen, haben wir auch irgendwas bekommen. Es war zwar essbar, aber  nervig war das ganze Chaos auch. Dann ging es kurz zu einem der Strände und dann weiter immer die Ringstraße entlang Richtung Osten.

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Vík

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Ein ganzes Stückchen weiter und einige Kilometer auf einer ungeasphaltierten Straße mit metertiefen Schlaglöchern kamen wir (fast, wir konnten nicht alles fahren, weil irgendwann ein F Straße daraus wurde und damit nur noch für Geländewagen befahrbar) bei Fjaðrárgljúfur an. Das Ding mit dem unaussprechlichen Namen ist eine Schlucht/ein Canyon. Das ist jetzt nicht so unglaublich besonders, aber schon echt schön und nicht ganz so überfüllt. Leider hat auch genau dort das Wetter gar nicht mehr gewollt, sodass wir nach einer Stunde „wandern“ und Fotos machen von oben bis unten klatschnass waren, weil auch Regenjacken und Mützen keine Lust mehr hatten auf das Wasser. An vielen Stellen konnten man von den befestigten Wegen abweichen und auf Felsvorsprünge laufen. Dort oben zu stehen, wenn es direkt vor dir verdammt tief runter geht, hat auch seinen eigenen Reiz.

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Wie schon erwähnt, war unser Aufenthalt nicht allzu lange und es ging bald weiter. Vorbei an Kirkjubæjarklaustur (ein kleines Örtchen) ging es noch zu zwei relativ unbekannten Sachen. Nummer eins war der Foss á Siðu, ein kleiner Wasserfall, der wirklich nicht viel zu bieten hatte.

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Und wenige Meter weiter war Nummer zwei, Dverghamrar (Zwergen Felsen). Das waren wirklich nur zwei Felsen am Rand der Straße. Allerdings war da (ebenfalls typisch Island) das Wetter wieder besser und wir waren allein da. Nachdem wir also gefühlt eine Stunde wie Kleinkindern zwischen und auf den Felsen rumgerannt sind und geklettert sind, ging es dann wieder zurück.

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Das Ziel, vielleicht noch einen der Gletscherseen mitnehmen zu können, haben wir leider nicht geschafft, da ich die 19:45 Fähre nehmen wollte und die anderen beiden ja noch zurückfahren musste und nicht erst mitten in der Nacht ankommen wollten. Also haben wir uns wieder aufgemacht zurück (waren etwa drei Stunden von dort) und sind nach kurzem Cafézwischenstopp in Vík um halb acht in Landeyjahöfn gewesen.. Die ersten Frage vor Ort war dann, ob die Fähre überhaupt geht, da es auf dem Rückweg wieder sehr regnerisch und vor allem stürmisch war, was glücklicherweise der Fall war. Die Fahrt war eine Katastrophe, da die Fähre komplett voll war und ich nicht raus gehen konnte, weil der Wind und das Wasser dir einfach zu stark ins Gesicht gepeitscht hat. Ich kam dann mit Verspätung irgendwann komplett durchnässt, durchgefroren und mit Übelkeit (ich kann dieses Schaukeln nicht gut vertragen) an und habe den Rest des Abends im Bettchen gelegen. Auch am Sonntag kamen EL und SB (nach 5 Wochen in Reykjavik) zurück, sodass mal wieder alle beisammen sind.

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Sicht auf Gletscher bei der Rückfahrt

Heute war wieder ein einigermaßen normaler Tag gewesen. Irgendwie macht der Kindergarten auf einmal doch erst Donnerstag wieder auf, sodass EL jetzt natürlich noch drei Tage mehr hier bleibt. Anfangs war es wie erwartet echt schwer, weil er sich im Beisein von SB völlig danebenbenommen hat, aber das hat sich später etwas beruhigt und sie ist dann auch nachmittags nicht mehr hiergewesen.. Am Abend jetzt war ich ein bisschen mit Viktoria unterwegs, Eis essen, Fotos und am Ende doch wieder heiße Schokolade trinken und quatschend auf meinem Bett sitzen… 😀

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ein Vulkan?

Und noch zum Thema Fähre btw. Ich habe ja erwähnt, Angst gehabt zu haben, dass die Fähre nicht geht. Gestern fuhren zwar noch alle Fähren, nachdem sich heute das Wetter aber keineswegs verbessert hat, sind heute Vormittag alle Fähren ausgefallen und nachmittags wurde je ein Trip zum Festland und zurück angeboten -aber nach Þorlákshöfn. Das ist ja der Hafen mit dem drei Stunden Trip, der außerhalb der Sommermonate benutzt wird, weil Landeyjahöfn nunmal bei nicht gutem Wetter unbrauchbar wird. (Habe das mitbekommen, weil es Chaos mit den Touristen vom Gasthaus gab, die festsaßen auf dem Festland oder hier..) Unbegründet ist die Sorge also nicht unbedingt.

Das war’s auch, glaube ich, mit erzählen. Man sieht sich, tschüss. 🙂

Days #76-80: Wasser und paar Pferdchen

Diesmal schon ein bisschen früher als die letzten Male. Diesmal wird es auch nicht so lang wie der letzte Beitrag, versprochen.

Mittwoch war eigentlich nicht viel los. Ich musste wieder arbeiten und hatte ziemlichen Stress abends mit der Gastfamilie. Gründe und Positionen sind ja einfach mal egal, jedenfalls habe ich mich an dem Tag nicht wohl gefühlt im Haus, sodass ich abends erst schwimmen war mit Lucie und dann mit Jón Eisessen. Eigentlich wollte er mich dann sozusagen loswerden, im Endeffekt war ich aber doch den ganzen Abend mit ihm und zwei seiner Freunde und es war echt ganz schön. Vor allem weil sein bester Freund mittlerweile sich traut englisch mit mir zu reden (das klingt wirklich recht lustig..), was er ja bis zum Festival nicht gemacht hat.

Donnerstag war ein ziemlich beschissener Tag. Die Atmosphäre war angespannt, aber keiner wollte was sagen. Um die Gemüter zu beruhigen und weil ich echt nicht im Schlechten hier aus der Familie gehen möchte (ist ja irgendwann bald mal), habe ich an dem Tag wesentlich mehr gearbeitet, als eigentlich abgemacht war damals. Auch abends habe ich von 21 Uhr nochmal 1,5 h mit dem Kleinen verbracht, sodass ich alles in allem an dem Tag 11 h mindestens gearbeitet habe. Da ich abends aber eh nichts zu tun hatte, war das irgendwo in Ordnung. Jón ist mit seiner Familie (und damit auch Viktoria) nach Reykjavik gefahren über das ganze Wochenende, sodass die auch nicht da waren.

Und ja.. Freitag war dann ja schon fast Wochenende. Und trotzdem ein normaler Tag. Ich war wieder von 9 Uhr morgens bis knapp 17 Uhr mit meinem Chaoten, draußen (Spielplatz, Eis essen, Fische schauen etc.). Danach hatte ich mit Lucie geschrieben, sodass wir eigentlich nur geplant haben, zusammen einkaufe zu gehen. Geendet hat es dann aber damit, dass wir danach bei ihr zusammen Abend gegessen haben und dann drei Filme an diesem Abend geschaut haben (Madagaskar, Mean Girls und Shrek). Der Abend war super, solange man nicht drüber nachdenkt, was alle anderen in unserem Alter am „Flöskudagur“(Wortspiel: Freitag /Föstudagur-> Flaschentag) machen würden, während wir drei Kinder-/Teeniefilme geschaut haben. Knapp um Mitternacht bin ich dann auch schon nach Hause, weil ich am nächsten Morgen früh aufstehen musste.

7:00 war nämlich mein Wecker. Und um 8:30 die Fähre zum Festland. Ja, genau, ich bin mal wieder nach Ewigkeiten runter von dem Inselchen. Geplant war ein tschechisches Au-Pair zu treffen (kannte die vorher nur über Facebook). Lustigerweise kommt die genau aus dem gleichen 2000 Seelen Ort wie Pauline damals.

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kleiner Ort
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Insel Heimaey

Jedenfalls bin ich mit dem Bus nur eine Station nach Hvolsvöllur gefahren, weil das erste geplante Ziel eigentlich nahezu an der Fährstation liegt. Sie war eigentlich noch nie großartig unterwegs und da wir in der Umgebung bleiben mussten, hat sich das angeboten, den Seljalandsfoss zu besuchen. Das ist einfach einer der bekanntesten und schönsten Wasserfälle Islands. Ich habe den -manche wissen es vielleicht- schon gesehen an meinem zweiten Tag damals in Island mit meiner Familie. Trotzdem ist er jedes Mal auf’s Neue schön. Leider waren da, weil wir eben noch in der Haupttouristensaison sind, solche Menschenmassen, dass ich persönlich das nicht mehr angenehm fand. Bei meinem ersten Besuch war auch schon einige da, aber nicht diese schiere Masse. Klar verstehe ich das irgendwo, es ist ein großer, einfach zu erreichender (an der Ringstraße gelegener) Wasserfall, aber irgendwo geht die Schönheit verloren..

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Danach ging es weiter zum Gljúfrafoss, der ja nur knapp 500 m Laufweg entfernt ist. Auch bei dem Wasserfall war ich schon und auch bei dem war es zu voll. Der Wasserfall hat ja die  Besonderheit, dass über einige Steine im Fluss sozusagen in eine Art Höhle reinklettern musst. Wenn man da aber sich schon staut und dann in der Höhle Schlange stehen muss, um Fotos zu machen, ist das blöd. Ich würde ja auch jedem an das Herz legen, sich Island mal anzuschauen, trotzdem ist es schade, wie das alles hier zu einer Art Massentourismus verkommt. Das sollte so nicht sein. Jedenfalls ja, der Wasserfall an sich ist klein und beschaulich, aber eben diese Höhle, die innen sehr pflanzlich bewachsen und grün ist, ist etwas, das sonst kein Wasserfall so hat.

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Gljúfrafoss
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Eingang

Anschließend war es noch recht früh. Zu früh um zurück zu fahren. Also entschlossen wir uns auf gut Glück zu einem unbekannten Wasserfall zu fahren, den ich im Internet entdeckt hatte. Nach einigem Verfahren und 12 km unbepflasteter Straße (mit einem Auto, wo du jede Stein und jedes Loch spürst) sind wir dann angekommen beim Gluggafoss. Dieser ist touristisch kaum bekannt (ein anderer war da und der war Fotograf), vielleicht aber auch, weil er eben abseits der Ringstraße liegt.  Für uns beide war das persönlich aber schönste der drei Wasserfälle. Der Gluggafoss liegt in einer tollen Umgebung und ist selbst echt faszinierend.

 

Danach war unsere Wasserfalltour erstmal beendet und wir sind erstmal zurück nach Hvolsvöllur (auf einer gepflasterten Straße zum Glück) gefahren, um dann zu essen. Ja, dass die Ernährung nicht gesund war, kann man sich ja wohl denken. Aber die Pizza war erstaunlicherweise richtig gut. Um 14:15 machten wir uns dann auf den Weg in die Nachbar“stadt“ Hella (hat wie Hvolsvöllur 800-900 Einwohner…), um von da aus den Weg nach Káfholt zu finden. Holt heißt übrigens Stall, sodass jetzt allen klar sein dürfte (die meisten wussten es ja eh schon), was unser Plan eigentlich war. Wir hatten uns entschieden eine Reittour dort zu machen, die für Anfänger (wie mich) sowie erfahrenere Reiter (Andrea) geeignet sein sollte (und nicht extrem teuer war). Nach einer Begrüßung mit den anderen und einer kleinen Einweisung ging es auch los. Die Tour an sich war super, außer uns beiden waren nur ein vielleicht 10 jähriger Junge dabei und die Leiterin des Hofes. Die Strecke war auch gut gewählt, sodass man echt viel sehen konnte und auch mal Stückchen am Strand/Sand geritten ist oder im Wasser. Und Islandponys sind generell knuffig. Die sind nicht so groß und einfach so lieb. Mein Pony soll dabei eines der einfachsten, was die hatten, sein und mehr auf mich aufpassen als anders herum.

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Danach (2 Stunden Tour), also so gegen 17 Uhr, wurden wir dann noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen, was echt nett war. Das Paar, dass den Hof leitet sind sehr freundliche Leute und die Familie, die zu dem Jungen gehört hat, ist auch noch da geblieben. Wir haben uns mit allen ganz gut unterhalten können und wieder einmal war es einfach schön, wie international sowas schnell wird. Mit mir, Andrea aus Tschechien, dem isländischen Paar und der dänischen Familien saßen dann wieder vier verschiedene Nationalitäten an einem Tisch und haben über alles mögliche geredet. Trotzdem mussten wir bald weg, da ich den Bus um 18 Uhr in Hella erwischen musste, damit ich die Fähre bekomme (ist der letzte Bus abends).. Da ich wusste, dass eine Freundin von Lisa (Österreicherin vom Festival) und Lucie eben diese besuchen kommt an dem Wochenende und mit der selben Fähre kommen sollte, habe ich vermutet diese im Bus zu sehen und so war es auch. Ich kannte Pauline (französisch) gar nicht vorher, aber sie kennt echt viele, die ich auch kenne (die beiden vom Festival, Lucie, Pauline dt., Lucies tschechischen Freunde usw.). Ich kam mir zwar komisch vor, jemanden auf gut Glück anzusprechen „Hey, bist du diese Pauline?“, aber es halt alles funktioniert und es war auf jeden Fall netter, jemanden zum unterhalten zu haben für die Stunde Wartezeit in Landeyjahöfn und auf der Fähre dann. Ich war dann auch später, als wir hier angekommen waren, mit Lucie und Pauline Eis essen und noch herum spazieren. Da wir alle müde waren, sind wir dann alle um halb 12 abends schon heim, wobei ich auf dem Heimweg noch ziemlich erschreckt wurde von irgendwelchen Freunden von Jón. Aber ich bin lebending angekommen.

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Landeyjahöfn
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Landeyjahöfn mit Sicht auf Vestmannaeyjar
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Eyjafjallajökull
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zwei kleinere Insel der Vestmannaeyjarinseln
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Hafen am Abend

Und heute sitze ich bis jetzt nur zuhause. Karolina hat gestern Nachtschicht und ist noch nicht wieder wach und die beiden anderen sind irgendwo unterwegs. Mal sehen, was sich noch so ergibt.

Bis bald. Die Zeit fliegt. Sjáumst.

 

Days #67-75: Þjóðhátíð 2016

Guten Tag. Es ist Montag, Feiertag in Island (jedenfalls als ich anfange das hier zu schreiben). Festival ist vorbei. Ich bin ziemlich kaputt. Aber dazu kommen wir später. Davor gab es ja auch noch paar Tage.

Montag war ein noch ganz normaler Tag. Arbeiten, abends Freunde treffen. An diesem Abend waren das Viktoria und Karolina (mit der ich immer besser klarkomme). Bisschen Tee trinken später und dann mit Lucie und Jón einen Film schauen. Viel Spektakuläres gab es nicht. Dienstag auch noch nicht so wirklich. Morgens wieder arbeiten und nachmittags habe ich dann mit Jón meinen eigenen Lopapeysa gekauft (das sind diese Islandpullis), weil das hier einfach so „Must-have“ beim Festival ist und ich wollte eh eigentlich mal einen kaufen. Meiner ist mir ein bisschen zu groß, aber ich kann mich darin verstecken und noch drei Klamottenschichten drunter tragen. Das ist super.

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Sonst gibt es nicht viel zu sagen. Das Wetter war am Dienstag schon wunderschön. Es waren im Schatten 18°C, in der Sonne waren bis zu 23 zu messen. Und das ist dann doch so etwas wie eine kleine Sensation. Und da die Sonne hier wirklich stark ist, war dann hier in kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen angesagt. Das hatte ich auch nicht mehr geglaubt hier zu erleben. Während der Abendessenzeit war ich dann allein ein paar Minütchen in neuen Teil der Insel am Rumkraxeln, um danach, weil er es sich so gewünscht hat, angeln zu gehen mit Jón. Lange haben wir das aber nicht gemacht. Leider war es zu dem Zeitpunkt schon arg kälter und vor allem windiger geworden und das hat dann keinen Spaß gemacht.

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in der „Lavalandschaft“

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Heimaey
Mittwoch ging es dann langsam, aber immer sicherer, Richtung Festival. Ab Mittwoch fuhren die Fähren statt 5 mal am Tag doppelt so oft. Statt einem Flugzeug pro Tag flogen auf einmal mindestens eins pro halbe Stunde. Auf einmal gab es Busse und Taxis hier. Und die Fähren waren alle vorkommen ausgebucht, was das „schlimme“ daran ist.. Trotzdem war dann ja auch noch Arbeit dazwischen mal angesagt (bei wieder über 20 Grad und Sonnenschein). 18:00 begann dann sozusagen der Auftakt der Einheimischen für das Festival. Der Lauf für den besten Platz der weißen Zelte. Viele der Einheimischen haben ein weißes Zelt, wo sie z.T Möbel hinbringen und dort dann das nahezu ganze Festival mit Freunden, Verwandten und Bekannten feiern (dazu später mehr). Jedenfalls gibt es eine feste Wiese nur für diese Zelte mit verschiedenen eingezeichneten Straßen (Sjománnasund- Seemannsgasse; Skvísusund – Damengasse (?); Golfgata- Golfstraße…). Alle die Zelte haben, stellen sich außen um das Feld auf -bewaffnet mit Schildern mit ihrem Namen- und nach Runterzuzählen rennen sie um Punkt 18 Uhr alle los, um den gewünschten bzw. besten Standort zu erreichen.

Video: Google Drive: Mittwoch, 27.07.16

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Warten/Vorbereitungen auf 18:00

Danach war ich noch für’n Stündchen bei Jón und dann mit Lucie ihre ’neue‘ Wohnung anschauen und spazieren..

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die schönste Heimat
Der nächste Tag war anfangs auch noch arg unspektakulär. Arbeit mit EL, Gasthaus putzen und draußen rumrennen (wieder 20 Grad und Sonne btw). Eigentlich wollte ich danach eine dieser beim Festival gerne getragenen Fischerhosen kaufen. Da das Wetter aber die Tage so gut schien, dachte ich, erstmal das Festival abzuwarten. Abends wurde EL dann zur Großmutter gebracht, wo er dann auch bis mindestens Montag Abend bleiben sollte. Dann wurde sich vorbereitet. Das heißt, Jón und drei oder vier seiner Freunde, Lucie und ich haben uns bei ihr in der Wohnung getroffen. Später kamen dann noch drei Mädels und ein Kerl, ebenfalls Freunde von Jón, aus Reykjavík dazu. Viel gelacht, geredet und (den so viel zu teuren Alkohol hier) getrunken, wobei ich vor allem mit vielen seiner Freunde und den Mädels viel geredet habe, und bemerkt hab‘, dass auch die von hier englisch sprechen können, dass aber scheinbar meiden, wenn sie nüchtern sind. 😀 Auch abends kamen noch zwei Au-Pairs vom Festland (Umgebung Reykjavik) mit der Fähre an, die dann sich aber nicht mehr vom Campingplatz wegbewegten an dem Abend. Wir hingegen sind um Mitternacht weiter zu Húkarinn, eben der besagten „Hook-up“ Nacht. Das ist ein Event, das traditionell vor dem Festival stattfindet und irgendwie dazugehört, aber nicht auf dem Festivalgelände stattfindet und extra Tickets braucht. Das heißt, wir mussten bezahlen, um da hinzukommen. Die Eintrittsbändchen waren die Festivalbändchen von Þjóðhátíð 2015, so dass ich jetzt so tun kann, als ob ich das ganze schon zweimal erlebt habe. 😀 Das Ganze war auch ganz lustig, vor allem weil Jón wegmusste früh und Lucie mit ihren anderen Freunden unterwegs war, sodass ich erst mit der Inseljugend hier, aber später vor allem mit einem bis dato fremden Mädel aus Reykjavik (die mich vor einem Typen gerettet hat…) und ihren Freunden da war. Bis ich zuhause war, war glaube ich etwa halb vier morgens. Und da ich prinzipiell dazu neige, früh wach zu werden, war diese Nacht im Endeffekt nur vier Stunden lang (zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, dass das das die längste Nacht bis zum Montag bleiben wird…)

Freitag habe ich dann nach „Festivalplan“ gearbeitet, d.h um 12 oder 13 Uhr habe ich meinen Chaoten bei seiner Oma eingesammelt (die 10 Minuten weg vom Festivalgelände wohnt) und bin mit ihm da hin gelaufen. Nach Hause laufen wäre unmöglich gewesen mit ihm, da der Weg mit Sicherheit 20 Minuten Zeit braucht und das zu viel für ihn ist. Mit ihm dann dort ein bisschen gespielt, bis um 14:30 die Eröffnung war. Dazu wurde viel geredet und dann von irgendeinem Orchester Musik gespielt. Mein Kleiner war ab halb drei aber so müde, dass er relativ ruhig war, sodass ich meist einfach nur im Gras sitzen konnte mit ihm. Karolina und Viktoria waren auch für eine halbe Stunde da, sodass ich mit denen ein bisschen geredet habe und danach kamen die beiden deutschsprachigen (in Österreich und Norwegen lebenden) Mädels zu mir runter und wir sind noch ein bisschen umherspaziert und dann zu ihrem Campingplatz (der direkt vor dem Haus der Oma war). Also haben wir da noch gesessen, EL ist bisschen im Zelt rumgeklettert, bis ich ihn um 17 Uhr zurückgebracht habe..Ich bin dann aber noch da geblieben mit den beiden, gesessen, das Leben genossen und mit Isländern auf dem Campingplatz gequatscht. Irgendwann sind wir dann aber dann noch alle zusammen zurück Richtung Stadt. Erst zu mir, damit ich (viel zu wenig, wie ich gelernt habe) Klamotten mitnehmen konnte, wir Pizza gegessen haben (dieses Pizzarestaurant hat auch Vorteile) und Getränke bei Lucie aus dem Kühlschrank holen konnte. Bei ihr waren auch Freunde der beiden, zwei tschechische Au-Pairs vom Festland untergebracht. Trotzdem sind wir ziemlich bald auf den Campingplatz und um halb zehn ins Herjólsdalur gelaufen-viel zu früh für Freitag oder Samstag Abend. Offiziell fing das Programm um 21 Uhr an. Interessant wurde es ab 22 Uhr, Samstag sogar noch später. Ich saß dann mit den beiden auf diesem Hügel, haben mitge’huht‘ und das Festivallied (damals schon verlinkt, trotzdem nochmal btw Þjóðhátíð 2016) mitgesungen. Später sind nur isländische Künstler aufgetreten, das war auch ganz schön, aber man muss da nicht da sitzen und zuhören. Auch kam zu der Zeit Jón ins Tal, sodass ich dann mit ihm und Freunden von ihm rumgelaufen bin. Zwei von denen haben auch ein weißes Zelt (wobei das eine so der Jugendtreff war 😀 ). Also haben wir viel Zeit da verbracht, mit allen möglichen geredet und getrunken. Um Mitternacht sind wir dann trotzdem raus und haben an einem kleinen See gewartet auf das Feuer. Von dort hatte man eine bessere Sicht als vom Berg. Das war auch wirklich schön. Es gab ein kleines Feuerwerk, wobei dann ein kleiner Feuerball weiter am Tal entlangflog (frag‘ mich nicht, wie das funktioniert), hinter ein paar Steinen verschwunden ist, wo es dann auch wieder ein sehr kleines Feuerwerk gab. Und dann ist das Ding wieder weitergeflogen, bis es einem an dem ganzen Halbkreis des Tales ist, und auf der anderen Seite angekommen ist, wo dadurch das Holz angezündet wurde. Das war dann wie eine Art riesiges Lagerfeuer, wobei man auch sonst wie weit weg, die Wärme schon gespürt hat.Trotzdem bin ich erfroren. Später dann ein bisschen tanzen, mit Emmsjé Gauti und Úlfur Úlfur waren zwei bekannte isländische Rapper dort und nach Mitternacht war die Tanzfläche auch voll. Und spätestens bei dem Lied: Emmsjé Gauti: Djammæli sind alle abgegangen (und ich konnte sogar mit singen, wenigstens das ständige „oh shit“ 😀 ). Bis ich nach Hause war, war es vier Uhr und das war noch früh!

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eine der Straßen

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Feuer

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Sonnenaufgang auf dem Heimweg

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einer der gefühlt tausend Campingplätze
 

Samstag war ich wieder viel zu früh wach. Und ich war zwar ziemlich fertig, aber ansonsten gesund. Die böse Feststellung kam dann: ich hatte Sonnenbrand im ganzen Gesicht (habe ich jetzt, Dienstag Nachmittag immer noch leicht). Trotzdem war dann natürlich auch arbeiten wieder angesagt. Wie schon am Vortag war ich mit EL im dalur. Anfangs wieder rumgelaufen und auf dem Spielplatz gespielt, kam dann um 15 Uhr Lucie mit ihren Kiddies dazu und ab 15:30 gab es auch so eine Art Kinderprogramm. Das war erstmal so eine Art Puppentheater (was verdammt verstörend war, wenn man nicht verstanden hat, worum es ging..) und danach war eine Art Clown da. Der war wirklich super, hat eine Mischung aus englisch und isländisch für sein Programm verwendet und generell war das Programm auch für Erwachsene durchaus unterhaltsam gestalten. Nachdem EL wieder bei der Oma war, bin ich dann aber doch erst nach Hause, statt wie vorher auf den Campingplatz, weil duschen und essen dann doch mal angebracht war. Nach kurzem Zwischenstopp bei Jón und dann bei Lucie (immer noch unser Alkohollager) bin ich dann doch wieder zum Campingplatz gelaufen (musste unter dem Zaun durchrollen, da es ein gesicherter war.. 😀 ). Diesmal waren wir auch intelligenter und sind erst gegen 22:30 zum Tal. Dann haben wir noch die Stunde bis zum Feuerwerk den auftretenden Künstlern gelauscht (viele bekannte und sehr gute generell am gesamten Festival). Punkt Mitternacht gab’s dann ein echt schönes und langes Feuerwerk.. Danach sind wir -noch eines der Mädels vom Camping, Jón, ich und seine Freunde- wieder in dem weißen Zelt gelandet (Oskars übrigens, ich weiß nicht, ob sein Name auf dem Blog schon mal gefallen ist, aber den hab‘ ich auch vorher schon mehrmals getroffen hier mit Jón). Allerdings habe ich innerhalb einer Stunde erst Lisa und dann ihn verloren (wie am Vortag auch), sodass ich wieder tanzend mit seinen Freunden bei er Bühne gelandet bin. In der Nacht waren die wahrscheinlich beiden größten ‚Trash-Musiker‘ Islands da: DJ Muscleboy und FM95Blö. Aber diese Lieder sind so blöd, dass man mitgröllen kann und muss. Zwei Beispiele: DJ Muscleboy- Muscledance und FM95BLÖ – Ég fer á Þjóðhátíð (was übrigens heisst: Ich geh‘ zu Þjóðhátíð).. Ich war um ca. fünf zuhause und joar.

 

Sonntag, der letzte Tag, begann wieder viel zu früh morgens. Nachdem ich wieder gearbeitet habe (Lucie war auch mal wieder da) und kurz zuhause war, Klamotten holen (habe nach dem Freitag Abend immer ausgesehen wie das Michelinmännchen), war ich kurz bei Jón, um Hallo zu sagen, da er arg krank war. Danach bin ich dann zum Campingplatz -mal wieder-, wobei wir dann auch recht bald zum dalur sind, weil es halt der letzte Abend war. Es war auch wirklich ganz schön. Es waren viele bekannte Künstler da, sodass fast alle mitgesungen haben.. Ab 23 Uhr war dann ein einheimischer Sänger da, der die bekanntesten isländischen (und zwei englische Lieder) gesungen hat für über eine Stunde. Auf den Leinwänden nebendran liefen aber die Texte diesmal mit, sodass auch wir mitsingen konnten. Die Atmosphäre war einfach wundervoll, wie so ein riesen Lagerfeuer mit ganz viel Liebe. Man sang und schunkelte z.T mit Fremden (z.B Jón Jónsson – Ljúft að vera til). Davon habe ich sogar viele Sprachaufnahmen und Videos, aber da hört man mich und andere leider so laut mitsingen, dass das nutzlos ist. Kurz nach Mitternacht wurde dann nochmal das Festivallied gesungen, wobei dann der rote Fackel-Feuerring rund um das Tal angezündet wurde und alles in rot getaucht hat. Es gab auch ganz zum Schluss nochmal ein Feuerwerk, wenn auch kleiner als das von Samstag. Ich war dann mit der Österreicherin lustigerweise wieder in dem weißen Zelt-obwohl Jón ja gar nicht dabei war- weil wir einen seiner Freunde getroffen haben, der uns mit reingezogen. Irgendwann ist Lisa dann aber nach Hause (vier oder so) und ich habe dann- zum ersten Mal während des richtigen Festivals- Viktoria und Karolina getroffen und war mit denen noch tanzen. Um halb sechs wurde auf der Hauptbühne die Musik ausgemacht. Die Beiden sind dann mit weiteren Freunden von denen noch auf eine kleine Nebenbühne. Da ich aber gemerkt habe, dass ich an Müdigkeit sterben würde, bin ich dann doch ’schon‘ nach Hause.

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Regenbogen vom Campingplatz aus

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Þjóðhátíð

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Feuerring

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Feuerwerk 2.0

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Feuerwerk 2.0

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Lichter und Liebe
Gestern war ein Feiertag hier, sodass alle Leute ausschlafen konnten. Die Campingmädels sind auch erst Dienstag weg und ich habe kurzfristig frei bekommen, sodass ich mit denen schwimmen gehen konnte und dann Pizza essen (ja, Pizza gab‘ es genug für mich an dem Wochenende..).

Und heute (ja, ich konnte das Ganze nicht wie geplant, am Montag fertigstellen.) war wieder ein normaler Tag. Der Stress ist vorbei (oder hat wieder angefangen, wer weiß). Gasthaus, das absolut abartig ekelhaft war, putzen, EL betreuen, kurz Jón sehen und jetzt den Kram hier runtertippen. Außerdem hat heute dann auch das Wetter keine Lust gehabt und zum ersten Mal seit ich hier war, gab es Weltuntergangsregen. 😀

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paar Tropfen..
Alles in allem würde ich jederzeit wieder zu Þjóðhátíð gehen, wenn es sich ergibt. 2017- ich komme (wenn es nicht ganz und gar nicht unmöglich ist). Es ist teuer, keine Frage. 10 Euro war Húkarinn und dann 150 Euro das Festivalticket im Vorverkauf, wenn man nicht Mitglied des Sportvereins hier ist und vor Juni das Ticket kauft (was unmöglich ist bei der Spontanität der Leute hier, die haben ja alle erst vor einer Woche entschieden, ob sie hingehen). Wenn man dann nicht hier wohnt, zahlt man nochmal die Fähre und das Camping und (man sollte nicht vergessen) Alkohol muss auch bezahlt werden. Es klingt blöd, aber irgendwo gehört das Trinken auch dazu. Man kann sich zwar viel rumschnorren, aber auch bisschen was kostet halt Unmengen hier. Aber, da stimmen auch die Campingleute und alle über ein, es lohnt sich wirklich. Es ist eine wirklich wundervolle Erfahrung. Diese Fischerhose habe ich am Ende auch nicht gekauft, da es auch wirklich durchgehend gutes Wetter hat. Bei anderem Wetter verstehe ich aber voll und ganz den Sinn. Ich habe mich selten hier so zugehörig gefühlt. Ich weiß, dass wird im Alltag wieder alles anders sein, aber für ein paar Tage hat man dazugehört. Ich habe so viele Zeit mit Leuten verbracht, die ich -wenn überhaupt- beim Namen kannte. Im weißen Zelt gewesen, wie eben ein „Einheimischer“, mit so viele geredet, gegrüßt worden von jedem, wenn ich ihn gesehen habe. Für ein paar Tage hatte ich mindestens 20 neue Freunde. Die Atmosphäre ist generell unglaublich. Ich würde das Festival, trotz massig namenhafter Künstler, auch nicht als Musikfestival bezeichnen.. Das Zusammensein, die Liebe und der Spaß stehen mehr im Vordergrund. Und dazu kommt, was der große Unterschied zu den meisten gängigen Festivals ist, hier ist jeder dabei. Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kindern sind bis Mitternacht da, Jugendliche genauso wie Rentner. Was sich unterscheidet, ist natürlich die Zeit des Gehens. Aber bis zu den Highlights feiern alle zusammen und genießen das bestbesuchteste und schönste Wochenende der Insel hier.

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Und ich bin zwar erschöpft, krank (und die Nachfestival-Depression ist ganz schlimm) und es war das anstrengendste Wochenende überhaupt und trotzdem wunderschön. Es kommt wieder der Alltag, blöde Sachen und Streitereien passieren wieder, aber der Gedanke an die gute Zeit bleibt.

Ástin á sér stað(= Liebe passiert) heißt das Festivallied dieses Jahres und das ist so passend.

Zum Abschluss noch mal drei, meiner Meinung nach, wirklich sehenswerte (wenn auch natürlich bisschen werbende) Videos zu jedem Tag des Festivals. Die Bilder sind einfach toll (und die kleinen Kameradrohnen waren auch immer lustig zu beobachten).

Donnerstag/Húkkaraballið: Fimmtudagur

Freitag: Föstudagur

Samstag:Laugardagur

Sonntag: Sunnudagur

Und wenn ich schonmal dabei bin: Hier gibt es noch ein paar mehr Bilderchen: Fotos

 

Es tut mir leid, dass ich soviele Lieder, Videos etc. verlinkt habe, aber da sich sonst Leute beschweren, dass zu wenig (!) Musiklinks da wären, gab‘ es jetzt ganz genaue Infos. Außerdem fällt es mir dann einfacher, mich irgendwann daran zur erinnern, wenn ich alles auf einmal habe. 😀

Und zum Schluss doch noch ein Musiktipp (englische Lieder, isländische Band).. Schaut mal, was Kaleo so macht. Vor allem das Lied „Way down we go“ ist wirklich ganz schön.

Tut mir leid, dass das alles so lang geworden ist. Aber aufteilen hätte auch keinen Sinn gemacht. Viel Spaß beim lesen. Talk fyrir lesa! Sjáumst!

 

Days #58-66: Chaos und Vorfreude

Willkommen zurück,

es geht immer weiter, auch auf einer kleiner Insel im Nirgendwo. Aufgehört habe ich am Freitag Abend/Samstag Morgen letzte Woche. Samstag Abend haben wir uns dann alle bei Lucie eingefunden (Jón, Lucie, Viktoria, Karolina und ich) und haben uns einen schönen Abend gemacht. Eigentlich war der Plan dann um 1 morgens (was noch früh ist für isländische Verhältnisse) in den Pub hier weiterzuziehen. Es kam dann aber so, wie es kommen musste. Jón wurde natürlich nicht reingelassen, da er keine 18 ist (und das obwohl wir alle den Türsteher kannten -.- ). Jedenfalls bin ich dann auch erstmal draußen geblieben und habe mit ihm bestimmt zwei Stunden tiefsinnige Nachtgespräche geführt.. Irgendwann bin ich dann den Mädels doch noch nachgekommen (3:15 oder so 😀 ).. Joar, so oft werde ich da wohl nicht mehr hingehen. Das Ding ist einfach klein, überfüllt und bah. Dazu kam, dass die meisten gefühlt paar Jährchen älter waren und komplett betrunken. Viktoria und Karolina habe ich zum Glück schnell gefunden und kam dann auch mit zwei Kerlen, in Österreich lebenden deutschen Studenten ins Gespräch. Wirklich angenehm fand ich es darin nicht und war dann auch froh, dass um vier Uhr morgens dann eh Ende war, weil geschlossen wurde. Sonntag war dann nur noch ein ganz entspannter Tag, auch weil wir alle etwas fertig waren.

Diese Woche war jetzt echt ein bisschen stressig. Erstens hatte ich ja jeden Tag den Kleinen, da Kindergarten ja jetzt auch Ferien hat. Dadurch war ich auch jeden Tag mehrere Stunden draußen, Regen oder Sturm egal, um auf dem Spielplatz mit ihm zu spielen oder Fische am Hafen anzuschauen. [Einmal waren wir in Sæheimar, das ist ein Museum über hier heimische Vögel und Fische. Das war ganz schön, die hatten viele Aquarien mit Fischen und man konnte einen Puffin (der dort aufgezogen wurde) sogar anfassen, was echt schon was hat. Die Vögel sind schon cute.] Dazu kam, dass die Gasteltern eigentlich permanent unterwegs waren wegen des Restaurants, sodass ich die eigentlich gar nicht gesehen habe. Nach meiner Arbeitszeit wurde EL meist von Verwandten abgeholt und zu Verwandten gebracht, wo er dann abends war. Das heißt, dass ich auch die ganze Woche (das Wochenende auch) immer allein schauen musste mit einkaufen und essen machen. Das Haus versinkt in Chaos (ich habe nach meiner Arbeitszeit mit EL auch keine große Motivation hier noch immer zu spülen usw.) und sogar das Gasthaus wurde ein paar Mal vergessen. Alles in allem- die Situation in der Gastfamilie ist nicht angenehm momentan. Die Abende waren dann wie immer. Ich habe die Zeit genutzt,  Freunde zu sehen und mich abzulenken von dem Rest. Meist eher Jón oder Lucie, aber auch Viktoria habe ich jetzt Freitag Abend wieder für einige Stunden gesehen. Wir sind viel spazieren gegangen an dem Abend (und haben dabei fest gestellt, dass es nachts schon wieder fast dunkel wird teils).

 

Am Samstag waren ich mit -wer hätte es gedacht- Jón und Lucie „downtown“ Vestmannaeyjar unterwegs. Zuerst ging es, nachdem wir drei Mal die Öffnungszeiten verpasst haben, zur Vínbúðin. Das ist der einzige Laden, bzw. die einzige Ladenkette, in der man in Island Alkohol bekommt (und das nur ab 20, Trinken darf man ab 18). Man musste ja Vorräte für den kommenden Abend und nächstes Wochenende haben. Die Preise sind absolut extrem. (Wir haben knapp über 100 Euro umgerechnet ausgegeben, was aber auch daran liegt, dass eine Flasche Wein schon mal mindestens 18 Euro kostet und Hochprozentiges demnach knapp 30 pro Flasche) Danach waren wir mal bei 66°North, das ist so die isländische Ladenkette für Outdoorklamotten bzw. einfach Kleidung zum Überleben hier (jeder hat wirklich vieles davon, trotz wieder- extremer Preise. Jedenfalls haben die vor dem großen Festival nächste Woche (habe mein Ticket seit Donnerstag und wir haben mittlerweile auch alle überredet bekommen hinzugehen) so Fischerhosen (wasserdicht) in neongelb, neonorange, weiß oder schwarz für gar nicht so viel und uns wurde wärmstens ans Herz gelegt, so etwas anzuschaffen, weil es sonst ab dem zweiten Tag unerträglich matschig wird, auf dem Hügel zu sitzen usw. Wir beide wollten dann aber doch noch mal drüber nachdenken, letztendlich werden wir wahrscheinlich aber doch eine kaufen (ob wie Jón es gerne möchte- neongelb- mal sehen). Danach ging es weiter. Um ganz auszusehen wie alle Isländer hier, muss man einen Lopapeysa (traditionelle Wollpullis) anziehen. Bisher hatte ich keinen, auch wenn wusste, dass irgendwann einen kaufen will. Jetzt hat sich der Zeitpunkt angeboten. Endgültig gekauft habe ich keinen, aber heute oder morgen werde ich das noch erledigen.

Abends haben wir drei noch mit einem von Jóns engen Freunden (den ich auch schon ganz gut kenne) beisammen gesessen, bisschen getrunken und viel Just Dance getanzt :D.

Und so entspannt ging es auch weiter das Wochenende. Gestern habe ich zwar nochmal zwei Stündchen gearbeitet (Gasthaus), aber ansonsten auch den Tag mit rumlaufen, Filme schauen und verschiedene Freunde treffen verbracht.

Abends dann-ausnahmsweise mal- nicht Lucie und Jón sondern Viktoria und (sogar) Karolina getroffen, rumgelaufen und Tee getrunken.

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noch ein kleiner Freund

Das Gespräch handelte gefühlt großteils vom Festival nächste Woche und das ist aber nicht nur bei uns so, sondern alles ist in Vorbereitungen. Weiße Zelte werden aufgebaut, Kleidung gekauft, Pläne gemacht usw. Es sind, laut S, schon mehr Tickets als die letzten 20 Jahre oder so verkauft. Man rechnet mit 16.000-über 18.000 Besuchern, was damit mehr als das vierfache der normalen Inselbevölkerung wäre.

Auch, wenn ich nächstes Wochenende (dem Pizzarestaurant sei Dank) auch an den Wochenendstagen paar Stunden (4/5h) arbeiten muss, sollte das gehen. Ausschlafen geht einigermaßen und im schlimmsten Fall nehme ich meinen kleinen EL mit.

Donnerstag geht’s hier los. Da ist ein Konzert, aber noch unabhängig vom offiziellen Festival, also auch für die (wahrscheinlich 10) Bewohner, die nicht zum richtigen Festival gehen. Gestern wurde uns dann erzählt, dass das eigentlich so eine Art „Hook up-night“ ist, die den Sinn hat, jemanden für’s Festival zu finden. Egal, anschauen werde ich mir das trotzdem auf jeden Fall 😀

Und sonst, bin ich fleißig am Songtexte lernen (was halt nicht wie im Englischen mit zwei Mal Hören gemacht ist), damit ich wenigstens das diesjährige Festivallied und die Inselhymne mitsingen kann.

Ich zähle dann mal weiter die Tage runter- takk og Bless, vinum mínum.

Days #46-57: Es braucht keine Abenteuer

Heyhey an die treuen Seelen hier,

ich weiß, dass es jetzt nahezu 2 Wochen nichts gab. Das liegt einzig und allein daran, dass es relativ langweilig hier war. Viel passiert ist hier nicht.(Sorry schon mal im Voraus, dass ich alles durcheinander schmeißen werde, weil ich keine sinnvolle Ordnung in das zu Erzählende bekommen werde) ) Unter der Woche herrscht Alltag- was nicht unbedingt was schlechtes ist. Vormittags und nachmittags war das echt ziemlich stressig die letzten Wochen.

Letze Woche mit SB, die immer schwimmen wollte, Gasthaus, anderen Sachen und der Planung, dass ich es schaffe meinen Kleinen einzusammeln. SB ist dann Anfang der Woche nach Reykjavik gefahren, zu ihrem Vater und für ein Fußballturnier. Diese Woche war es dann besonders auf das Gasthaus bezogen sehr stressig, da jeden Tag ein Wechsel da stattfand und man das also täglich machen musste. Dazu waren die letzte Woche verschiedenste Besucher hier -am Wochenende Freunde von A, die eine, die ich vom Color Run kenne und Iris, bei der ich ja sogar mehrmals übernachtet habe- und unter der Woche kam V  zurück und brachte ‚Julla‘ (sozusagen die älteste Tochter von S, wenn auch nicht genetisch; Familienverhältnisse sind schwer zu verstehen..) mit her. Die ist 22, glaube ich, und wollte die Tage hier nutzen, um immer ihren kleinen Bruder, EL, abzuholen. Das hieß, dass ich bis inklusive Mittwoch den Kleinen kaum zu Gesicht bekommen habe.

Direkt nachdem A und S von der Arbeit kamen, nutze ich dann die Zeit meistens und „haue“ ab. Meist war ich dann mit Jón irgendwo oder habe mich welchen der 2,5 anderen Au-Pairs hier getroffen. 2,5 heißt, dass ich erstmals auch diese Karolina so einigermaßen kennengelernt habe (wir haben uns einen Abend alle zusammen getroffen) und Lucie, die neue hier seit einer Woche, mehrmals gesehen habe. Das Wochenende war dann ähnlich, ich war meist unterwegs und habe Leute getroffen.. Lucie ist übrigens 21, Tschechin und hat vor ihrem kurzen Aufenthalt hier schon sechs Monate als Au-Pair in Reykjavik und 6 Monate als Au-Pair in London gearbeitet und möchte hier nach auch eigentlich in Island bleiben und hier irgendwann studieren. Genau bei dieser Lucie sitze ich auch gerade in der Wohnung.

Das liegt daran, dass jetzt das berüchtigte Wochenende ist, wo das Gasthaus doppelt überbucht war. Also übernachte ich hier bei Lucie (die aber ab und zu arbeiten muss, aber halt ihre eigene Wohnung hat von ihrer Gastfamilie), während A nach Reykjavik ist, um SB zuzuschauen beim Fußball und S hier bei seiner Schwester unterkommt mit EL (bleibt hier wegen des Pizzarestaurants).  Das ist der Grund, warum die letzten beiden Tage so stressig war, musste doch alles weggeräumt werden (es sah aus, als ob ich ausziehe) und sauber gemacht werden musste. Auch musste ich öfter mal abends ‚arbeiten‘ oder wenigstens zuhause sein, da die Beiden wegwaren und EL schlief (habe dann meist Jon mitgenommen und wir haben irgendwas blödsinniges im Fernsehen geschaut). Damit schließt sich dann auch der Kreis zu dem gerade schon erwähnten Pizzarestaurant. Seit ich hier bin, schwebt diese Idee ja in der Luft rum und seit Anfang der Woche ist es offiziell und mit allen geklärt.  Die Beiden waren mehrmals da abends eingespannt, um Arbeiter kennenzulernen usw..

Gestern Abend musste Lucie arbeiten.. Das heißt, ich war mit Jón unterwegs. Da wir am Abend vorher beide Pokemon GO runtergeladen haben, sind wir natürlich rumgerannt, was zu einer ganz lustigen Situation irgendwie geführt hat. Also wir sind erst ewig rumgelaufen, am Wasser, am Gestein, überall (wobei mein Handy nicht wirklich mit dem Spiel klarkommt, es ständig crasht oder das GPS crasht, weswegen wir ständig warten müssen und ich mein Spiel neustarten). Jedenfalls hatten wir dann zufällig gesehen, dass Leute an zwei sehr nahen „Pokestops“ was hingeworfen hatten, um Pokemon anzulocken. Also sind wir da hin. Dort standen bestimmt 20-25 Leute mit Smartphone in der Hand. Dieser Anblick allein war schon sehr unterhaltsam. Viel besser kam es dann noch, als wir uns hingesetzt haben und halt wie immer auf englisch geredet haben. Ein Kerl hat uns dann halt gehört und angequatscht, was wir hier, wie gut wir im Spiel sind etc. Jedenfalls kam dann ziemlich schnell raus, dass er auch Deutscher ist (habe ihn gefragt, weil man gemerkt hat, dass der nicht Einheimisch ist.. Das lernt man echt gut zu unterscheiden und  sich auch anzupassen). Der Kerl kam aus Berlin selbst, auch 19 Jahre, Abi hat er 2015 gemacht und war dann ein halbes Jahr in Island für ein FSJ. Er fliegt zwar nächste Woche zurück, aber war zum Abschluss nochmal auf Vestmannaeyjar, um dann da Pokemon zu spielen. Wow, Zufälle gibt’s. 😀

Was gibt es sonst noch so.. Pauline ist wieder zurück seit einer Woche in Deutschland- viele Grüße auf jeden Fall, wenn du das hier liest; man sieht sich.

Kaddy beschäftigt sich immer mehr mit der isländischen Sprache (8 Seiten Vokabeln, eine Grammatik- die ist auch unmenschlich kompliziert- und eine Übersicht mit allen „Standardsätzen“) und versucht manchmal ganz einfache Sätze zu bauen („EL ekki borðar Kathi“-> „EL isst Kathi nicht“, wenn EL mal wieder versucht mich zu beißen 😀 ). Jón hat auch begonnen, manchmal isländisch mit mir zu reden, das funktioniert mehr oder weniger gut, aber der Wille zählt ja, oder? 😀

Und die Planungen für Þjóðhátíð, das Festival in zwei Wochen, laufen überall auf Hochtouren. 15-20.000 Menschen werden erwartet, wesentlich mehr als Einwohner hier. Die Einwohner bauen ihre bekannten weißen Zelte auf, in denen Leuten dann kommen können, in Kontakt kommen und meist Essen serviert bekommen (gekochte Puffins z.B 😦 ). Lucie geht auf jeden Fall mit mir hin (muss aber tagsüber auf die Kinder schauen..), Viktoria weiß noch nicht, weil es ihr zu viel kostet, Jón darf wahrscheinlich nicht (seine Mutter lässt ihn momentan kaum etwas machen..).. Aber mal sehen, das wird schon.

Und es ist merklicher dunkler nachts mittlerweile. Drei Wochen nach dem längsten Tag ist wenigstens eine Art Dämmerung Abends. Der Winter kommt, wie Jón das gestern kommentiert hat.

Ich entschuldige mich nochmals für die Unordnung in dem Blogeintrag. Nur wusste ich echt kein Konzept, da chronologisch erzählen keinen Sinn gemacht hätte. Zum Abschluss hier noch das einzige Bild, das ich in der Zeit gemacht habe:

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23:45 am 11. Juli

 

‚Vertu sæl!‘ an alle Frauen und Mädchen unter euch. ‚Vertu sæll!‘ an alle Männer und Jungs unter euch. Auf Wiedersehen! 🙂

Days #39-45: Der Wahnsinn hat ein Ende

Ich würde euch ja gerne, spektakuläre, tolle Sachen erzählen. Das einzig spektakuläre von meinem letzten Blogeintrag bis Donnerstag Mittag war aber der Island Sieg gegen England, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Ich würde jetzt ja erzählen, wie sich alle gefreut haben und was für eine Euphorie hier herrschte, in Angesicht des Viertelfinale heute denke ich aber, dass das falsch wäre. Island hat sich wohl besser geschlagen, als es alle vermutet haben. Sie haben sich überall in Europa Sympathien geschaffen und mit dem Kommentatoren einen weiteren Isländer berühmt gemacht. Danke Island für den Zusammenhalt und all die schönen Minuten; danke, dass ich das hier miterleben durfte! Und ich mein‘, wenn man 5:1 hinten liegt, trotzdem noch nicht ganz aufzugeben und am Ende noch mit dem 5:2 belohnt zu werden, ist doch immerhin auch noch was Schönes. Dazu kommt, dass hier mittlerweile Freude über das tolle Turnier und der Zusammenhalt aller  über alle Enttäuschung, dass keine zweite Sensation gelingen konnte, überwiegt. Also áfram ísland, hoffentlich hört man das „Huh“ bei der WM 2018 wieder in den Stadien!

Sonst war in der Woche auch eher normaler Alltag angesagt. Donnerstag Nachmittag war ich mit Viktoria dann nochmal im Schwimmbad. Abends sind wir ein bisschen durch den Ort gefahren. Da am Wochenende hier ein -später nochmal erwähntes und erklärtes- Fest war, gab es eine Art Bingospiel, bei dem man Zettel mit Nummern im Ort finden musste, die in Läden, Restaurants und öffentlichen Gebäuden versteckt wurden. Einige Zettelchen haben wir gefunden, ein paar andere fehlen uns leider.

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Freitag Mittag kam dann Pauline hier an (nach einem sehr, sehr arbeitsreichen, anstrengenden und chaotischen Vormittag) und da A angeboten hatte, EL aus dem Kindergarten abzuholen, konnten wir direkt die Insel erkunden. Dabei haben wir dann doch beschlossen, aus Gründen der Einfachheit das Auto zu nehmen. Also bin ich dann nach sechs Wochen Island das erste Mal Auto hier gefahren. 😀 Jedenfalls waren wir bei spranga (dieser Seilschwung-Inselsport), was leider wegen dem Wind und meinem begrenzten Talent darin schwer war, Pauline zu zeigen. Wir haben es dann auch bald aufgegeben und sind nach Stórhöfði, was der windigste Ort Europas ist und ein Vogelbeobachtungspunkt. Vor allem die typisch isländischen Papageientaucher (aka Puffins) soll man da natürlich sehen, was aber sehr schwer war an dem Tag. Nachdem ich Pauline inklusive Kamera weggelockt bekommen habe und einem kleinen Stop bei Bonús (Versorgung kaufen c: ), gab es dann Abendessen. Danach hatten Jón uns eingeladen zu einer Art „Party“, „Treffen“, was weiß ich. Jedenfalls waren wir den ganzen  Abend mit ca. zehn angetrunkenen, isländischen Freaks unterwegs. 😀 Auch wenn man natürlich oft nichts versteht, weil doch viel isländische gequatscht wird, finde ich den Abend echt ganz cool und es war schön mal ein paar Isländer kennenzulernen. Ein paar waren zwar etwas gruselig, aber einige auch echt nette Gesellen. Geschockt waren wir auch nicht von den Kerlen, sondern eher von den paar Mädchen (die wir nur 10 Minuten oder so gesehen hatten), die mindestens eine Tonne Makeup im Gesicht hatten und irgendwelche Glitzersteine. Wenn das hier normal ist in dem Alter, dann gute Nacht.

Samstag wurde dann nach dem langen Abend vor allem ausgeschlafen. Später ging es dann auf Wunsch Paulines ins Eldheimar. Das ist ein Museum zum Vulkanausbruch 1973, das ich auch noch nicht besucht hatte. Im Mittelpunkt steht ein Haus, das genau an dieser Stelle stand und in jahrelanger Arbeit aus den Vulkangestein- und Aschemassen freigebuddelt wurde. Es ist wirklich faszinierend, dass zu sehen- diese Kraft, die die Natur mit sich bringt. Vor allem erschreckend ist es, wenn man Kleider oder Stofffetzen in der Asche rumliegen sieht. Aber auch drumherum hat es sich echt gelohnt. Die ganze Ausstellung war super informativ (v.a durch einen Audioguide in allen möglichen Sprachen) und auch interaktiv. So gab es zum Beispiel eine Art Drehscheibe, wo eine Umdrehung den Zeitraum des Ausbruches zeigte, sodass man mitverfolgen konnte, was wie gemacht wurde, um den Ort zu retten und wo sich welche Krater/Spalten und sich neue Inselteile aufgetan haben. Auch gab es eine Art Sandkasten, wo man selbst das alte Dorf usw. ausbuddeln konnte. Besonders beeindruckend fande ich die Interviews mit Betroffenen und eine Karte, die die damaligen Inselbewohner zeigt und wohin diese, wann, in Island geflohen sind und wie viele zurückgekehrt sind (4.200 von damals knapp 5.400 oder so).

Anschließend sind wir dann noch ein bisschen durch eben diese neuen Teile der Insel gefahren und haben einen kleinen, nennen wir es, Leuchtturm gefunden, der dem Namen aber nicht wert ist.

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Eigentlich war dann geplant mit Jón und Freunden schwimmen zu gehen, was dann meiner Dummheit wegen gescheitert ist… Stattdessen haben wir dann ein bisschen Fernsehen geschaut, auf’s Abendessen gewartet und dann pünktlich um sieben natürlich Fußball geschaut. Man, war das nervlich anstrengend, dieses Spiel anzuschauen. Dann waren wir einen Film schauen bei Jón und um Mitternacht auf einem Konzert am Hafen (wo Jón nicht hindurfte :D). Das ist anlässlich des Festes Goslokahátíð (Wo wir wieder beim Thema sind: Das ist das Fest, wo das Ende des Vulkanausbruchs 1973 gefeiert wird) hier gewesen und ist so das Highlight dieses. Da haben sich wahrscheinlich 90% der Inselbevölkerung getroffen und getrunken und getanzt. Es waren alles gecoverte Lieder , aber meist isländische. Wir sind also viel rumgelaufen, haben uns umgeschaut und am Ende sogar einige von Jóns Freunden getroffen, die dann nochmal jedem von uns erzählt haben. Ich glaube, mittlerweile weiß jeder hier in dem Alter von den komischen Deutschen. 😀

 

Heute sind wir dann leider relativ früh aufgestanden, um noch zum Vulkan Erdfell hoch zu wandern. Ich kenne den zwar bereits, dachte aber, dass das was ist, was man gesehen haben sollte. Da der Vulkan aber eben schonmal hier vorkam und beschrieben wurde, belasse ich es hier dabei und füge nur vielleicht nochmal wenige Bilder an.

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Anschließend mussten wir uns etwas zurückbeeilen. Um 14:00 stand Ribsafari auf dem Programm. Das ist eine Tour mit einem Schnellboot, an der Insel entlang, in Höhlen und zu anderen Inseln. Obwohl ich mich mit dem dicken, gelben Anzug und der Rettungsweste ein bisschen komisch gefühlt habe, hat sich das ich gelohnt. Es war nicht nur sehr informativ, sondern auch einfach spaßig und wunderschön an manchen Orten. Zwar konnten wir keine Robben oder Wale sehen, die man wohl doch gar nicht so selten findet auf der Tour, aber empfehlenswert ist das alle Mal.

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Elefant?

Stressig war es danach wieder. Bis wir nämlich zuhause waren, war es 15:15. Da musste Pauline dann aber noch schnell packen, weil wir dann mit dem Auto Jón eingesammelt haben und nochmal zum spranga sind, damit er Pauline zum Abschluss nochmal zeigen kann, wie das richtig geht. Da er ja einheimisch hier ist und scheinbar mit vier Jahren das erste Mal an diesem Seil gehangen hat, sieht das bei ihm natürlich wesentlich cooler aus, obwohl es heute auch bei mir langsam Fortschritte gemacht hat. Er hat mir versprochen, mir das richtig beizubringen, bevor ich zurückmuss.

Dann haben wir die liebe Pauline zur Fähre gebracht. An dieser Stelle danke an dich für die schönen Tage hier im Land der Elfen und Trolle (hier ist jeder zweite Fels im Wasser ein versteinerter Troll und Löcher im Gestein Elfenkirchen) und auf ein Wiedersehen in Deutschland. Madame verlässt Island nämlich nächstes Wochenende schon und lässt mich hier allein ;). Der Rest des Sonntages war auch schnell vorbei. Ich war dann mit Jón und einem Freund, dessen Name ich nicht kenne, noch ein bisschen rumlaufen und dann war ja Fußball, wobei es hier auf der Insel das erste Mal richtiges Public Viewing gab, was echt schön war und ein tolle Atmosphäre bei wundervollem Wetter heute hatte.

Da ich keine Videos hier hochladen darf: Public Viewing- Huh! (Das war übrigens in der Halbzeit, also als man schon 4:0 hinten lag 😉 )

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Mit Viktoria habe ich am Wochenende eigentlich nichts gemacht, was auch daran liegt, dass diese jetzt in der Polin, die bei ihrer Familie wohnt, um hier zu arbeiten, jemanden hat, der immer um sie herum ist, sodass ich momentan nur an zweiter Stelle bin. Ich muss nun mal auch ehrlich sagen, dass ich manchmal lieber was mit Jón und Co. mache, da die einfach besser Englisch reden und ich da nicht drauf achten muss, ob ich mal ironisch oder sarkastisch rede.  Morgen beginnt dann eine neue Woche, mal sehen.

Danke für’s Lesen, bis bald. Bless!

Und hier noch ein Lied, dass ich an diesem Wochenende echt mehrmals hören durfte. Ein Lied zu dieser Insel und zu dem großen Festival im August (zum Festival 2012), was auch dafür entstanden ist. Aber irgendwie ist das so passend zu dem Leben hier auf der Insel! Lied 🙂

2016-Festival-Lied: Þjóðhátíð 2016

Days #35-38,5: Laufen und Schwimmen

Tag ihr wenigen Menschen,

Donnerstag ging’s es für mich ja schon sozusagen ins Wochenende und genau das ist auch der Anlass dieses Eintrags hier. 🙂

Donnerstag, 23. Juni. Vormittags habe ich noch ein bisschen ‚dies-und-das‘ gemacht, vor allem gepackt, um dann um 13:30 die Fähre nach Landeyjahöfn zu nehmen. Da dann (mal wieder) in den Bus (mittlerweile bezahlbar, weil ich ja natürlich noch 17 bin und Kindertickets nur die Hälfte kosten ;D ) nach Reykjavik. Nach zwei Stunden durch die Weltgeschichte und ein paar Missverständnissen mit Pauline hat sie mich dann doch gefunden am Busbahnhof Mjódd. Da war es gerade knapp 17 Uhr, sodass wir noch ziemlich lange Zeit hatten, bis wir wirklich zum Run mussten. Also sind wir erst noch Pizza essen gegangen, auch weil ich ziemlich Hunger hatte, und danach noch in der Innenstadt in ein kleines Café. Gegen 19:30 sind wir langsam los ins Laugardalur -das ist ein Park, ein Tal, ein Bereich, keine Ahnung- in Reykjavik, wo das ganze Spektakel stattfinden sollte. Laugardalur ist gefüllt mit allem möglichem, vor allem in Sachen Sport. Da ist zwar auch ein Tierpark, aber vor allem ist dort das Nationalstadium Islands, Laugardalsvöllur, in dem zwar auch im Ligabetrieb ein reykjaviker Verein spielt, aber, wo im Falle auch internationale Spiele (Freundschaftsspiele etc.) der Nationalmannschaft stattfinden. Wenn man schon mal in einem deutschen Stadium war, wirkt das aber eher wie das Stadium eines deutschen 3. oder 4. Ligisten. Ich selbst war ja bisschen nur in Mainz (coface/Opel-Arena) im Stadium mit seinen beschaulichen ca. 35000 Plätzen und selbst das wirkt verglichen mit den 15000 Plätzchen in Laugardalsvöllur riesig. 😀

Außerdem ist dort eines der größten Schwimmbäder und eine große (Sport-)Halle, die bei uns für die Anmeldung zum Run genutzt wurde. Nachdem wir dann ziemlich früh Startnummer und Zeitchip abgeholt hatten, hatten wir genug Zeit noch ein T-Shirt vom Lauf zu kaufen (schwarz mit einer Weltkugel drauf, bei der Island hervorgehoben ist) und uns in Ruhe fertig zu machen. Kurz nach 21 Uhr wurde es dann nämlich überall hektisch, 21:20 startete der Halbmarathon ja dann. Nach ein bisschen anfeuern zu Beginn, warteten wir dann einfach draußen bis 21:50 die 5km starteten, der Lauf mit den meisten Teilnehmern (übrigens ca. 3000 zusammen bei allen drei Distanzen, 1/3 davon nicht aus Island!). Zum Lauf selbst gibt es nicht viel zu sagen. Man merkt halt recht schnell, wenn man lange kein Sport mehr gemacht hat und eigentlich nie in seinem Leben ernsthaft gejoggt ist. Trotzdem waren wir für unsere Verhältnisse gut in der Zeit, haben uns leider am Ende mit dem Ziel vertan, sodass wir nochmal einiges an Zeit verloren haben. Eine Zeit knapp unter 30 Minuten hätten wir schaffen können, aber haben wir halt auf den letzten 500m noch weggegeben..So sind es jetzt ca. 30:30 bei uns beiden geworden und Plätze im (teils oberen) Mittelfeld in eigentlich allen Kategorien. Damit sind wir, glaube ich, beide ganz zufrieden. Nach ein bisschen Ankommen und Entspannen sind wir dann in dieses berüchtigte Schwimmbad dort (Teilnehmer hatten freien Eintritt) und haben da noch ein bisschen geplantscht (war überhaupt nicht voll, nein). Irgendwann haben wir uns dann doch motiviert uns Richtung Auto zu bewegen.. Bis wir also in Reykjavik gestartet sind war bestimmt schon halb eins morgens.. Da Pauline in einem Ort nahe Keflavik, wo der internationale Flughafen Islands ist, wohnt, hatten wir noch knapp 45 Minuten Fahrzeit zu uns, sodass es natürlich ein ziemlich langer Tag war.

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Logo des Laufes
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Die „Midnight Sun“ // 00:18 Uhr

 

Wie man hier ja auf dem Bild sieht, gab es leider gar keine Mitternachtssonne zu sehen. Leider waren alle Tage hier um den längsten Tag des Jahres so bewölkt, dass man leider nichts davon erahnen konnte..

Freitags bestand dann vor allem aus mit ihren kleinen Au-Pair-Kiddies (2 und 7) zu spielen bzw. abzuholen aus dem Kindergarten. Abends waren wir dann noch in Keflavik in einem kleinen, sehr gemütlichen Café und haben einfach die Ruhe und den Abend genossen. Früh im Bett waren wir dann natürlich wieder nicht, sodass wir den Vormittag des Samstages verschlafen haben und nach dem Mittagessen erst los sind. Plan war es, nach Reykjadalur zu wandern (auch wenn Pauline da schon mehrmals war, aber nie am Ziel sozusagen). Also erstmal 1,5 Stunden Autofahrt nach Hveragerði, wo wir dann gelernt haben, dass da ein Blumenfest war, sodass einiges los war im Ort. Etwas außerhalb beginnt dann aber die Wanderroute nach Reykjadalur (knapp 3-3,5 km). Hinzugs haben wir etwas die Strecke, unseren Muskelkater und die Steigung der Berge unterschätzt, sodass der Weg wirklich Nerven gekostet hat. Zwar war die Umgebung ganz schön, aber so wirklich Highlights gibt’s halt nicht (gibt schon schönere Orte in Island). Nach knapp einer Stunde näherten wir uns aber dem Ziel. Der Fluss war schon mal wenigstens lauwarm und wir wurden mit zahlreichen Schildern vor heißen Quellen und Wasser gewarnt (und es hat alles nach Schwefel gerochen, wow.). Kurz danach war es erreicht; der heiße Fluss. Das war ein seltsames Bild. Auf der einen Seite des Flusses waren Leute in dicken Jacken, Wanderschuhen und Mützen; auf der anderen Leute in Badeklamotten. Ich würde den Ort schon als besuchenswert bezeichnen. Es ist einfach ein besonderes Gefühl, bei Wolken und 8/9°C Außentemperatur in einem kleinen, ca. 30-35°C (je nachdem wie weit du dem Fluss folgst ab da) Fluss zu liegen in Island umgeben von Bergen. Er ist zwar nicht tief, aber man kann drin liegen oder auch sitzen. Es dauerte demnach auch, bis wir uns wieder da raus begeben haben, um zurück zu laufen. Bis wir dann wieder nahe Reykjavik waren, war es dann schon knapp 20 Uhr.

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Ein Minigeysir?
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rauchender Boden
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Schild
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Reykjadalur
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Reykjadaur
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Reykjadalur

 

Wir hatten einen Plan für später, aber noch ein bisschen Zeit. Also sind wir nach Nautholsvík. Das ist ein Strand in einer Bucht Reykjaviks. Dort wurde irgendwann mal künstlich Sand aufgeschüttet, da dort das Wasser wegen einer Anlage in der Nähe geothermal geheizt ist.. Zwar sind das nur 16-19°C, aber wärmer als der Rest Ozean. Trotzdem sind wir zwei frierenden Mädels da nicht schwimmen gegangen, sondern relativ bald weiter gefahren.

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So. Am Tag vorher hatten wir Internet gelesen, dass es wegen Jónsmessa (Mittsommernacht, wo der Himmel und die Sonne rot leuchten sollen) Wanderungen und Konzerte an dem Abend gab. (Übrigens hat man nichts von dem Phänomen gesehen- war wieder alles dunkel bewölkt.) Eine davon führte zur bekannten Blauen Lagune (Bláa Lónið), wobei für diese Wanderer der Preis halt nur die Hälfte oder so des sonstigen Preises war. Die blaue Lagune ist eins der größten Touristendinge und mittlerweile arg auf Luxus getrimmt (normal ca. 60 Euro Eintritt). Wir haben dann auch geschafft diesen Wanderertarif zu bekommen (ca. 30-35 Euro), wenn auch etwas glücklich. Das Wasser hat so eine weißbläuliche Farbe und soll für die Haut sehr gut sein, für die Haare allerdings gar nicht. Mit richtig Schwimmen ist also nicht viel. Ich persönlich fand das schon ganz schön und einfach mal eine schöne Erfahrung (ist halt auch so ein „Must-do“ in Island sozusagen), würde dafür aber nicht den normalen Preis bezahlen und sowieso nicht noch ein zweites Mal.. Also haben wir von 22 Uhr bis ein Uhr morgens das ausgenutzt (am Ende in strömendem Regen und Nebel). Wieder spät ins Bett und morgens musste wir dann um zehn aufstehen, weil wir ja noch 45 Minuten nach Reykjavik fahren mussten und ich schon den Bus um 12:00 genommen hab‘. So war ich dann nämlich 15:20 wieder auf meiner Insel und konnte das Deutschlandspiel noch schauen. Danach war außer Skype, Abendessen und einem Film mit Viktoria und Jón nichts mehr besonderes los.

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Draußen vor der blauen Lagune
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Blaue Lagune

Heute, Montag, ist ja jetzt auch schon bereits 13:30 isländischer Zeit. Und nein, ich habe noch nichts sinnvolles gemacht außer den Blogeintrag hier zu schreiben und zu arbeiten. Vielleicht kommt Paulin nächstes Wochenende zu mir auf die Insel; sie fliegt dann nämlich auch bald wieder nach Deutschland zurück. Und sonst, ist nicht viel geplant.

Bis bald. Man sieht sich. 🙂