Days #81-88: ein bisschen von allem

Sæll og Sæl!

Ich tippe dann mal wieder ein bisschen was zu meinem Leben hier runter.. Auch, wenn oben es mit der 81 anfängt, war der Sonntag ja nach dem letzten Blogbeitrag nicht ganz vorbei. Nachmittags konnte ich mich selbst mal zum Schwimmen gehen und damit wenigstens etwas Sport machen durchringen. Und auch Abends hat sich dann nämlich noch was ergeben und zwar war ich erst mit Karolina und paar Freunden von ihr spazieren (Ist irgendwie komisch, wenn man da dann bedenkt, dass die alle mindestens  fünf Jahre älter sind…) und dann noch Pokemon fangen für und mit Jón..

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Über Montag gibt es nicht zu berichten. Meine Gasteltern konnten die Nachtschichten im Restaurant nicht füllen, sodass ich den Kleinen vom Aufstehen (8:30) bis zum Schlafengehen (22:00) hatte. Glücklicherweise hat er sich an dem Tag sogar ganz gut verhalten und es war allen kein allzu großes Drama. Dienstag war es ähnlich. Also an sich hatte ich den gleichen Tagesplan, weil jemand sich krankgemeldet hatte und es keinen Ersatz im Restaurant gab. Allerdings durfte ich da EL mal zwei Stündchen in den Händen vom großen Bruder V lassen, sodass ich dort mal raus gekommen bin und mit Viktoria schwimmen war. Mittwoch war dann alles etwas normalisierter, sodass ich nach 17 Uhr nicht mehr arbeiten musste. Viel geplant hatte ich aber nicht. Ich war dann zwar noch ’n Stündchen mit Jón draußen spazieren, aber den wirklichen Abend saß ich einfach tot von den beiden vorherigen Tagen in meinem Bett.

Mit der Aussicht darauf, dass EL Donnerstag Morgen mit Verwandten auf einen Wochentrip fahren sollte, bin ich schlafen gegangen. Natürlich hat das, wie hätte es anders sein können, nicht funktioniert. Da lag aber die Schuld weder bei meiner Familie noch bei irgendwem sonst, dass war einfach ein verdammt tragischer und unglücklicher Zufall. Jedenfalls konnte das alles nicht so wie geplant stattfinden, sodass ich bis 20 Uhr  mit meinem kleinen Chaoten war. Letztendlich haben die dann in anderer Besetzung als geplant die 21:00 Uhr Fähre genommen, sodass EL dann bis Sonntag (3 Tage statt 7) nicht zuhause war.

Donnerstag Abend war ich dann noch bei Lucie und wir haben im Endeffekt nur einen kurzen Film geschaut, weil wir beide ziemlich fertig waren. Die Woche war bis dato ziemlich viel für mich. Das waren weit mehr Arbeitsstunden als es eigentlich pro Tag oder Woche sein sollten (es kamen noch 6 an den beiden nächsten Tagen dazu). Teils habe ich mich echt wie die Mutter gefühlt von Kleinem, wenn ich mich den ganzen Tag um ihn gekümmert habe). Auch sonst ging und geht es mir nicht wirklich gut, da mir einfach einige Sachen zu viel sind.

Freitag war dann, wer hätte es gedacht, relativ ruhig. Ich habe noch ein bisschen Haushalt gemacht (es ‚wohnt‘ momentan jemand hier, der auch recht viel erledigt hatte) und das Gasthaus. Abends war dann eine Abschiedsparty für Lucie. Lucie verlässt die Insel hier innerhalb der nächsten beiden Tagen, um in Ostisland zu arbeiten. Da sie Samstagabend arbeiten musste, war das dann alles recht kurzfristig am Freitag. Außer den „üblichen Verdächtigen“ (Jón, Viktoria, ich und eben Lucie), waren noch einige Freunde von Jón da (von denen ich drei schon ganz gut kenne). Einen (der einzige, den ich nicht kannte) hatte noch seine Freundin mit dabei, die aus Großbritannien kommt. Ich habe nicht so ganz herausgefunden, wie die sich kennengelernt haben oder wie oft die sich sehen etc., aber jedenfalls habe ich mich vor allem mit ihr anfangs sehr viel unterhalten (wir hatten mit Basketball und Windsurfen sehr schnell zwei Themen gefunden 😀 ) und dann später mit Alkohol wurde auch mehr zusammen geredet (und getanzt..). Kurz nach Mitternacht beschlossen einige, dass wir doch in den Pub gehen sollten. Irgendwie haben wir aber auf dem Weg dahin Jón sowie das Pärchen verloren. Angekommen wurde ziemlich deutlich, was wir alle schon wussten: In Island wird samstags gefeiert und freitags ist ausgehen nicht so normal. Lucie, Viktoria und mir war das aber zu langweilig, sodass wir zurück gehen wollten.. Wobei wir wieder Jón irgendwo auf der Straße getroffen haben und so weiter. Jedenfalls bin ich am Ende mit zwei Mädchen geblieben, die ich vorher nicht kannte, und mit denen bei noch mehr fremden Leuten gelandet und um halb sechs morgens dann zuhause. Das ist wirklich so typisch. Egal, mit wem oder wohin ich hier gehe, am Ende lande ich mit immer anderen Bekannten von Jón irgendwo, aber immer ohne ihn selbst.

Nachdem ich wenigstens paar Stunden Schlaf hatte (und das Gasthaus gemacht habe) war ich mit Viktoria „schwimmen“ aka draußen im warmen Wasser rumliegen. Abends haben wir dann noch zu dritt (als Viktoria, Jón und ich) den ersten Teil des ersten Herr der Ringe Films geschaut (weil mir gedroht wurde, dass ich nicht zurückfliegen werde, wenn ich nicht alle drei Filme gesehen habe…). Den zweiten Teil haben wir nicht geschafft, einfach weil wir alle nahezu eingeschlafen wären beim schauen (und ich Sonntag wieder früh aufstehen musste).

Denn Sonntag stand -das war sogar mal frühzeitiger geplant als das letzte Mal- wieder ein Trip mit Andrea an. Diesmal begleitet uns noch Lilli. Das ist ein deutsches Au-Pair, die seit zwei Wochen in Reykjavik ist und wir beide kennengelernt haben. Und so musste Andrea nicht die 2,5 Stunden zum Fährhafen allen fahren. Leider war das Wetter an diesem Tag ziemlich „isländisch“, sodass es verdammt nebelig war, fast permanent in Strömen geregnet hat, gestürmt hat und kalt war.

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Landeyjahöfn
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Langweile

Trotzdem musste wir ja das beste raus holen. Geplant war Richtung Osten zu fahren, da wir alle in dieser Richtung noch nicht wirklich waren. Am ersten Stop, Skógafoss, war ich aber doch schonmal (ganz am Anfang), und außerdem war es wieder so touristisch überfüllt, dass wir da nicht lange bleiben wollten.

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Alles was danach kam, war auch für mich neu. Knapp eine halbe Stunde von dort war Dyrhólaey. Das ist eine Art kleine Halbinsel und ist vor allem für die schöne Aussicht und einen Felsen bekannt, der durch ein großes Loch ein bisschen was von einer „natürlichen Brücke“ hat. Die Aussicht war dort wirklich wunderschön. Und auch wenn schon einige Touristen unterwegs waren, hat sich das sehr gut verteilt auf verschiedenen Felsen..

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Dazu kam, dass wir eine Seerobbe im Wasser gesehen haben, was für uns auch echt cool war.

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Danach ging es weiter nach Vík (í Myrdal) vorbei an verschiedenen Gletschern und Vulkanen. Das ist ein kleines Städtchen -und das südlichste Islands auf dem Festland- mit knapp 300 Einwohnern, aber touristisch echt wichtig. Erstens ist es ganz bekannt für die wahrscheinlich zwei schönsten schwarzen Stränden Islands und einige echt große Felsen im Meer vor der Stadt. Ganz nah an die dran kamen wir leider nicht, weil der Strand dort gesperrt und überwacht war (weil der verdammt gefährlich ist. Scheinbar unterschätzen viele den Ort und gehen nah an das Wasser ran. Bei Sturm kann es aber sein, dass von einem Moment auf den nächsten eine Welle 10 meter höher ist und dich mitnimmt. Der Ort ist für sehr starke Strömungen bekannt, sodass da keiner dann wieder rauskommt und es da mehrere Todesfälle wohl schon gab..). Zweitens ist das der einzige richtige Ort mit Supermarkt wenigstens zwischen Hvolsvöllur (westlich von Landeyjahöfn) und Höfn (was bestimmt 5 Stunden Fahrt sind), sodass hier oft ein Zwischenstopp ist. Wir wollten hier auch was essen und nach ca. einer Stunde Schlage stehen, haben wir auch irgendwas bekommen. Es war zwar essbar, aber  nervig war das ganze Chaos auch. Dann ging es kurz zu einem der Strände und dann weiter immer die Ringstraße entlang Richtung Osten.

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Vík

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Ein ganzes Stückchen weiter und einige Kilometer auf einer ungeasphaltierten Straße mit metertiefen Schlaglöchern kamen wir (fast, wir konnten nicht alles fahren, weil irgendwann ein F Straße daraus wurde und damit nur noch für Geländewagen befahrbar) bei Fjaðrárgljúfur an. Das Ding mit dem unaussprechlichen Namen ist eine Schlucht/ein Canyon. Das ist jetzt nicht so unglaublich besonders, aber schon echt schön und nicht ganz so überfüllt. Leider hat auch genau dort das Wetter gar nicht mehr gewollt, sodass wir nach einer Stunde „wandern“ und Fotos machen von oben bis unten klatschnass waren, weil auch Regenjacken und Mützen keine Lust mehr hatten auf das Wasser. An vielen Stellen konnten man von den befestigten Wegen abweichen und auf Felsvorsprünge laufen. Dort oben zu stehen, wenn es direkt vor dir verdammt tief runter geht, hat auch seinen eigenen Reiz.

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Wie schon erwähnt, war unser Aufenthalt nicht allzu lange und es ging bald weiter. Vorbei an Kirkjubæjarklaustur (ein kleines Örtchen) ging es noch zu zwei relativ unbekannten Sachen. Nummer eins war der Foss á Siðu, ein kleiner Wasserfall, der wirklich nicht viel zu bieten hatte.

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Und wenige Meter weiter war Nummer zwei, Dverghamrar (Zwergen Felsen). Das waren wirklich nur zwei Felsen am Rand der Straße. Allerdings war da (ebenfalls typisch Island) das Wetter wieder besser und wir waren allein da. Nachdem wir also gefühlt eine Stunde wie Kleinkindern zwischen und auf den Felsen rumgerannt sind und geklettert sind, ging es dann wieder zurück.

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Das Ziel, vielleicht noch einen der Gletscherseen mitnehmen zu können, haben wir leider nicht geschafft, da ich die 19:45 Fähre nehmen wollte und die anderen beiden ja noch zurückfahren musste und nicht erst mitten in der Nacht ankommen wollten. Also haben wir uns wieder aufgemacht zurück (waren etwa drei Stunden von dort) und sind nach kurzem Cafézwischenstopp in Vík um halb acht in Landeyjahöfn gewesen.. Die ersten Frage vor Ort war dann, ob die Fähre überhaupt geht, da es auf dem Rückweg wieder sehr regnerisch und vor allem stürmisch war, was glücklicherweise der Fall war. Die Fahrt war eine Katastrophe, da die Fähre komplett voll war und ich nicht raus gehen konnte, weil der Wind und das Wasser dir einfach zu stark ins Gesicht gepeitscht hat. Ich kam dann mit Verspätung irgendwann komplett durchnässt, durchgefroren und mit Übelkeit (ich kann dieses Schaukeln nicht gut vertragen) an und habe den Rest des Abends im Bettchen gelegen. Auch am Sonntag kamen EL und SB (nach 5 Wochen in Reykjavik) zurück, sodass mal wieder alle beisammen sind.

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Sicht auf Gletscher bei der Rückfahrt

Heute war wieder ein einigermaßen normaler Tag gewesen. Irgendwie macht der Kindergarten auf einmal doch erst Donnerstag wieder auf, sodass EL jetzt natürlich noch drei Tage mehr hier bleibt. Anfangs war es wie erwartet echt schwer, weil er sich im Beisein von SB völlig danebenbenommen hat, aber das hat sich später etwas beruhigt und sie ist dann auch nachmittags nicht mehr hiergewesen.. Am Abend jetzt war ich ein bisschen mit Viktoria unterwegs, Eis essen, Fotos und am Ende doch wieder heiße Schokolade trinken und quatschend auf meinem Bett sitzen… 😀

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ein Vulkan?

Und noch zum Thema Fähre btw. Ich habe ja erwähnt, Angst gehabt zu haben, dass die Fähre nicht geht. Gestern fuhren zwar noch alle Fähren, nachdem sich heute das Wetter aber keineswegs verbessert hat, sind heute Vormittag alle Fähren ausgefallen und nachmittags wurde je ein Trip zum Festland und zurück angeboten -aber nach Þorlákshöfn. Das ist ja der Hafen mit dem drei Stunden Trip, der außerhalb der Sommermonate benutzt wird, weil Landeyjahöfn nunmal bei nicht gutem Wetter unbrauchbar wird. (Habe das mitbekommen, weil es Chaos mit den Touristen vom Gasthaus gab, die festsaßen auf dem Festland oder hier..) Unbegründet ist die Sorge also nicht unbedingt.

Das war’s auch, glaube ich, mit erzählen. Man sieht sich, tschüss. 🙂

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