Days #11&12: Heimatvulkan?

Da war das Wochenende dann auch schon vorbei. Gestern war wieder ein relativ normaler Tag. Morgens und Mittags dies und das, bisschen Haushalt gemacht. Nachmittags war ich dann den Kleinen abholen. Es war endlich mal wirklich gutes Wetter, die Sonne schien, es waren 10° C und wirklich nahezu „Windstille“. Das hat man auch gemerkt, weil es auf einmal vor Leben nur so blühte. Die Isländer genossen das Wetter, als gäbe es nie wieder Sonne. Überall waren Leute unterwegs, saßen und unterhielten sich, machten Yoga auf der Wiese oder Gruppenspiele (das waren 30 Kinder/Jugendliche). Ich habe auch die deutsche Sprache mal hier gehört gestern (auch wenn ich 10 Minuten brauchte, dieses tiefste Bayrisch als Deutsch zu identifizieren). Mit dem Kleinen haben wir auch relativ lange auf dem Spielplatz gespielt. An sich bis jetzt nichts besonderes. Abends gab es dann u.a Fisch zu essen, der wohl scheinbar auch von der Insel selbst kommt und von A. zubereitet wurde. Das Schönste gestern war aber der Ausflug, der um 21 Uhr startete. Es ging zum Erdfell (dem neueren Vulkan der Insel).. Der Weg hoch ist gar nichts allzu weit, aber stellenweise sehr steil (und sandig sowieso), sodass man gut und gerne mal ein bisschen rumgerutscht ist. Von oben war die Aussicht wirklich wunderschön  (in alle Richtungen) und auch der Gedanke daran, gerade auf einem aktiven Vulkan zu stehen, ist nicht alltäglich. Dass das eben nicht nur ein ’normaler‘ Berg ist, hat man in dem Falle übrigens an rauchendem Boden und heißen Steinen/Löchern gesehen. 😀

 

Danach sind wir über einen komischen, sandigen, sehr schmalen Weg (wahrscheinlich als Wanderweg vorgesehen 😀 ) und dann doch noch über eine ‚Straße‘ zu einer Koppel gefahren, da mit dem Auto eine Rolle/Sack Heu auf das Feld gezogen wurde. Und obwohl ich kein großer Pferdefan bin, diese Islandponys hier überall sind schon extrem süß (diese 5/6 für die das Heu war, gehören (glaube ich) der Schwester plus Mann von S.).. Bis wir zurück waren, war es auch schon 22:40 und der Tag damit soweit zu Ende.

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Heute gibt es wieder eigentlich absolut nichts zu erzählen, es war soweit alles wie immer.. Morgens dies und jenes machen, nachmittags den Kleinen holen, mit ihm diskutieren über den Heimweg. Zuhause versuchen mit ihm zu spielen und in von der Tatsache abzulenken, dass sein geliebter „Pabbi“ draußen arbeitet und keine Zeit für ihn hat und die Schwester Fernsehen schaut. Allerdings habe ich jetzt eine isländische Simkarte und Nummer (mobiles Internet, yey!) und Tortillapizza (war sogar echt gut) probiert! Und jetzt sitze ich hier und habe (zum ersten Mal) wirklich wenig Motivation gehabt, was zu schreiben; hätte es aber ganz vergessen sonst.

Also danke für Lesen, tank fyrir und tschüss! 🙂

 

Ach und ich hatte noch gesagt, einige von Paulines Bildern nachzureichen, sobald ich diese habe. Also jetzt noch vier Bilder vom Sonntag und dem Trip nach Selfoss/Nesjavellir und so. „vellir“ heißt auch doch nicht Tal, was ich das letzte Mal unserer Vermutung nach geschrieben habe, sondern Ebene. Ob das jetzt einen großen Unterschied macht, naja.

Übrigens planen wir beide schon, wie man sich nochmal besuchen kann oder ob wir einen Trip zu den Westfjords machen sollen im Juni/Juli. 😉

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Wegweiser
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Blick auf den See
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Wenn Bilder zusammen schiefgehen 😀
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Schafe auf der Straße- Rückweg
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Day #10: Irgendwo im Nirgendwo

Gestern war um 7:30 Aufstehen angesagt. Natürlich hat meine Zeitplanung nicht so ganz geklappt, sodass ich nicht um 8 Uhr losgegangen bin zur Fähre, sondern schlussendlich um 8:10 von meiner Gastmutter hingefahren wurde. Trotzdem war ich ja schlussendlich rechtzeitig auf der 8:30 Fähre, die dann nach einer halbe Stunde Fahrt in Landeyjahöfn angekommen war. Halb 10 sollte der Bus gehen, sodass ich mich noch ein bisschen dort umgeschaut habe. Landeyjahöfn ist kein Ort, da wohnt auch absolut keiner, das ist wirklich nur der Fährhafen selbst (der auch nur im Sommer angefahren wird, im Winter müssen die drei Stunden von der Insel an das Festland fahren). Die Gegend dort schien lange „unbrauchbar“ für einen Hafen zu sein (der Hafen existiert seit 2010) und genau deswegen war es dort eigentlich ganz schön. Sobald man ein Stückchen läuft, ist man an menschenleeren, schwarzen Stränden oder steht in einer Art Sumpf-See-Gebiet. Jedenfalls kam der Bus früher, also habe ich eigentlich nichts gesehen von Landeyjahöfn.

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Fähre bei der Ausfahrt aus dem Hafen Vestmannaeyjar

Im Endeffekt war das Busfahren ganz entspannend, war ja auch nur 1h und ein bisschen (Bus hatte wie die Fähre Wlan, was natürlich auch ganz schön ist). Auch das Treffen mit Pauline hat gut geklappt (auch weil der Bus an einer unübersehbaren Tankstelle hält). Die wichtigste Frage stand aber bevor: Was tun wir jetzt? Wir entschlossen uns erstmal Selfoss (der Ort, nicht der gleichnamige Wasserfall im Norden, wie schon manche vermutet haben) zu erkunden, um enttäuscht zu bemerken, dass alles, was der Ort zu bieten hat, unschön oder an der Haupt-/Ringstraße gelegen ist, sodass es einfach nicht interessant ist. Also sind wir zu einem Vulkankratersee losgefahren, von dem ich vorher schon gelesen hatte (und dass das Navi auch kannte); dem Kerið Krater (auch eingedeutscht/-englischt unter Kerid Crater zu finden). Man konnte sowohl „oben“ rundrum laufen, als auch unten direkt am Wasser, wobei man sagen muss, dass vor allem das unglaubliche Blau des Wassers das Ganze so schön gemacht hat.

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von oben
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am Wasser
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unten

Obwohl es gerade 12:30 war, haben wir dann beschlossen, was zu Mittag zu essen, wofür wir wieder zurück nach Selfoss gefahren sind, um in einem kleinen, gemütlichen (auch essbaren) Café/Restaurant gegessen haben. Danach stellte sich wieder die Frage, was wir noch machen sollen. Das Navi ihres Tablets hat uns „Tourismus und Natur“-Sehenswürdigkeiten in der Nähe vorgeschlagen, wovon aber nichts wirklich gut/interessant etc. klang. Nesjavellir hatte wenigstens ein paar undefinierbare google-Bilder, also war der Entschluss, dorthin zu fahren. Was genau das ist, wussten wir nicht. Jedenfalls sind wir in den 30 Minuten Fahrt mehr Schotter- und Sandstraße gefahren, als asphaltierte Wege und dauerhaft Slalom bei, auf, ab und um irgendwelche Berge (immer 15% Steigung), um mitten im Nirgendwo anzukommen. Ein kleiner Parkplatz am Straßenrand mit ein paar Wanderschildern. Gut, 3,6 km nach Nesjavellir zeigte uns eines an und da dies ja eigentlich das eingegebene Ziel war, starteten wir „rote“ Stöcke als Wegmarkierungen zu suchen. Wir kamen an unglaublich faszinierenden Orten vorbei und vor allem ständig wechselnder Landschaft. Erst sind wir im Matsch bei Bergen und nahe einer ‚Schlucht‘ rumgekraxelt (das trifft es besser, richtige Wegen waren das meist nicht). Dann auf einmal durch den Schnee/Eis gelaufen, dass Treppen, die es anfangs noch gab, überdeckten und einmal über ein ganzen Schneerücken (so groß, dass wir erst an einen kleinen Gletscher dachten :D), um danach wieder in tiefere Gebiete zu kommen und in eine Mooslandschaft zu kommen. Jeder Fleck Gestein war von einer hohen Moosschicht bewachsen, auf der du so eingesunken bist beim Laufen, dass das der Vorstellung des Laufens auf Wolken nahekam. Und obwohl an einem Schild kurz vorher nur noch 1,6 km standen, liefen wir weiter, immer Richtung Tal und See und sahen noch mehr Wegmarkierungen. Da wir aber zu meinem Bus wieder in Selfoss sein mussten, ging es für uns dann doch zurück (wir sahen die letzte Wegmarkierung dann auf der Rückfahrt am Straßenrand, zählt das?). Mit der Zeit hatten wir dann auch verstanden, dass vellir wahrscheinlich Tal heißt, was unsere Route erklären würde. Schlussendlich hat sich die Fahrt dorthin echt gelohnt, denn zum ersten Mal hatte man das Gefühl von Freiheit, da keine Menschenseele dort war und man einfach Island erlebt hat- nicht nur dass was jeder kennt, sondern eben das andere Island. Das Island, in dem auf dem Rückweg einfach Schafe und Lämmchen auf der Straße rumlaufen.

Den Bus haben wir auch noch geschafft (auch wenn wir da echt Zweifel hatten oft) und um 18:45 war ich wieder Landeyjahöfn. 19:20 bin ich auf die Fähre zurück, sodass ich da dann noch Zeit hatte, den wunderschönen schwarzen Strand zu besuchen und auf einem Felsen im Meer stehend, das weitere Ufer, das Meer und schlussendlich auch Heimaey/Vestmannaeyjar, was irgendwie schon ein süßer, schöner Ort ist.

 

Mein Handy hat in den Bergen übrigens irgendwann gestreikt, sodass mir einige Bilder vom z.B Moosfeld etc. fehlen. Wenn ich die Bilder von der lieben Pauline kriege, liefer ich diese vielleicht am Ende des nächsten Eintrags nach, mal sehen. 😉

Days #8&9

Also..

Gestern, Freitag, war wieder ein Tag wie jeder Andere. Ich habe ein bisschen hier Ordnung gemacht und nachmittags den Kleinen eingesammelt. Trotz dem Vorfall am Donnerstag wollte die Schwester unbedingt mit, was ich nur eingewilligt habe, da wir sein Dreirad mitgenommen haben und ihn somit zur Fortbewegung „drängen“ konnten. Das hat auch soweit funktioniert, er hat auch weitestgehend ruhig vor sich hingespielt später.. Da die Mutter unten mit Kopfschmerzen im Bett lag, war der Plan ihn ruhigzuhalten, was -entgegen der Erwartungen- mit Fernsehen ziemlich schlecht funktionierte. Stattdessen ist der Junge glücklich, wenn du ihm (YouTube-) Videos von Baggern zeigst, da ist das Interesse unglaublich groß. Jedenfalls ist die Schwester direkt als der Vater kam, mit diesem einkaufen gegangen. EL hatte den Wagen gesehen und wollte zur Begrüßung des Vaters raus, da waren beide aber wieder weg. Also musste ich mit ihm ‚Pabbi‘ suchen gehen.. Wir also eine Stunde die Straße hoch- und runtergelaufen -während er versucht hat sowohl in ein Boot als auch einen LKW am Straßenrand zu klettern-, bis eine Katze seine Aufmerksamkeit geweckt hatte und wir dieser nachgejagt sind..

An sich also ein ganz normaler Tag.

Heute habe ich erste wirkliche Wochenende, was nicht wie das Wochenende letzte Woche, komplett dem Ankommen zufällt, genutzt mit SB schwimmen zu gehen.. Dieser Badekult hier ist echt ein bisschen komisch, aber man gewöhnt sich dran. Beginnt damit, dass man zwar Schließfächer benutzen kann, aber kaum jemand tut. Die meisten tun die Klamotten in einen Plastikkorb und lassen ihn dann stehen. Auch gibt es keine Einzelumkleiden- ein großer Raum. Ok, soweit so gut. Handtuch wird nicht mit reingenommen, aber in einem großen Regal nahe der Duschen abgelegt (Duschen sind übrigens direkt an dem Raum dran, also einsehbar von dort). Bei den Duschen hängt ein großes Schild, auf dem man in fünf verschiedenen Sprachen aufgefordert wird, sich VOR dem Betreten des Schwimmbads ohne Badekleidung mit Seife (die da vorhanden ist) abzuduschen. Im Schwimmbad fällt auf, dass es einen Innen- und einen Außenbereich hat. Innen ein normales Becken (25 m auf 6 Bahnen oder so), wovon drei Bahnen durch eine Leine als „Spielbereich“ abgetrennt sind, sodass dort das 1-m-Brett und ein Minibasketballkorb inkl. Ball war und verschiedenste Gummitiere und Schaumstoffmatten und -boote rumlagen. Auch gab es Schwimmflügel und sowas einfach in einer großen Kiste zum Bedienen. Die andern drei Bahnen waren dann normal zum Schwimmen. Außen, was laut SB immer offen ist, auch im Januar, sind ein Babybecken-wie man es halt kennt-, zwei Hot Tubs (kleine Runde Becken, eins mit 38-40°C, eins mit 41-42°C) und zwei Rutschen. Eine davon ist eine ganz normale gerade runtergehende, aber mit drei Streifen, um sozusagen um die Wette zu rutschen. Die andere beginnt oben normal, aber nach ein paar Metern fällt man auf so ein überdimensionales, gespanntes Trampolintuch sozusagen, worauf man entweder unkoordiniert auf- und abhüpft beim Rutschen (ich!) oder mit beiden Beinen „surfend“ runtergleitet (Einheimische!). Mein Highlight war aber Englisch dort zu hören und somit nicht die einzige „Nicht-Isländerin“ da zu sein. Das waren zwei Neuseeländerinnen, die für 10 Tage Island bereisen. Ja gut. Und nein, dass man erfriert, wenn man nass nach draußen geht oder zu den Rutschen hochläuft, ist jetzt eine Lüge. Bei 7°C draußen ist das doch richtig angenehm, nicht.

Jetzt habe ich unglaublich viel Müll über das Schwimmbad erzählt, was zwar wahrscheinlich langweilig ist -naja, mir egal. Das war auch eigentlich das einzige Interessante heute. Nach dem wir wieder da raus sind (auch nach dem Schwimmen duschen alle ohne Badebekleidung und rennen so auch in der Umkleide rum), hab‘ ich noch mit meinen Gasteltern ein bisschen morgen, Sonntag, geplant.

Ich werde nämlich morgen früh (8 Uhr) die Fähre auf’s Festland nehmen, um von dort mit dem Bus nach Selfoss zu fahren. Soweit so gut. Warum dieser Aufwand: Ich treffe mich mit einem anderen deutschen Au-Pair aus Island, die aber ein Stückchen weg wohnt, sodass wir uns etwa in der Hälfte treffen. Ich freue mich jetzt schon dezent, endlich mal wieder mit jemanden außerhalb meiner Gastfamilie zu kommunizieren.

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Morgen mache ich dann bestimmt auch wieder Fotos, damit es nicht so langweilig, textreich wie das hier ist.

Bless, Bless!

Days #6&7

Es gibt eigentlich wenig zu erzählen. Der Alltag hält auch hier Einzug.

Gestern gab es wenig Besonderes zu tun. Bisschen das Gasthaus auf Vordermann bringen, hier ein bisschen aufräumen und dann den Kleinen abholen. Das hat auch, trotz dass ich ihn zum ersten Mal ganz allein geht habe, gut funktioniert und zum ersten Mal war EL auch relativ ruhig und alleine am Spielen..Bis dann die Schwester/Mutter für paar Minuten kam, um etwas zu holen, dann wurde es problematisch. Natürlich bin ich noch kein „Ersatz“ für die Beiden. Doch ein Keks und ein Schnuller wirken Wunder bei der Kinderberuhigung, sodass das auch ohne große isländische Sprachkenntnisse meinerseits ganz gut funktioniert hat. Dann waren wir die große Schwester bei einem Geburtstag abholen. Die Kiddies waren bei irgendwelchen Leuten, die zwei Islandponys besitzen, welche natürlich große Attraktion war, sodass da jeder mal eine Runde rumreiten durfte und meist auch wollte (habe mich erfolgreich davor gedrückt, muss erstmal wieder warm werden mit diesen Tierchen). Sogar der Kleinste war mit ein bisschen Hilfe da unterwegs.

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bei dem Stall

Heute war alles etwas chaotischer. War der Tag doch so gut angefangen für mich mit relativ langen Skypegesprächen und „entspannter“ Arbeit, wurde es am Ende doch zu etwas, das man einfach nur vergessen möchte. Diesmal wollte SB wieder mit den Kleinen abholen. So weit, so gut. Sie ist halt, wie wahrscheinlich viele 9 Jährige, komplett auf dem Trip: Der Kleine kann alles machen, hauptsache er weint nicht. Was aber nicht ging, da SB und ich nach einer Stunde mit ihm auf einem Spielplatz spielen (im strömenden Regen bei 7 Grad) komplett durchnässt und durchgefroren waren und er ständig auf fremde Grundstücke oder Trampoline rennen wollte. Es brauchte riesige Diskussionen, Streitereien und eine weitere halbe Stunde, um den Heimweg zu beenden. Zuhause wurde weiter geschrien, geschlagen und Terror gemacht, weil man das Eis (was er auf dem Sofa verteilt hat) wegmachen wollte oder so. SB hat dann den Vater angerufen, weil er ein extremes ‚Papakind‘ ist und sehr an diesem hängt, selbst da hat er nur geschrien wie am Spieß. Der hat sich dann natürlich aufgemacht von der Arbeit, in dem Gedanken sonst etwas sei los, um seinen Sohn mit Schnuller und Keks in der Hand spielend in einem Versteck zu finden. Im Endeffekt konnte man ihn relativ schnell beruhigen, sobald die Schwester eben weg war oder außer Sichtweite. Die Situation hat dann jetzt alle hier fertig gemacht. Vater und Mutter haben sich Sorgen ohne Ende gemacht, ich war mit den Nerven am Ende und immer noch am Zittern. Ich habe mich dann erstmal zurückgezogen bis zum Abendessen, Abstand gewonnen und mich beruhigt und beim Essen war die Welt dann auch wieder in Ordnung. Morgen ist ja glücklicherweise Freitag und dann ist erstmal Wochenende. 🙂

Außerdem hat gestern die Mission „Kaddy sucht sich Freunde hier“ begonnen, da man sich doch schnell alleine fühlt, was das Skypen halt nicht ausgleichen kann. Mittlerweile habe ich Kontakt zu zwei ‚deutschen‘ Au-Pairs in anderen Teilen des Landes (Hi, falls ihr beide das lest! c: ) und zu einem isländischen Mädchen (über das Internet!), die zwar nicht von dieser Insel, aber vom nahen Festland stammt. Dazu weiß ich, dass in der Umgebung eine Spanierin wohnt, die letztes Jahr Au-Pair war und hiergeblieben ist, um bei ihrem isländischen Freund zu wohnen und, dass nächste Woche sich entscheidet, ob Mitte Juni ein ukrainisches Mädchen als Au-Pair hier hin kommt (Frage ist, ob sie das Visum bekommt). Mal sehen, wie sich das alles entwickelt.

Und um zum Abschluss meinen Kleinen zu zitieren: „See you, bye!“

 

Days #4&5: Lavawüsten und Orientierung?

Es ist Dienstag, Tag 5, 18:05. Ich sitze genervt mit Kopfschmerzen in meinem Zimmer und versuche, mich abzulenken. Deswegen, hi.

Eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen.. Gestern war das Wetter-nennen wir es- eingeschränkt schön, das heißt, es hat regelmäßig angefangen zu regnen, war kalt und nebelig. Also habe ich meine Freizeit eher mit im Zimmer rumsitzen verbracht. Mittags war ich mit meiner „Gastmutter“ A. bei einer Bank, sodass ich ein vorübergehendes Konto kriege, wohin die den „Lohn“ überweisen wollen. Die Mitarbeiterin hatte allerdings keine Ahnung und dazu kam, dass man scheinbar in Island ein Foto auf den Karten hat, sodass wir noch eins machen mussten. Ansonsten ist nicht viel passiert. Ich war mit A. den Kleinen abholen im Kindergarten und war dann mit ihm ein paar Stunden allein. Abends haben alle zusammen gegessen und das war’s dann auch.


Heute war das Wetter wesentlich besser. Es war einigermaßen sonnig ab und an und nicht so eisig. Allerdings war es zum ersten Mal auch nach isländischen Verhältnissen ‚windig‘, was heißt, dass es min. stürmisch war in meiner (und der meist allgemeindeutschen) Wahrnehmung. Trotzdem habe ich mich morgens aufgemacht in Richtung des neuen Teils der Insel, die erst vor 40 Jahren oder so bei einem Vulkanausbruch entstanden ist. Der Teil ist mit Straßen aus richtig zu erreichen, noch gibt es irgendwelche ordentlichen Fuß-und Wanderwege. Also bin ich eher meist querfeldein ’spaziert‘, ‚geklettert‘ oder was weiß ich..Diese Vulkanwüste besteht aus den Vulkanen selbst und der getrockneten Lava; ist schön, aber verwirrend, weil alles gleich aus sieht. Das ist dann auch der Grund, warum ich für den Rückweg ewig gebraucht habe. 😀

Mittags kamen meine Gasteltern nach Hause. Und scheinbar wurde das Gasthaus/Ferienhaus, das denen gehört und direkt hinter dem Haus liegt, über genau diese  Nacht gebucht. Also wurde ich da sofort zum Aufräumen, Sauber machen etc. eingespannt. Zusätzlich war ich nachmittags noch mit paar anderen kleinen ‚Hausarbeiten‘ beschäftigt, zwischen denen ich den Kleinen (noch mit der Schwester zusammen) geholt habe und dann zwei Stunden beschäftigt habe. Und jetzt, sitze ich hier und schreibe das.

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Blick aus das Dorf
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„Vulkanwüste“
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Die beiden Vulkane

Sorry, dass es so ziemlich nichts Tolles zu erzählen gab und das alles nur etwas blöd runtergetippt ist.

Tschüss!

Day #3: Meine Insel

Gestern war dann alles mal etwas entspannter, zum Glück. So konnte ich mal mit ein paar skypen und hatte ein paar Minuten für mich. Mittags wurde mir dann ‚ein bisschen‘ die Insel gezeigt. Dabei sind wir natürlich erstmal die „wichtigen“ Dinge, wie Einkaufläden (3 Lebensmittelläden und mindestens 10 andere u.a Klamotten-, Sport-, Elektro- und so’n Art Hauseinrichtung-Baumarkt-Laden…in einem 4500 Seelen Dorf), Post, Apotheke usw., abgefahren, sowie das große Sportzentrum (Hallenbad, Freibad und verschiedenen Sporthallen), die einzelnen Turnhallen und die Bibliothek. Danach ging es zu den spannenderen Stellen.

Die Insel besteht an der einen Seite nur aus Bergen und Klippen und auf der anderen aus Vulkanen. Wir waren dann zuerst bei den Klippen (die man beklettern kann, da sind sogar an den „schlimmsten“ Stellen auch Leitern angebracht zum  Aufstieg), wo man mir die erste behinderte Tradition (keine isländische, sondern nur eine der Inselbewohner) gezeigt hat. Ich hab‘ mir den isländischen Namen nicht gemerkt, jedenfalls hängt da ein Seil an einer relativ steilen Wand, dass bestimmt gut 20 Meter lang ist. Vom Boden kommt man da gerade so dran und klettert dann mit dem so seitlich die Wand hoch, um da abzuspringen und dann in einem Halbkreis auf die andere Seite zu springen. Und das so weiter, bis man halt wieder landen kann und möchte irgendwo an der Wand. Das klingt blöd, ist aber eigentlich ganz lustig, auch wenn das gar nicht so einfach ist, wieder zu „landen“ und nicht mit dem Rücken zur Wand zu gelangen (Ich wurde meistens sozusagen gefangen, weil ich das sonst nicht geschafft hätte. Auch sind in den Klippen unglaublich viele Vogelnester und Vögel, sodass die Wände z.T ganz weiß sind. Diese Vögel werde ich wohl aber im August/Juli noch kennenlernen, da die Küken da eingesammelt werden müssen im Dorf (verirren sich zu den Lichtern dort) und an den Ozean gebracht werden..

Danach ging es zum Stórhöfði, das ist der südlichste Ort der Insel und der windigste Europas ;). Besonders schön ist da die Aussicht auf die Insel und die umliegenden Insel sowie das Festland mit dem Gletscher und Vulkan Eyjafjallajökul. Auch kann man da die Papageitaucher aka Puffins sehen, die ziemlich besonders und eben nicht überall heimisch sind. Zu erkennen sind die auch durch die Ferne ganz gut, da man nicht immer nah an die herankommt (Vogelschutzgebiet), dadurch dass sie im vergleich zu Möwen permanent mit den Flügen schlagen. Das man in Island ist, merkt man dann spätestens daran, dass die Schafe an steilen Bergen und Stellen leben, an denen hier keine Ziege es aushalten würde :D.

Gefehlt haben dann noch die beiden Vulkane Helgafell und Erdfell (wobei dieser erst 1973 bei dem Ausbruch entstanden ist), die beide auch gut bewanderbar wäre (muss ich mal machen) und das ganze Land, dass durch den Ausbruch damals entstanden ist. Das ist in einer gewissen Art und Weise schön, da es einfach ganz anders ist als das bekannte Landschaftsbild hier und v.a finde ich diese schwarzen Strände überall wunderschön.

Ja, das war’s so eigentlich. Nachmittags war ich noch mit SB. Basketball und Fußball spielen (zwei tolle Plätze grade 2 Minuten vom Haus weg) und habe V. kennengelernt, der das ganze Wochenende in Reykjavík war..

Die Bilder zeigen entweder Blick von der Insel auf die Insel und auf andere Inseln oder das Festland. Eines zeigt eine alte Straße mit den alten Fischerhäusern und das letzte zeigt den Ausblick aus meinem Fenster auf das Gerüst vor der dem Haus, aber vor allem die Helligkeit/Dunkelheit um Mitternacht in Island. Und das bleibt so die ganze Nacht.


Zuletzt noch ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind nach den wenigen Tagen hier:

1.) Island und die Bewohner sind so’ne Mischung aus alten Traditionen und dem modernen Leben.

2.) Du kriegst in keinem Supermarkt Wasser, da alles aus der Leitung getrunken wird, da es eh von irgendwelchen Gletschern direkt kommt (im Falle der Insel vom Eyjafjallajökul auf dem Festland).

3.) Aus dem ähnlichen Grund muss man in keinem Restaurant oder so Wasser kaufen, Wasser gibt es überall kostenlos zu trinken genauso wie du aus allen Flüssen trinken kannst.

4.) Keine Haustür wird abgeschlossen auch wenn alle Leute wegsind. Das hat aber zur Folge, dass Verwandte oder Freunde kommen und gehen, wann sie wollen.

5.) Die Leute sind meistens viel offener und freundlicher, und auch hilfsbereiter.

6.) Alle Lebensmittelläden haben Sonntags offen und sind gar nicht so viel teurer als man  munkelt.

7.) Drogerieläden existieren hier nicht.

8.) Eis ist Grundnahrungsmittel gefühlt und es gibt kaum gezuckerte oder süße Cornflakes. Das meiste ist wirklich einfach nur gepresster Mais.

9.) Wenn „Windstille“ hier herrscht, wäre in Deutschland schon lange von einem Sturm die Rede.

Sjáumst!

 

Day #2: Quer durch Island

Um 11 Uhr Ortszeit ging es los, immerhin stand einiges auf dem Programm. Iceland in one day könnte man fast sagen. Auf jeden Fall wollte man mir den Golden Circle, die bekannteste Touristenroute mit den drei „Hauptsehenswürdigkeiten“, zeigen. Der erste Ort war dann Þingvellir. Das ist die Erdspalte bzw. der Bruch zwischen den beiden Kontinentalplatten. Jedes Jahr bewegen sich hier amerikanische und eurasische Platte knapp 2 cm voneinander weg, wodurch der Graben immer weiter wird und es scheinbar ab und an passiert, dass einfach diesen Löcher im Boden entstehen. Auch ist das der Sitz des Parlaments damals (930-1798) gewesen, welches damit das älteste Parlament der Welt ist. Man kann dort in dem Graben spazieren gehen und läuft somit zwischen den Kontinenten, sogesehen.

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Danach ging es zu Geysir, dem einzig, wahren Geysir. So viele davon gibt es hier nämlich gar nicht. Geysir selbst spuckt aber relativ selten Wasser und hat es seit einige Jahren nicht mehr getan, er wird immer durch Erdbeben wieder aktiver.. Nebendran ist aber sein „kleiner Bruder“ Strokkur, der jede paar Minuten Wasser spuckt. Leider war mein Handy, nicht in der Lage, eine der beiden gesehenen Aktionen richtig aufzufangen. Generell ist der Ort aber echt schön und besonderes, allein weil überall die Erde „raucht“ sozusagen und der Dampf in der Luft steht.

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So dann noch zum dritten und letzten Teil des Circles, Gulfoss. Foss ist übrigens Wasserfall, das wird noch ab und an hiergenannt werden. Viel zu sagen gibt es hier nicht. Ein wunderschöner Wasserfall, der nach und nach hinunter“plätschert“.

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Danach ging es weiter Richtung Insel und Fähre. Dabei kam man vor allem dem Eyjafjallajökul näher, den seit dem Zusammenbruch des europäischen Flugverkehr wirklich jeder kennt. Gar nicht so weit weg sind die „unbekannteren“ Wasserfälle Seljalandsfoss und Gljúfrafoss. Dabei  waren das die beiden schönsten. Seljalandsfoss ist ein typischer „Standardwasserfall“, der einfach in die Tiefe fällt aus sonstwievielen Metern. Dabei ist es besonders schön, dass man einmal rumlaufen kann um den Wasserfall und somit auch hinter diesem stehen kann- und da bis an ein paar Meter rankommt, wenn man klitschnass sein möchte. Gljúfrafoss ist auch toll, da dieser etwas versteckt in einer Höhle mit relativ schmalen Eingang liegt, die du nur erreichst, indem du mithilfe der Höhlenwand über einige im Fluss gelegene Steine voranbewegst. Auch dort kommt man sehr nah an den Wasserfall, vor allem ist es dort sehr, sehr grün, sodass diese Wasserfallhöhle fast einen tropischen Anschein hat..Dazwischen war ich noch mit meinem Gastkind SB. irgendwo auf einem „verbotenen“ Berg und einem anderen, kleineren Wasserfall (davon gab es gefühlt eine Millionen) geklettert. Das das alles matschig und meine Turnschuhe momentan noch braun sind, ist ja erstmal nebensächlich.

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Seljalandsfoss
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Seljalandsfoss
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Seljalandsfoss
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Gljúfrafoss
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Gljúfrafoss

Danach war es 18:00 knapp und somit noch eine Stunde Zeit. Also sind wir spontan zu-wer hätte es gedacht- einem weiteren Wasserfall gefahren, Skógafoss. Hier blieb leider kaum Zeit, sodass es bei einigen Fotos und kurzem Trinken aus dem Fluss blieb.

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Um 19:15 waren und mussten wir dann auch ’schon‘ an der Fähre sein, die ab Landeyjahöfn ging. 19:45 ging es dann los, 35 Minuten Fähre in die erstmal neue Heimat. Bis wir dann alle hier waren, ausgepackt und alles war, war es so spät, dass keiner mehr kochen wollte, und man stattdessen auf Pizza ausgewichen ist. (Die übrigens gar nicht so toll ist/war)..

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Ankunft, Day #1: Beginn des Abenteuers

Wirklich begann alles am Donnerstag Abend, 19.05.16, mit dem Weg zum Flughafen. Nach vielen Zweifeln, ob ich das wirklich tun sollte, und Ängsten und Drama um das Packen ging es dann doch los zum Flughafen. Pünktlich zur Zeit des Boarding war ich auch da (Tränen vom Abschied da bereits getrocknet… c: ), bis das Ganze allerdings losging, dauerte es und dauerte es. Zuerst wurden wir in einen weiteren Warteraum gelassen und bis wir im Flugzeug wirklich gerollt sind, hätten wir schon lange abgeflogen sein sollen. In diesem Moment hatte ich wirklich einige Zweifel, ob wir überhaupt noch abheben würden, weil es in Frankfurt ja noch dieses Ding namens Nachtflugverbot gibt..Im Endeffekt haben wir statt 22:30 um 22:56 den deutschen Boden verlassen (in kompletter Finsternis, wichtig!).

Allerdings war die Flugzeit statt den angekündigten 3,5h nur knapp bei 3, sodass ich kurz vor Mitternacht (Island ist 2h in der Zeit hinter DE) gelandet bin. Als ich dann das System der isländischen Kofferausgabe (Band hat zwar verschiedene Nummern, die Koffer fahren aber einmal alle Bänder sozusagen ab), ging es weiter. Schon im Flugzeug durfte ich bestaunen, was außerhalb noch deutlicher wurde. Es war taghell, wie vllt. um 18-19Uhr in Deutschland und dunkler wird es auch nicht. Jedenfalls sind wir dann noch von Keflavík, der kleiner Ort mit dem einzigen internationalen Flughafen, nach Reykjavík gefahren, was knapp 45 Minuten sind, um dort bei Verwandten zu übernachten. Diese konnten beide Deutsch sprechen (okay, eine ist auch Deutsche…), sodass ich verständigungstechnisch keine Probleme hatte.


Day #1

Hier ging es erstmal darum, anzukommen, die Kinder zum ersten Mal zu treffen (ging ganz gut und wir haben gut gespielt oder das Wohnzimmer verwüstet, wie man es nennen will) und dann ein bisschen Reykjavík zu sehen, immerhin ging es am nächsten Tag schon weiter.  Das wahrscheinlich bekannteste Wahrzeichen der Stadt, die Kirche Hallgrímskirkja, war leider für Hochzeiten geschlossen und ich habe sie also nur von außen gesehen. Das werde ich aber noch nachholen irgendwann. Dann war die Stadt- und Konzerthalle Harpa dran, die eine unglaublich faszinierende und schöne Bauweise hat und v.a von innen toll anzuschauen ist.

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Harpa
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Aussicht aus dem Gebäude
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Harpa

Danach ging es Enten füttern und ein bisschen Pause machen mit den Kleinen, um danach nach Kópavogur zu einem Leuchtturm zu fahren. Kópavogur liegt wie viele isländische Städte im Ballungsraum Reykjavík und es ist kaum eine Abgrenzung zwischen den Städten zu ziehen..

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Blick vom Leuchtturm aus
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Leuchtturm

Das für mich Faszinierendste war dabei, dass es erstens, komplett menschenleer, abgelegen und damit wie das Ende der Welt war, und dann der nahezu schwarze/graue Sand, der halt komplett aus Vulkangestein eig besteht.. Danach war ich noch in einem Ikea in Island, aber das ist nichts anderes als Deutschland, also eigentlich egal. Zurück wurde nur noch gegessen und abends Sequence (siehe Bild) gespielt. Ich habe keine Ahnung, ob es das in Deutschland auch gibt oder jemand kennt, in Island ist das wohl echt groß.

Danach gab es nur noch einen letzten Schock, schon fast nachts. Das warme Wasser riecht…-nach Schwefel. Also so ein bisschen wie eine Stinkbombe oder so, da das halt natürlich unterirdisch geheizt wird/ist und sehr schwefelhaltig, was mich jetzt aber nicht so stark gestört hat.

An sich waren das natürlich nicht so viele Aktivitäten, aber ich war auch mal ganz froh, ein bisschen meine Ruhe zu haben und anzukommen.

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