Days #89-94: Zwischen Hass und Freude

Hallo Menschen,

diesmal gibt es wenig zu erzählen. Hatte ich im letzten Beitrag noch gesagt, dass das schon okay war mit beiden Kindern, widerspreche ich dem hier. Der Dienstag sowie der Mittwoch waren arbeitsmäßig eine Katastrophe. Mit SB und EL ist es wirklich anstrengend und nervtötend. Glücklicherweise war SB immer wieder mal beim Fußballtraining, mit Freunden weg oder im Pizzarestaurant, sodass die Zeit nicht allzu lange war immer.

Dienstags habe ich auch länger gearbeitet als ich es eigentlich sollte (19:30 oder so), aber dafür wurde mal eingekauft, sodass ich bis wenigstens Freitag mal Nahrung hier hatte. 😀 Abends war ich mit Viktoria erst einkaufen (und Eis essen) und dann haben wir im an dieser Nacht glücklicherweise leeren Gasthaus gesessen, Tee getrunken, Schokolade gegessen und dabei einen Film geschaut. Das Gasthaus ist mittlerweile immer wieder mal leer für ein paar Tage, die große Haupttouristensaison ist beendet.

IMG_20160816_204141

Mittwoch haben wir dann mit Jón fast den ersten Teil von Herr der Ringe fertig geschaut, zu dem er mich ja gezwungen hatte. Sonst war nicht wirklich was los.

Donnerstag war ein absolut chaotischer Tag. Zwar war wieder Kindergarten, aber irgendwie ist das ganze dann doch noch ausgeartet. Erst sollte ich bis 19 Uhr mich um EL kümmern, dann wurde auf einmal 21 Uhr draus. Letztendlich wurde mir um zehn gesagt, sie wären auf dem Weg, aber vor elf  war keiner da. Damit waren natürlich die Möglichkeiten raus zu gehen relativ begrenzt. Schlussendlich waren wir dann mit Viktoria doch noch kurz spazieren. In der Nacht habe ich dann auch zum ersten Mal nach ihr langer Zeit wieder Mond und Sterne gesehen.

Freitag war es dann ganz entspannt. Morgens, als der Kleine im Kindergarten war, waren wir alle zusammen, also Viktoria plus ihre beiden Jungen und SB und ich, bei Joy, was so’ne Art Eisdiele hier ist. Das Eis essen hat glaube ich eine Stunde mindestens gedauert, weil dazwischen noch viel Fangen gespielt wurde oder Viktorias und mein Handy. Wenn es darum geht, uns zu ärgern, sind die drei auf einmal ein Herz und eine Seele. Danach wurde ich dann als Haarmodel verwendet, war Sara ihre Flechtkünste testen und verbessern wollte.

IMG_20160819_152733

Nachmittags habe ich dann den Kleinen abgeholt und erfahren, dass beide Gasteltern arbeiten müssten die Nachtschicht und ich doch bitte arbeite die ganze Nacht. Dass ich das jetzt nicht unbedingt toll fand, ist glaube ich klar. Vor allem vor dem Hintergrund das meine Zeit hier langsam aber sicher zu Ende geht, wollte ich natürlich lieber feiern und unter Menschen sein. Am Ende habe ich die Beiden da auch nochmal freundlich angesprochen, sodass wir dann den Kompromiss gefunden hatten, dass ich ab Mitternacht (bis 5:00 müssen die arbeiten) in etwa rauskann und SB mit ihm unten schläft, sodass sie im Falle was merken würde. Jedenfalls war der Kleine so müde, dass er mir um halb 8 auf dem Sofa schlafend umgekippt ist, sodass ich ihn runtergetragen habe und dann relativ viel Zeit für mich hatte. Um 10 kam dann Viktoria rüber zu mir und wir haben über alles mögliche geredet und Musik gehört, also einfach nur gemütlich zusammengesessen. Um Mitternacht sind wir dann auch wirklich raus und bisschen spazieren (zu Skansinn- dem für mich schönsten Platz hier) gewesen, allerdings wollte sie dann doch recht bald nach Hause und schlafen.

IMG_20160820_001732
Kathi und Lampe 😀
IMG_20160820_001928
Blick auf Hafen
IMG_20160820_003632
Blick auf die Stadt

Ich wollte dann eigentlich auch nach Hause und dabei aber nochmal den Umweg am Hafen langlaufen. Eigentlich ist das magische Wort in dem Satz. Jedenfalls wurde ich dabei von zwei Freunden von Jón gesehen, die mich dann nicht mehr gehen lassen haben und so bin ich bei einer kleinen Hausparty gelandet mit einigen von Jóns Freunden, ihm selbst und einem der Mädchen, die ich am Wochenende zuvor kennengelernt habe. Die hatten vor allem Spaß daran an dem Abend bayrische Volksmusik anzumachen und dazu zu tanzen, sodass ich mich echt zeitweise nur schämen konnte dafür, aus Deutschland zu sein. Nachdem wohl blödesten Vorfall überhaupt (ich bin meinem Gastvater begegnet mit einem, der für eben diesen arbeitet und so besoffen war, dass das einfach nur unangenehm war) sind wir dann alle zusammen wiedermal bei Lundin (wenig innen drinnen, aber meistens draußen sitzend), dem Pub, gelandet. Um drei sind die meisten verschwunden und ich endete mit einem der Leute auf einer Wiese sitzend und eine Stunde über die Welt philosophierend.

Samstag wurde dann ein bisschen viel geschlafen und rumgesessen. Gegen Mittag bin ich dann mit Viktoria losgezogen verschiedene Sachen einzukaufen und unter anderem nach kleinen Souvenirs zu schauen (habe nur Postkarten gekauft…). Auf dem Rückweg sind wir wieder mal bei Joy Eis essen gewesen, was die letzte Woche echt zu häufig war.

IMG_20160820_134248
es waren bis jetzt nicht genug Eisbilder in meinem Blog, dass muss ich jetzt leider nachholen 😀

Später musste ich, wie könnte es anders sein, einige Stunden arbeiten, da wieder was mit dem Restaurant war. Ich glaube nach vier Stunden war ich gegen neun fertig, aber dann waren mal wieder alle vereint, weil auch ausnahmsweise beide Eltern nicht arbeiten mussten, sodass ich noch einige Zeit mit denen verbracht habe und mal wieder nach langer Zeit einfach normal reden konnte über alles mögliche. Gegen halb 11 bin ich dann zu Viktoria, wo wir wie immer, gesessen, geredet und gelacht habe, um dann gegen eins mal wieder zu Lundin zu gehen. Da war es (wie freitags auch schon) leider recht leer, man merkt, dass Touristen weniger werden und momentan in den meisten Fischfabriken viele Leute Schichtarbeit machen müssen, weil es irgendwie so viel zu tun gibt (der Grund, warum Karolina nie Zeit hat). Trotzdem hatten wir unseren Spaß. Der Schock kam dann, als wir danach nach Hause sind und ich gemerkt habe, dass ich nicht reinkam, weil sie nicht daran gedacht haben, die Hintertür offen zu lassen. Glücklicherweise ist das Schlafzimmerfenster leicht zu erreichen und S hat scheinbar keinen sehr festen Schlaf.

Heute, Sonntag, war wieder ein sehr langweiliger Tag. Ich habe mal ein bisschen Ordnung gebracht in alles hier, war dann allein ein Stündchen spazieren. Und war bei dieser Art Höhle, wo ich schon mal gesessen habe- Anfang Juni, als ich Jón kennengelernt habe und Oskar. Das hat sich irgendwie schon komisch angefühlt, ist aber an sich ein wundervoller Ort.

IMG_20160821_173654
Helga- und Eldfell, die beiden Vulkane
IMG_20160821_173733
Heimaey ❤
IMG_20160821_173831
Füße
IMG_20160821_175100
Fähre und Heimaklettur

Danach habe ich wieder einen ruhigen Tag gemacht. Da Jón in Reykjavik ist, Viktoria krank und Karolina in Schichtarbeit hat sich auch zum Abend nicht mehr ergeben, was aber okay ist, sodass ich mal früh ins Bett komme und mal ein bisschen Schlaf bekomme, der jetzt echt wichtig ist.

Keine spektakulären Geschehnisse diese Woche, sondern vor allem viel Arbeit zu blöden Zeiten und Viktoria. Mit ihr sind wir wieder viel enger, als wir lange Zeit waren, was echt schön ist (während ich zu Jón eher so ein bisschen den Kontakt verloren habe). Lucie ist seit  Dienstag (war sie da noch für ein paar Minütchen besuchen mit EL, um mich zu verabschieden) nicht mehr hier. Sie wohnt und arbeitet jetzt für ein Café im Osten Islands. Langsam aber sicher endet der Sommer hier leider auch. Auch die Schule fängt wieder an hier (nach mehr als 3 Monaten) am Montag, sodass auch viele von Jóns Freunden beschäftigt sind oder nicht mehr hier sind (der Anteil derer, die von hier kommen, aber woanders die Schule beenden, ist echt nicht gering).

Man sieht sich. Bless, bless!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s