Days #35-38,5: Laufen und Schwimmen

Tag ihr wenigen Menschen,

Donnerstag ging’s es für mich ja schon sozusagen ins Wochenende und genau das ist auch der Anlass dieses Eintrags hier. 🙂

Donnerstag, 23. Juni. Vormittags habe ich noch ein bisschen ‚dies-und-das‘ gemacht, vor allem gepackt, um dann um 13:30 die Fähre nach Landeyjahöfn zu nehmen. Da dann (mal wieder) in den Bus nach Reykjavik. Nach zwei Stunden durch die Weltgeschichte und ein paar Missverständnissen mit Pauline hat sie mich dann doch gefunden am Busbahnhof Mjódd. Da war es gerade knapp 17 Uhr, sodass wir noch ziemlich lange Zeit hatten, bis wir wirklich zum Midnight Sun Run mussten.  Also sind wir erst noch Pizza essen gegangen,  und danach noch in der Innenstadt in ein kleines Café.

Gegen 19:30 sind wir langsam los ins Laugardalur -das ist ein Park, ein Tal, ein Bereich, keine Ahnung- in Reykjavik, wo das ganze Spektakel stattfinden sollte. Laugardalur ist gefüllt mit allem möglichem, vor allem in Sachen Sport. Da ist zwar auch ein Tierpark, aber vor allem ist dort das Nationalstadium Islands, Laugardalsvöllur, in dem zwar auch im Ligabetrieb ein Reykjaviker Verein spielt, aber, wo im Falle auch internationale Spiele (Freundschaftsspiele etc.) der Nationalmannschaft stattfinden. Wenn man schon mal in einem deutschen Stadium war, wirkt das aber eher wie das Stadium eines deutschen 3. oder 4. Ligisten. Ich selbst war ja bisschen nur in Mainz (coface/Opel-Arena) im Stadium mit seinen beschaulichen ca. 35000 Plätzen und selbst das wirkt verglichen mit den 15000 Plätzchen in Laugardalsvöllur riesig. 😀

Außerdem ist dort eines der größten Schwimmbäder und eine große (Sport-)Halle, die bei uns für die Anmeldung zum Run genutzt wurde. Nachdem wir dann ziemlich früh Startnummer und Zeitchip abgeholt hatten, hatten wir genug Zeit noch ein T-Shirt vom Lauf zu kaufen und uns in Ruhe fertig zu machen. Kurz nach 21 Uhr wurde es dann nämlich überall hektisch, 21:20 startete der Halbmarathon dann. Nach ein bisschen anfeuern zu Beginn, warteten wir dann einfach draußen bis 21:50 die 5km starteten, der Lauf mit den meisten Teilnehmern (übrigens ca. 3000 zusammen bei allen drei Distanzen, 1/3 davon nicht aus Island!). Zum Lauf selbst gibt es nicht viel zu sagen. Man merkt halt recht schnell, wenn man lange kein Sport mehr gemacht hat und eigentlich nie in seinem Leben ernsthaft gejoggt ist. Trotzdem waren wir für unsere Verhältnisse gut in der Zeit, haben uns leider am Ende mit dem Ziel vertan, sodass wir nochmal einiges an Zeit verloren haben. Eine Zeit knapp unter 30 Minuten hätten wir schaffen können, aber haben wir halt auf den letzten 500m noch weggegeben..So sind es jetzt ca. 30:30 bei uns beiden geworden und Plätze im (teils oberen) Mittelfeld in eigentlich allen Kategorien. Damit sind wir, glaube ich, beide ganz zufrieden. Nach ein bisschen Ankommen und Entspannen sind wir dann in dieses berüchtigte Schwimmbad dort (Teilnehmer hatten freien Eintritt) und haben da noch ein bisschen geplantscht. Irgendwann haben wir uns dann doch motiviert uns Richtung Auto zu bewegen.. Bis wir also in Reykjavik gestartet sind, war bestimmt schon halb eins morgens.. Da Pauline in einem Ort nahe Keflavik, wo der internationale Flughafen Islands ist, wohnt, hatten wir noch knapp 45 Minuten Fahrzeit zu uns, sodass es natürlich ein ziemlich langer Tag war.

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Logo des Laufes
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Die „Midnight Sun“ // 00:18 Uhr

 

Wie man hier ja auf dem Bild sieht, gab es leider gar keine Mitternachtssonne zu sehen, was ja der eigentlich Grund für das Teilnehmen an dem Spektakel war! Leider waren alle Tage hier um den längsten Tag des Jahres so bewölkt, dass man leider nichts davon erahnen konnte..

Freitags bestand dann vor allem aus mit ihren kleinen Au-Pair-Kiddies (2 und 7) zu spielen bzw. sie abzuholen aus dem Kindergarten. Abends waren wir dann noch in Keflavik in einem kleinen, sehr gemütlichen Café und haben einfach die Ruhe und den Abend genossen. Früh im Bett waren wir dann natürlich wieder nicht, sodass wir den Vormittag des Samstages verschlafen haben und nach dem Mittagessen erst los sind. Plan war es, nach Reykjadalur zu wandern. Also erstmal 1,5 Stunden Autofahrt nach Hveragerði. Etwas außerhalb dieses Ortes beginnt dann aber die Wanderroute nach Reykjadalur (knapp 3-3,5 km). Hinzugs haben wir etwas die Strecke, unseren Muskelkater und die Steigung der Berge unterschätzt, sodass der Weg wirklich Nerven gekostet hat. Zwar war die Umgebung ganz schön, aber so wirklich Highlights gab es halt nicht (gibt schon schönere Orte in Island). Nach knapp einer Stunde näherten wir uns aber dem Ziel. Der Fluss war schon mal wenigstens lauwarm und wir wurden mit zahlreichen Schildern vor heißen Quellen und Wasser gewarnt

Kurz danach waren wir da, am heißen Fluss. Das war ein seltsames Bild. Auf der einen Seite des Flusses waren Leute in dicken Jacken, Wanderschuhen und Mützen; auf der anderen Seite Leute in Badeklamotten. Ich würde den Ort schon als besuchenswert bezeichnen. Es ist einfach ein besonderes Gefühl, bei Wolken und 8/9°C Außentemperatur in einem kleinen, ca. 30-35°C (je nachdem wie weit du dem Fluss folgst ab da) Fluss zu liegen in Island umgeben von Bergen. Er ist zwar nicht tief, aber man kann drin liegen oder auch sitzen. Es dauerte demnach auch, bis wir uns wieder da raus begeben haben, um zurück zu laufen. Bis wir dann wieder nahe Reykjavik waren, war es dann schon knapp 20 Uhr.

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Ein Minigeysir?
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rauchender Boden
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Schild
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Reykjadalur
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Reykjadaur
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Reykjadalur

 

Wir hatten einen Plan für später, aber noch ein bisschen Zeit. Also sind wir nach Nautholsvík. Das ist ein Strand in einer Bucht Reykjaviks. Dort wurde irgendwann mal künstlich Sand aufgeschüttet, da dort das Wasser wegen einer Anlage in der Nähe geothermal geheizt ist.. Zwar sind das nur 16-19°C, aber wärmer als der Rest Ozean. Trotzdem sind wir zwei frierenden Mädels da nicht schwimmen gegangen, sondern relativ bald weiter gefahren.

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So. Am Tag vorher hatten wir Internet gelesen, dass es wegen Jónsmessa (Mittsommernacht, wo der Himmel und die Sonne rot leuchten sollen) Wanderungen und Konzerte an dem Abend gab. (Übrigens hat man nichts von dem Phänomen gesehen- war wieder alles dunkel bewölkt.) Eine davon führte zur bekannten Blauen Lagune (Bláa Lónið), wobei für diese Wanderer der Preis halt nur die Hälfte sonstigen Preises war. Die blaue Lagune ist eins der größten Touristendinge und mittlerweile arg auf Luxus getrimmt (normal ca. 60 Euro Eintritt). Wir haben dann auch geschafft diesen Wanderertarif zu bekommen (ca. 30-35 Euro), wenn auch etwas glücklich. Das Wasser hat so eine weißbläuliche Farbe und soll für die Haut sehr gut sein, für die Haare allerdings gar nicht. Mit richtig Schwimmen ist also nicht viel. Ich persönlich fand das schon ganz schön und einfach mal eine schöne Erfahrung (ist halt auch so ein „Must-do“ in Island sozusagen), würde dafür aber nicht den normalen Preis bezahlen und sowieso nicht noch ein zweites Mal.. Also haben wir von 22 Uhr bis ein Uhr morgens das noch ausgenutzt (am Ende in strömendem Regen und Nebel). Wieder spät ins Bett und morgens musste wir dann um zehn aufstehen, weil wir ja noch 45 Minuten nach Reykjavik fahren mussten und ich schon den Bus um 12:00 genommen hab‘. So war ich dann nämlich 15:20 wieder auf meiner Insel und konnte das Deutschlandspiel noch schauen. Danach war außer Skype, Abendessen und einem Film mit Viktoria und Jón nichts mehr besonderes los.

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Draußen vor der blauen Lagune
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Blaue Lagune

Heute, Montag, ist ja jetzt auch schon bereits 13:30 isländischer Zeit. Und dabei habe ich noch nichts gemacht außer dieses Eintrags. Vielleicht kommt Paulin nächstes Wochenende zu mir auf die Insel; sie fliegt dann nämlich auch bald wieder nach Deutschland zurück. Und sonst, ist nicht viel geplant.

Bis bald. Man sieht sich. 🙂

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Days #31-34: ein kleines Zwischenfazit

Jetzt habe ich mich doch mal entschieden, ein kleines Fazit zu schreiben. Ich meine, über ein Monat ist vorbei, „Eingewöhnungsphase“ist das auch nicht mehr. Ein Drittel der Zeit ist auch schon in etwa vorbei. Und momentan sitze ich hier und denke über die Zukunft nach. Was danach kommt und muss mir ehrlich eingestehen, dass ich es nicht weiß. Ich weiß nicht, wie alles weitergeht. Klar, die Unibewerbungen sind auf dem Weg nach Deutschland, aber ist das das, was ich eigentlich möchte?

Die letzten Tage hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und möchte euch einiges davon erzählen.

Aber zuerst mal die letzen Tage so zusammengefasst. Sonntag ist wirklich nichts mehr passiert, gar nichts. Ich habe den ganzen Rest des Tages nur noch mit rumliegen und nichts tun verbracht, wie der ganze Rest der Familie auch. Das Abenteuer Reykjavik und vor allem der Stress mit der Fähre hat dann doch alle mehr Nerven und Ausdauer gekostet, als man denkt und als man sich selbst eingestehen will. Montags war ein bisschen stressig mit dem Gasthaus, auch da SB unbedingt helfen wollte. Das ist an sich kein Problem, ich persönlich mag es aber einfach lieber das selbst zu machen. Dann weiß ich, woran ich bin und kann die Ruhe genießen.

Dann waren wir dann nochmal schwimmen, Schwimmen macht hier einfach echt Spaß und draußen zu sein im warmen Wasser, wenn das Wetter total grausam ist, ist irgendwie entspannend.

Nach dem Abendessen waren wir dann auch nochmal weg mit Viktoria, aber auch nicht lange, es war kalt und unangenehm draußen. Dienstag war der Tag wieder mit Hausarbeit und v.a dem Gasthaus gefüllt, sodass ich Viktoria gar nicht gesehen habe. Abends hatte sie keine Zeit.. Gestern war auch nichts cooles. Morgens wie immer, dann hätte ich mit Viktoria schwimmen gehen können, aber irgendwie habe ich den ganzen Tag bisschen vor mich hingekränkelt. SB dagegen ist zu denen hin. Um 16 Uhr war dann das Land wieder tot, entschied sich doch, ob sie sich für das Achtelfinale qualifizieren oder nicht. Bis auf Rettungsdienst hatte eigentlich das ganze Land hatte frei ab 15:30. Und das meine ich ernst- im Radio, Fernsehen überall wurde das verkündet.

Das ist Island- das Land, in dem ein Gruppenspiel der Europameisterschaft wichtiger ist, als alles andere. Und der Traum geht ja weiter. Spätestens nach dem mittlerweile viralen Video des Kommentatoren, kennt jeder Island und kann sich die Stimmung hier gut vorstellen. Ich mein, Leute fangen am Flugzeuge anzumieten, um nach Nizza zu fliegen..

Gestern abend war ich dann mit Jón und Viktoria unterwegs, und dann haben wir einen Horrorfilm geschaut.. Ich verstehe mich mit beiden gut und mit Jón kann man sich super unterhalten. Da habe ich besonders gemerkt, wie schön eine Sprache ist, die eigentlich alle verbindet irgendwie.

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Schild am Hafen
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Bild auf einer Fischfabrik
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„Kunst“

 

Und jetzt zum eigentlich Thema- einer Art Zwischenfazit:

Mir fällt es sehr schwer, meine Gedanken dazu zu bündeln und zu sortieren, also verzeiht es mir, wenn es sich doppelt oder alles chaotisch ist.

Au-Pair ansich:

Ich persönlich halte von dem Au-Pair-Programm und der Idee dahinter immer noch sehr viel. Klar, es gibt viele, viele Horrorgeschichten. Von Familien, sowie von Au-Pairs. Allerdings denke ich wirklich, dass das Ausnahmen sind. Ich habe gelernt, dass man der Typ dazu sein muss. Es ist was ganz anderes, ab und an mal ein paar Stunden mit Kindern zu arbeiten, als eigentlich 24 h. Denn auch, wenn man natürlich gerade „frei“ hat, die Kinder sind um einen rum. Man ist permanent im Umgang mit ihnen (wenn man nicht gerade mal das Haus verlässt) und wenn man Pech hat, wird halt mal geschrien nachts im Nebenzimmer oder Terror veranstaltet.. Deswegen denke ich auch, dass das eine echt gute Erfahrung mal ist, aber eben auch nicht vergleichbar. Natürlich gibt es andere Programme, die auf dem ‚Arbeiten im Austausch für Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld‘-Prinzip beruhen, wo man härter arbeiten mag. Vergleichen sollte man das nicht. Körperliche Arbeit ist was anderes. Au-Pairs sind eher darin gefordert, immer da zu sein und auch immer, eben auch spontan mal, auf die Kinder aufzupassen und dabei immer freundlich und ruhig zu bleiben.

Gastfamilie und Ich:

Das ist wahrscheinlich der springende Punkt. Wenn man und die Gastfamilie nicht harmoniert, ist das schon vorab gescheitert. Das ist auch so eine Sache. Meine Gastfamilie ist wirklich super, ich kann mich mit beiden Gasteltern unterhalten und es ist auch nicht so, dass es sich wie es ein „Arbeitgeber-Arbeitnehmer“-Verhältnis oder so anfühlt. Die beiden sind extrem hilfsbereit und zuvorkommend, trotzdem, was ich auch verstehe, fühlt man sich manchmal fehl am Platz. Wenn man merkt, dass irgendeinen Stress gibt etc. oder generell, hat man manchmal das Gefühl, unpassend zu sein. Mit den Kindern das ist so eine Sache. Einerseits liebe ich den Kleinen, andererseits ist es manchmal echt lästig. Der Umgang mit ihm, wenn andere Familienmitglieder, insbesondere SB, dabei sind, ist sehr schwer und ich habe wirklich Angst, dass in der kindergartenfreien Zeit das ein großes Problem wird. SB ist auch so eine Sache. Sie ist echt schwer zu bändigen und aktiv. Seit ich hier bin, sieht sie auch nicht mehr ein, raus zu gehen mit Freunden, sondern wuselt immer um mich herum. Das ist zum Teil etwas nervend, aber irgendwo kann ich es ja nachvollziehen.. Für mich am schwersten und wirklich unangenehm ist für mich V. Gut, ich sehe ihn zum Glück nicht oft, er zeigt aber sehr deutlich, dass er mich nicht unbedingt hier haben will und weigert sich, englisch zu reden. Ich bin manchmal echt erleichtert, dass er momentan in Reykjavik ist für noch mindestens eine Woche und das tut mir weh zu sagen. Ich denke, wenn man vorher skypt und schreibt, kann man durchaus einschätzen, ob das passen wird.

Allerdings: Fragt auf jeden Fall konkret nach Aufgaben, Plänen und Hintergründen. Ich habe das nicht so genau gemacht und habe darauf vertraut. Nicht, dass es jetzt extrem schlimm wäre, aber es ist schon so, dass ich mehr Hausarbeit mache hier als viele andere Au-Pairs und weniger als 30% meiner Arbeitszeit tatsächlich mit den Kindern verbringe. Auch kam mittlerweile heraus, dass mir andere Sachen (z.B eine Krankheit eines Kindes, die schon einen Unterschied macht) verschwiegen wurde. Das Prinzip basiert halt viel auch auf Ehrlichkeit und sowas ist immer ärgerlich im Nachhinein zu erfahren.

Island, Kultur und Menschen:
Ein absolut durch und durch tolles Erlebnis. Island bietet dir unglaublich viel an wunderschöner Natur, selbst am den nicht so bekannten Plätzen. Die Städte sind immer so süß mit den kleinen, bunten Häusern und Reykjavík ist wahrlich eine beschaulich und eigene, aber lebendige, künstlerische und sehenswerte Stadt. Alle, die ich bisher kennenlernen durfte, sind sehr nett, interessiert und offen. Aber vor allem der Zusammenhalt und irgendwo die Liebe zu dem, was das Völkchen hier oben geschafft hat, ist überwältigend.

Sprache und Lage:
Und jetzt kommt das große Aber. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist. Man unterschätzt sehr schnell, wie es ist, kein Wort zu verstehen. Vor allem, wenn man beim Essen oder wenn Besucher kommen nur schweigend dabei sitzen kann. Isländisch ist eine lustige Sprache anzuhören, aber leider nicht so einfach. Lesen ist meist kein Problem, die 35 (oder so) Buchstaben sind doch oft sehr ähnlich zum Deutschen, aber alles andere ist dann auch zu viel. Man fühlt sich schnell ausgegrenzt und allein. Zum zweiten Aber: Vestmannaeyjar. Irgendwo bin ich froh, genau auf diesem Inselchen zu sein. Das Feeling und die Menschen sind halt doch noch mal anders und Heimaey (Inselname) ist zurecht ein Must-See für viele Touristen und im Sommer übersäht von Leuten aus allen Ländern. Trotzdem ist das neben der Sprache ein weiterer Isolationsfaktor. In Reykjavík ind Umgebung findet man schnell Kontakt, andere Au-Pairs und Farmarbeiter gibt es einige, aber finde mal Anschluss auf einer 4500 Menschen Insel. Ich bin sehr froh, dass ich momentan ein bisschen Leute gefunden habe, mit denen ich klar komme. Auch weil Pauline mich ja leider relativ bald schon verlässt hier in Island.

-> Ich mag es hier und Island ist ein tolles Land. Größtes Problem: Einsamkeit. Heimweh habe ich in dem Sinne nicht, ich sehne mich nur vor allem im Alltag nach Menschen meines Alters und manchmal auch meiner Sprache. Einfach ohne zu denken los quatschen können. Generell denke ich, dass Island ein Fleck Welt ist, den man einfach mal gesehen haben sollte. Es ist anders hier, aber in einem positiven Sinne.

Und damit tschüss aus dem Bus 52 auf dem Weg nach Reykjavík. Man sieht sich bald wieder. Bless und áfram Island.

Days #27-30: Auf und Ab

Tag 27, Mittwoch war soweit ein relativ normaler Tag.. Das Haus vormittags schnell gemacht und nachmittags dann mit SB und Viktoria (die Ukrainerin hier) und ihren zwei Kids schwimmen. Das hat auch nach ein bisschen Eingewöhnungsphase gut funktioniert, SB und ihr älterer Junge (8 Jahre) haben sich ganz gut verstanden und zusammen gespielt.. Ihr kleinerer Junge ist zwar eher um uns herumgehüpft, aber das ging schon in Ordnung.

Danach war ich mit SB den Kleinen aus dem Kindergarten abholen und das war eine Katastrophe, mal wieder. EL benimmt sich dann absolut daneben und ignoriert mich, was dann v.a zu Streit zwischen SB und mir geführt hat. Nach dem Abendessen später war ich dann wieder mit Viktoria draußen spazieren und ohne konkreten Plan sind wir Richtung der Vulkane gelaufen und am Ende den zweiten, mir noch fehlenden (den älteren) Vulkan, Helgafell, hochgeklettert.. Der Weg war wesentlich schwerer zu finden als bei den anderen Sachen und teils echt ziemlich blöd.. Die Aussicht war wie erwartet wunderschön, leider aber wenig spektakulär, wenn man schon an den anderen Orten so war und auch gab es hier keine heiße Steine oder Rauch oder sonst was. Bei Helgafell konnte man wirklich nicht erahnen, dass der theoretisch aktiv ist.

 

Donnerstag begann ähnlich. Zwar habe ich nicht das Gasthaus gemacht, wir waren aber wieder schwimmen mit Viktoria. Abends waren wir diesmal nicht allein unterwegs, sondern ihr 17-jähriger ‚Gastbruder‘ Jón hat uns ein bisschen die Gegend gezeigt..Dabei waren wir zuerst einfach nur ein bisschen am Ozean rumspazieren und sind danach zu der spranga-Stelle. Das war das mit dem Seil, was an der Steilwand hängt, womit man da sozusagen an der Wand lang fliegt.

Das konnte er natürlich wesentlich besser umsetzten als Einheimischer der Insel, als ich, die einfach nur paar Mal auf den Steinen gelandet ist!

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Jón- sprangar

Dann sind wir zu einer kleinen Höhle hochgeklettert an einem der Berge, wo wir relativ lange eigentlich nur gesessen haben und geredet.

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Blick aus der Höhle

Dann haben wir einen Freund von ihm getroffen, Oskar, mit dem wir dann eigentlich einfach nur paar Stunden sinnlos auf der Insel rumgefahren sind. Was wir dabei gelernt habe: Die Insel besteht eigentlich nur aus Fischfabriken.

Freitag Morgen begann dann um 8:30 mit der Fähre auf das Festland. Gegen 11 waren wir dann auch wieder in dem süßen Reykjavik. Dann haben wir vor allem unsere Sachen bei I. abgestellt und sind dann schon in die Innenstadt gefahren. Erst um bei einem Möchtegerne-McDonalds-Abklatsch (echten gibt’s hier seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr) was zu essen und danach zur Parade.

Der 17. Juni, Unabhängigkeits- und damit Nationaltag Islands, hatte eine Parade zu bieten, die leider weniger besonders war als erhofft. Danach ging es zu dem See und Park in Reykjavik- wo ich 6 Tage vorher noch bunt langgerannt bin-, wo es alles mögliche für „Kinder und Familie“ geben sollte. Leider fand ich das meiste eher uninteressante und mit viel Wartezeit verbunden, weil SB alles testen wollte und machen wollte und die Wartezeit leider teils etwa eine Stunde war. Das war für mich natürlich eher langweilig, v.a weil ich ja nichts verstehe von den isländischen Konversationen, die um mich herum geführt werden. Dazu hab‘ ich gefroren und wollte eigentlich nur weg.

Nachdem ich da mehrere Stunden ‚überlebt‘ hatte, wurde SB von ihrem Vater abgeholt, sodass wir dann nur noch zu viert waren. Aus irgendeinem Grund wollten A. und S. aber noch nicht zurück zu Iris, wo wir ja übernachtet haben, sondern noch woanders Zeit irgendwie verbringen. Also waren wir erstmal bei Valdís, was eine kleine, süße, aber vollkommen überfüllte Eisdiele in Reykjavik ist. Das Eis war aber wirklich super und vor allem viel, auch wenn manche Sorten echt komisch waren. So gab es neben Lakritz noch  gesalzene Erdnüsse, Skittels, Apfel mit Zimt und Zuckerguss. Trotzdem gab es auch wenigstens paar ’normale‘ Sorten: Vanille, Kiwi, Oreo, Erdbeere und so.

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Menschen in Reykjavik
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EIs
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Aussicht beim Grillen
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Aussicht beim Grillen

Auch nach dem Eisessen war es aber irgendwie noch zu früh, so dass wir dann spontan zu S. Großeltern (Urgroßeltern des Kleinen) gefahren sind. Es wurde viel isländische geredet, gelacht, aber es gab wenigstens Waffeln und Kekse zu essen, also war das in Ordnung.

Der Tag war ja aber immer noch nicht zu Ende. Anschließend ging es noch dahin, wo ich letztes Mal übernachtet hatte. Dort wurde gegrillt und mit der Aussicht auf’s Meer war das echt ein schöner Abschluss, aus wenn ich wieder nicht viel verstanden habe. Danach ging es aber wieder zurück zu I, es war schon knapp 21:30 Uhr. Diesmal mit drei Hunden plus Katze, weil sie noch auf diesen einen Hund mehr aufpassen musste. Abends kamen einige Freund von A. und als ich mich scheinbar in mein Bett verzogen hatte um 23 Uhr, sind die wohl noch weggegangen oder sonst was. Jedenfalls war Samstag bis 14 Uhr Ruhe im Haus und war nur mit I ein wenig mit den Hunden draußen spielen.

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einer der Hundis

Danach wurde es dann aber stressig, wollte man doch am besten schon um 15 Uhr in der größten Sportbar in Reykjavik sein wegen des Islandsspiel. Davor haben wir den Kleinen noch zu S. Schwester gebracht und sind da hin.. Da waren bestimmt 200 Menschen und das nationale Fernsehen hat auch von da berichtet. Draußen auf dem großen Platz schauen kam leider nicht in Frage, da es geregnet hat und v.a ziemlich stürmisch draußen war. Nach ein bisschen Tischchaos und viel Glück, hatten wir einen Tisch quer zur Leinwand, sodass man echt eine einigermaßen gute Sicht hatte. Direkt daneben war so etwas wie ein Minikino, wo dann die wirklichen Hardcorefans in Trikots, bemalt usw. saßen. Die Stimmung war auf jeden Fall besser bei uns als überall sonst.

Video der Fans (zweimal wundervoll zensiert- die beiden Gesichter soll und muss man nicht erkennen)

Die liebe Pauline (ihr erinnert euch- die Selfoss/Nesjavellirtour von vor zwei Wochen) kam dann auch noch dazu, was echt schön war. Ich konnte mal wieder deutsch reden mit jemandem hier. Nach dem Spiel waren Pauline und ich dann noch in Reykjavik Downtown in einem kleinen Kaffee, bevor ich abgeholt wurde von meiner Gastfamilie, nachdem die den Kleinen wieder eingesammelt haben. Dann ging es zurück. 21:30 wollten wir in Landeyjahöfn sein. Wir waren aber durchaus sehr gut in der Zeit und um knapp 21 Uhr schon nahe der Ausfahrt auf der Ringstraße. Und dann kam die Nachricht: Die 21 Uhr Fähre ist von der Insel nicht mehr losgefahren, unsere Fähre wurde damit auch gecancelt wegen dem Wind und der damit verbundenen Wellenhöhe. Zuerst war ich ziemlich überrasscht- das Land, das super gelernt hat, mit der Natur hier zu leben, kommt mit ein bisschen Sturm nicht klar?

Allerdings liegt das aber vor allem an Landeyjahöfn (wie schon erwähnt, der Hafen macht Probleme und ist im Winter unnutzbar). Der Hafen wurde 2010 an die -bis dato- als unbeschiffbare geltende Küste gebaut und ist sehr flach und schmal und es ist einfach bei Wellengang wie gestern, sehr schwer, um das Schiff schwer zu kontrollieren. Gut, wir also im Feld angehalten und rumtelefoniert.

Die 11 Uhr Fähre für heute Morgen war schon ausgebucht, also mussten wir schon 9:30 fahren. Zum Glück hat S.‘ Onkel 30 Minuten von der Fähre ein Hotel, wo wir noch unterkommen konnten. Auf dem Weg zu diesem Hotel gab es einige hochfliegende kleine Wasserfälle, was erstmal echt seltsam aussah. Man fährt ja lange an dem Gebirge rund um Gletschervulkan Eyjafjallajökull vorbei, wo es viele kleine Wasserfälle gibt, von denen einer eben, durch den Wind hoch geweht wurde. Um 21:45 waren wir dann da- Drangshlið. Ein Ort, wo außer dem Hotel/Gasthaus, einem Bauernhof und zwei Turfhäusern (die süßen Steinhäuser mit dem Gras auf dem Dach), nichts ist; benannt nach einem Felsen, der irgendwann mal von dem Berg runtergekommen ist. Das Hotel war zwar ganz schön, die Nacht aber kurz und ich war schon ziemlich froh, als ich heute wieder mich in meinem Zimmer verkrochen konnte und die Ruhe genießen konnte.

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Dranghlíð
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Drangshlíð
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Fähre

Das war’s- ein abenteuerliches Wochenende geht zu Ende. Und geschuldet dem Datum heute, 19.6, ist heute auch genau ein Monat in dem kleinen europäischen Land, auf einer kleinen Insel, vorbei.

Pläne für die nächsten Wochen? Ja, viele, aber keine konkreten!

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche. Tschüss, bless!

Days #25&26: Áfram Ísland!

Eigentlich wollte ich noch nichts schreiben. Eigentlich gibt es auch nicht viel.
Aber nach dem unglaublichen Unentschieden -wobei es sich für jeden wie ein Sieg anfühlt-, bin ich auch ich in EM Stimmung angekommen und ich musste etwas runtertippen. Generell war der ganze Nachmittag schon nur bestehend aus Vorfreude auf den Abend (19 Uhr war der Anpfiff isländischer Zeit). Pizza wurde vorbestellt, Chips gekauft, Flaggen aufgehängt und die Kinder mit Trikots und Mützen passend gekleidet. Während des Spiels war alles ausgestorben. 8%-10% Islands sind ja bekanntlich in Frankreich. Und gefühlt weitere 10% bei verschiedenen Public Viewings. Und der ganze Rest saß zuhause mit Trikots vor dem Fernseher.. Auf den Straßen war wirklich alles wie ausgestorben zu der Zeit. Meine Gasteltern meinten auch, dass es hier „normal“ ist, wenn wichtige Spiele von Handball-/ Fußballnationalmannschaft ist, dass Leute früher von der Arbeit gehen. Das interessiert dann wohl keinen und wird wohl oft noch unterstützt. Ich glaube auch, dass ganz Island die letzten Minuten nicht mehr ruhig sitzen konnte.

Jetzt aber nochmal von vorne. Montag gibt es nicht viel zu berichten, weil es wieder nicht viel gab. Das Wetter war gut die letzen Tage, sodass ich viel draußen war mit dem Kleinen…

Nach dem Spiel habe ich mich übrigens dann relativ kurzfristig mit der Ukrainerin getroffen, um ein bisschen herumzuspazieren und zu erzählen. Ihr Englisch ist ziemlich begrenzt, aber mit einem Misch aus englisch und russisch ging’s dann irgendwie. Ich habe dann auch erfahren, dass nächste Woche zu ihrer Familie noch ein ehemaliges Aupair der Familie kommt. Das heißt, hier ist dann noch ein bisschen mehr los hoffentlich!

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Ein Abend auf Vestmannaeyjar

 

So das war’s auch erstmal, sonst weiß ich noch nicht, wie es aussieht die nächsten Tage. Freitag bin ich mit der Familie in Reykjavik, weil am 17.6 Nationalfeiertag (Tag der Unabhängigkeit) ist und die dachten, hier auf der Insel ist ja eigentlich nichts los, also fahren wir in die Hauptstadt..

Tschüss!

 

Days #21-24: Farbenfroh

Hallöchen,

mal wieder da und Zeit, hier was zu schreiben.

Tag 21 heißt erstmal, dass ich schon drei Wochen hier bin. Das mag für die meisten sehr wenig klingen, für mich ist das nach doch den Zweifeln anfangs und in Anbetracht, dass ich ja auch ’nur‘ drei Monate bleibe, schon recht viel. Der Tag selbst war absolut langweilig. Der Kleine war wieder im Kindergarten (ist schon viel angenehmer so) und ich hab‘ eigentlich nichts interessantes gemacht.

Freitag war es bis mittags auch unspektakulär, nachmittags haben SB. und ich so ‚Stirnbänder‘ (zusammengefalteten Buff-Tücher) bemalt wegen des Color Runs, wobei ich meines am Ende nicht mal getragen habe. Nachmittags noch schnell den Kleinen einsammeln, weil schon um 18:30 die Fähre ging.. Kurz nach 19 Uhr fuhr dann der Bus.. Die Busfahrt war ganz okay, zweieinhalb Stunden sind halt nicht so kurz und die Landschaft und Orte, die man durchquert, sind beim ersten Mal fahren noch ganz schön, dann aber auch nicht mehr. 21:45 kamen wir dann in Mjódd an (da war ich ganz froh drüber, SB hatte prinzipiell den Drang rumzuspringen und zu klettern im Bus oder wollte beschäftigt werden). Der Rest des Abends bei der Freundin (I.) von A., die letztes Wochenende hier zu Besuch war, war ganz entspannt und ich habe die Zeit verschwendet mit dem Kätzchen zu kuscheln (das neben zwei großen Hunden da war).

Samstags ging es dann schon relativ früh los. Outfits wurden zusammengestellt und alles, sodass wir kurz nach zehn schon an dem Platz war, wo das ganze Spektakel losgehen sollte. Es war auch schon gut gefüllt und die Stimmung der Leute war auch gut. Obwohl man ja weiß in den Lauf starten sollte, waren eigentlich schon vorher alle bunt, weil jeder wohl aus Neugier so ein Farbpäckchen benutzt hatte. Um elf war ja die Startzeit. Leider war das Ganze organisatorisch gesehen eine Katastrophe. Es hieß zwar, man lässt immer gruppenweise Leute auf die Strecke. So weit, so gut. Der schieren Anzahl an Teilnehmern (12.000) schien man sich dabei nicht bewusst gewesen zu sein. Obwohl auf der Bühne ständig geredet und musiziert wurde, wurden keine Informationen über Start etc. angeben, sodass sich alle wirr irgendwo hinschubsten und drängten, wobei mittendrin auch massig kleine Kinder, teils unter drei Jahren im Kinderwagen, waren. Irgendwann konnten wir dann auch mal starten. Da waren schon längst die ersten Läufer durch. Aber auch als wir im Ziel waren, sind die letzten noch gestartet.. Der Lauf an sich war ganz lustig, ich bin dann mit SB. vorgerannt, während I. und Tochter meist gelaufen sind. SB wollte natürlich prinzipiell rennen oder joggen und kann und sollte aber mit neun Jahren nicht allein rumrennen, sodass ich dann folgen musste. Diese Farbstationen waren leider immer ein Punkt, wo es sich gestaut hat; wollte doch jeder möglichst viel Farbe abbekommen. Leider war das nicht so spektakulär, wie man sich erhofft hatte. So bunt war man gar nicht. Leider haben auch die Farben blau und v.a grün alles andere überdeckt, sodass pink und geld (außer in hellen Haaren) selten zu sehen war. Ob sich der Preis hier in Island gelohnt hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich selbst würde es nicht zahlen (mir wurde es bezahlt, weil ich ja doch auf SB aufpassen musste), da sind mir 7000 Kronen (ca. 45-50 Euro) dann doch zu viel. Allerdings ist in Island alles prinzipiell teurer ist, vor allem so Attraktionen, Festivals oder ähnliches.

Nach dem Lauf selbst gab es wieder bisschen Party auf dem Platz. Bisschen Musik und „holi-ähnlich“ wurden jede 20 Minuten Farbbeutel hochgeschmissen für die neu ankommenden Läufer. Das ging auch ganz gut bis zum Ende, weil relativ viele Beutel in die Menge gebracht wurden und jeder eigentlich ein paar hatte. Zum Schluss (die meisten Leute sahen aus wie Shrek, weil grün am auffälligsten war- v.a im Gesicht) ist dann Páll Oskar aufgetreten. Das sagt jetzt keinem hier was. Das ist ein 40/50 jähriger Musiker Islands, den man international höchstens von irgendeinem ESC-Start vor 2010 kennen könnte. Alle hier versicherten mir, dass der sehr berühmt hier ist und geliebt für seine Lieder und Persönlichkeit. Die Lieder sind meist isländisch (eigentlich alle) und handeln vom Leben, Lachen, Lieben und Tanzen oder so, also nur fröhlichen Texten großteils. Er ist offen schwul und hier ein Vorbild für viele (gleichgeschlechtliche Ehe usw. erlaubt in Island) und scheint, sehr exzentrisch und auffällig zu sein. Leider hatten zu dem Zeitpunkt viele schon das Ganze verlassen, die Stimmung war nicht mehr allzu gut (es war kalt und wir alle müde), aber trotzdem haben alle fleißig mitgesungen. Nach ihm sind wir dann aber auch weg. SB wurde abgeholt (sie war bis zum Bus am Sonntag woanders und nicht mit mir unterwegs) und ich blieb bei I. Das Schönste war dann auch das Duschen, wenn man die Frage wenigstens von Haut und Haar waschen konnte, wobei man auch das ganze Wasser und die Wanne anfangs grün-bläulich gefärbt hat. Diese Farbe war auch wirklich überall, im Ohr, im Nacken, an den Füßen (ich hatte zwei Paar Socken plus Schuhe an..).. Abends wurde ich dann abgeholt von H. Dort hatten wir die ersten Nächte, als ich gerade angekommen bin in Island damals auch verbracht; sind Verwandte meiner Gastmutter. Und da habe ich nur noch entspannt und eigentlich nichts gemacht.

 

Sonntags war dann ein Treffen mit einem tschechischen Au-Pair in Reykjavik geplant, die leider aus einem unglücklichen Zufall heraus kurzfristig abgesagt hat. Also bin ich um eins allein in die Stadt, von der mir ja noch einiges an Sehenswürdigkeiten fehlte. Eigentlich bin ich nur Laugavegur rauf und wieder runter gelaufen. Das ist so die Einkaufsstraße im Herzen Reykjaviks. Hier sind aber nur so kleine Läden und Cafés, aber richtig süß und interessant. Viele Läden mit touristischem Krimskrams, die schön gestaltet waren, und oft sehr lustige Sachen beherbergten. So konnte man z.B Päckchen kaufen, das die Magie beinhalten sollte, Isländisch zu sprechen oder Eyjafjallajökull) auszusprechen zu können. Ich glaube der Zutatenliste nach übrigens, dass das Minzbonbons waren.

Dann bin ich noch zur Hallgrímskirkja gelaufen, die beim letzten Besuch leider wegen einer Hochzeit zu war. Diese Kirche ist wohl das Wahrzeichen der Stadt und ich konnte diesmal auch in die Kirche und hoch zur Aussichtsplattform. Reykjavik ist alles in allem eine echt schöne Stadt, viele kleine, bunte Häuser und ganz viel Streetart (bemalte Wände, Parkhäuser, Straße…). Die Zeichen, dass Fußgängerzone beginnt, war gezeigt durch Metallfahrräder, die den Autos als Schranke fungierten und weitere Kleinigkeiten. Eine echt sehenswerte Stadt, nicht nur mit dem was ich gestern gesehen habe, sondern auch dem tolle See und Park (wo ich schon war und auch der Run war) und dem beeindruckenden Harpa Gebäude.

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bemalte Wand
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Hallgrímskirkja mit Statue von Leif Eriksson
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Aussicht
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Aussicht
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Aussicht

Danach musste ich leider auch schon weg und wurde abgeholt von I., die mich zu Mjódd gebracht hat (Fernbushaltestelle, ist bisschen weg vom Zentrum), wo ich SB auch wieder getroffen habe. 16:30 ging der Bus wieder. 19:45 dann die Fähre. Leider konnte ich in der Stunde Aufenthalt in Landeyjahöfn kaum an der schönen Strand, da der Wind so stark war, dass der fliegende Sand dich regelrecht erstochen hat. Durch den starken Wind war auch ordentlich Wellengang und ich habe schmerzlich lernen müssen, dass ich bei ein bisschen mehr als normal „Auf und Ab“ der Wellen durchaus seekrank bin. Mit einem bisschen Verspätung waren wir um 20:25 wieder auf dem Festland, sodass ich zuhause sogar noch die letzten 15 Minuten Fußball sehen konnte! 😀

So damit ist das Wochenende leider schon wieder vorbei. Jetzt ist es schon 10 Uhr, d.h ich muss mal was machen. 😉 Heute müsste endlich die Bankkarte benutzbar sein und außerdem kommt ja heute Abend die Ukrainerin hier auf die Insel. Mal sehen, wie das wird. Man fühlt schon allein hier. Ich habe zwar mit einigen anderen Au-Pairs Kontakt, aber die kommen fast allesamt aus Reykjavik und Umgebung und da kann ich halt nicht immer sein. 😀

Außerdem: Ich habe mittlerweile mehr als 1/4 meiner Zeit schon hier verbracht, vielleicht schreibe ich mal eine Art Zwischenfazit die Tage (wenn ich Lust und Zeit habe). Gleichzeitig muss ich mich ja auch schon um Unibewerbungen kümmern und die zum Teil nach Deutschland schicken!

Bis bald, liebe Leute. Takk kærlega.

Days #18-20

Eigentlich wollte ich nichts schreiben. Denn wieder gibt es bei mir nicht viel zu erzählen (aber es ist Tag 20. Die Zahl ist cool, da muss das).. Montag war wieder so weit ein ganz normaler Tag ohne großartig spektakuläre Ereignisse. Das einzige Besondere war, dass wir die Pferdchen mal wieder füttern waren. Irgendwie muss ich sagen, dass ich irgendwo doch noch eine Art Liebe für diese Tiere entwickle. Aber zu meiner Verteidigung, Islandpferde sind auch wirklich süß- klein, lieb und zutraulich.

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Gestern sowie heute war der Kleine leider krank- jedenfalls stark erkältet, teils mit erhöhter Temperatur-, sodass ich ja dann nahezu den ganzen Tag den Kleinen bei mir hatte. Mit ihm funktioniert es auch eigentlich mittlerweile ganz gut. Ich kenne meine Wege, ihn zu beruhigen bzw. vom Weinen abzuhalten und mittlerweile kann mich auch soweit mit ihm verständigen. Auch wenn mein Wortschatz nur aus Ja, Nein, Schlafen, Essen, Spielen, Sitzen besteht. Allerdings ist er schon sehr weinerlich und v.a aufmerksamkeitsfordernd gewesen jetzt, sodass man ihn kaum eine Minute allein spielen lassen konnte und er auch Videos nicht mal ruhig geschaut hat. Dazu kam, dass er sich prinzipiell geweigert hat, zu essen und seinen Mittagsschlaf zu machen. Teils waren ja auch noch die älteren Geschwister (haben Ferien mittlerweile) hier und haben sich mit ihm beschäftigt, obwohl das für mich auch eher komisch war. Habe mich dann so ein bisschen fehl am Platz gefühlt. Ferienbeginn war übrigens offiziell Freitag, jetzt am Dienstag war aber noch Zeugnisausgabe (jedenfalls hier) und verglichen mit dem deutschen „Da ist dein Zeugnis und schöne Ferien“, waren hier die Kinder hübsch gemacht worden und die Eltern waren mit. Der Zeugnisausgabe ist viel wichtiger für die hier als ich das kenne. Übrigens werden die Noten meist (jedenfalls laut denen hier) wie früher von 1 bis 10 bei Arbeiten etc. ausgegeben, wobei 10 das Beste ist und es Kommazahlen gibt. Auf dem Zeugnis steht aber mittlerweile ein System bestehend aus A, A-, B+, B, B-; c+, C, C- und D. Dazu wird in den Fächern nicht eine gesamte Endnote, sondern Einzelnoten für Kommunikation, Teamarbeit, Motivation etc. ausgegeben. Auch sind sozusagen Heimkunde (Kochen usw.), ’sowas wie Nähen und so‘ und Schwimmen Fächer, wobei Schwimmen verpflichtend bis zur 10. Klasse durchläuft.

Alles in allem zwei stressige Tage, sodass ich auch nachdem die Eltern von der Arbeit kamen, nichts mehr ’sinnvolles‘ gemacht habe.

So und zum Ende noch die neusten Entwicklungen:Freitag Abend geht es nach Reykjavik, Samstag auf den dortigen Color Run und Sonntag erkunde so (nochmal) die Stadt. 🙂

Und jetzt noch ein Foto (Sonntag aufgenommen nach dem Klettern bei der ‚kleinen Tour‘, aber vergessen dann):

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Bye! Bless! Tschüss! (Und was auch immer sonst noch…)

Days #13-17

Hey an die Leute, die das hier wirklich verfolgen. Tut mir Leid, dass seit Dienstag nichts kam von mir. Ich wollte auch oft was schreiben. Und saß davor, um dann aber verzweifelt festzustellen, dass es einfach absolut gar nichts zu erzählen gab. Auch jetzt kann ich nicht zu viel sagen, aber besser als nichts. Also Mittwoch, Donnerstag und (der halbe) Freitag waren wie jeder andere Tag auch. Ich habe ein bisschen hier Ordnung gehalten, den Kleinen eingesammelt (immer allein!- hat auch soweit ganz gut geklappt) und sonst weitestgehend Freizeit gehabt. Freitag Nachmittag/Abend kam zusätzlich eine Freundin plus 12-jähriger Tochter der Gastmutter aus Reykjavik zu Besuch. Das heißt bis heute Mittag (Sonntag) war hier volles Haus, wobei V., der ältere Sohn schon in Reykjavik ist und somit außer Haus. Die waren auch beide sehr nett (und konnten gut englisch ;D ) und der Freitag Abend war ganz schön- haben einfach alle beisammen gesessen, geredet (ich verstehe mittlerweile wenigstens manchmal das Gesprächsthema) und mein „Lieblingsspiel“ Sequence gespielt, aber diesmal ohne Teams, sondern alle einzeln. Sonderlich gut in dem Spiel bin ich leider immer noch nicht!

Das Bild, was jetzt kommt, wurde übrigens um 1:30 aus dem Küchenfenster aufgenommen, um mal zu zeigen, wie „dunkel“ es hier nachts ist. Dunkler wird es nachts nicht, that’s it (jedenfalls wird’s bis zum 21. Juni nichts mehr dunkler 😀 ).

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‚Dunkelheit‘ der Nacht

Samstag war hier ein Fest wegen des Sjómannadagur (Seemannstag), was hier auf der Insel relativ wichtig ist. Morgens war ich mit auf dem Angelwettkampf. Ich habe leider weder Ahnung noch Interesse am Angeln. Demnach war es auch nicht wirklich cool, 50 Leuten bei dem Versuch den schwersten Fisch innerhalb einer Stunde zu fangen, zuzuschauen (insgesamt wurden auch nur 5-6 Fische gefangen). Dann habe ich die Zeit genutzt, bisschen zu skypen und so und war nachmittags nochmal da. Da waren dann leider die Bootstouren schon vorbei und auch das ‚Ich-weiß-nicht-wie-es-heißt‘-Turnier, wobei zwei Menschen auf einer Stange sitzen und sich gegenseitig versuchen, mit einem Kissen ins Meer runterzuschmeißen, schon vorbei (Uhrzeit stand nirgendwo, dachte nicht, dass um 15 Uhr alles rum ist). Viel war nicht mehr los, die Kinder haben irgendwo gespielt und die Eltern Kaffee getrunken. War jetzt nicht unbedingt der spannendste Tag.

Heute war fast noch langweiliger- fast. Bis um 20 Uhr bestand der Tag nämlich wirklich aus im Bett sitzen und ja. Dann habe ich mich aufgemacht zum Heimarklettur aufgemacht. Das ist einer der Berge hier und der einzige der Berge (nicht Vulkane), den man durchaus beklettern kann. Verglichen mit den anderen Bergen gibt es hier eine Art Weg gibt oder wenigstens Leitern um die Steilwände hochzukommen. Anfangs geht es nur über Leitern oder steile Treppen hoch, die Aussicht ist dabei immer schön, auch weil du direkt neben dem Ozean bist. Schafe leben in Island auf allen Höhenlagen und allen Gefällen (wie sonst eher Ziegen) und dort wimmelte es nur vor denen. Danach ist der steilste Teil geschafft, leider erst mit Glück ein Drittel des Weges. Der schlängelt sich dann schön den Berg hoch. Obwohl es stellenweise eine Beleidigung ist, von Weg zu sprechen. Circa 45 Minuten hat mich der Aufstieg gekostet und ich denke, viel schneller kommt man da auch nicht hoch, wenn man nicht querfeldein klettert, sondern den Markierungen folgt. Oben musste ich leider feststellen, dass der Nebel ziemlich aufgezogen ist und man gar nicht weiter als 50 m sieht, womit Fotos sinnlos waren. Dort habe ich mich erst in das Gästebuch eingetragen und mich mit ’nem Mann unterhalten habe, der immer ein Stückchen vor mir gelaufen ist. Der war Isländer und wohnt seit paar Jahren auf der Insel und hatte alles mögliche zu erzählen. Es war auch einfach schön, ein bisschen mit jemandem zu quatschen, auch weil Isländer ein sehr freundliches und interessiertes Völklein sind- wenn auch manchmal sehr überzeugt von ihren Traditionen und sich selbst. Beim Weg runter habe ich festgestellt, dass der Nebel mittlerweile sehr tief hing, sodass ich eigentlich die meiste Zeit nichts gesehen habe. Der Weg war dann auch relativ ‚kurz‘, weil ich auf dem Rückweg eher querfeldein den Berg runtergerutscht bin. Meinen Gasteltern hatte ich Bescheid gesagt, sodass ich abgeholt wurde und beim Warten noch am Meer auf so großen Felsen herumklettern konnte. Auf dem Rückweg musste mir S. natürlich noch den Ort des alljährlichen Festivals auf der Insel hier zeigen, weil das so das ‚Ein und Alles‘ für die hier ist. Das findet immer am ersten Augustwochenende statt, mal sehen ;D.

Abends wurde nur noch ein bisschen Ferngesehen.

Und ja, that’s it. Übrigens gibt es Neuigkeiten:. Mit Pauline sind weitere Wochenenden in Planung. Die Ukrainerin hat das Visum bekommen, d.h es kommt noch ein Au-Pair in den nächsten Wochen her.