Days #31-34: ein kleines Zwischenfazit

Jetzt habe ich mich doch mal entschieden, ein kleines Fazit zu schreiben. Ich meine, über ein Monat ist vorbei, „Eingewöhnungsphase“ist das auch nicht mehr. Ein Drittel der Zeit ist sicher schon vorbei. Und momentan sitze ich hier und denke über die Zukunft nach. Was danach kommt und muss mir ehrlich eingestehen, dass ich es nicht weiß. Ich weiß nicht, wie alles weitergeht. Klar, die Unibewerbungen sind auf dem Weg nach Deutschland, aber ist das das, was ich eigentlich möchte?

Die letzten Tage hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und möchte euch einiges davon erzählen.

Aber zu erst mal die letzen Tage so zusammengefasst. Sonntag ist wirklich nichts mehr passiert, gar nichts. Ich habe den ganzen Rest des Tages nur noch mit rumliegen und nichts tun verbracht, wie der ganze Rest der Familie auch. Das Abenteuer Reykjavik und vor allem der Stress mit der Fähre hat dann doch alle mehr Nerven und Ausdauer gekostet, als man denkt und als man sich selbst eingestehen will. Montags war ein bisschen stressig mit dem Gasthaus, auch da Sara unbedingt helfen wollte. Das ist an sich kein Problem, ich persönlich mag es aber einfach lieber das selbst zu machen. Dann weiß ich, woran ich bin und kann die Ruhe genießen. Dann waren wir dann nochmal schwimmen. Nach dem Abendessen waren wir dann auch nochmal weg mit Viktoria, aber auch nicht lange, es war kalt und unangenehm draußen. Dienstag war der Tag wieder mit Hausarbeit und v.a dem Gasthaus gefüllt, sodass ich Viktoria gar nicht gesehen habe. Abends hatte sie keine Zeit.. Gestern war auch nichts cooles. Morgens wie immer, dann hätte ich mit Viktoria schwimmen gehen können, aber irgendwie habe ich den ganzen Tag so ein bisschen Kopfschmerzen und Schwindel und dann auch einfach keine Lust schwimmen zu gehen.. Sara dagegen ist zu denen hin. Um 16 Uhr war dann das Land wieder tot, entschied sich doch, ob sie sich für das Achtelfinale qualifizieren oder nicht. Das ganze Land hatte frei ab 15:30. Und das meine ich ernst- im Radio, Fernsehen überall verkündeten die das. Selbst die großen Firmen, Banken etc. schlossen ab 15:30. Vermutlich hatten lediglich Krankenhäuser und Feuerwehr eine minimale Notversorgung.

Das ist Island- das Land, in dem ein Gruppenspiel der Europameisterschaft wichtiger ist, als alles andere. Und der Traum geht ja weiter. Spätestens nach dem mittlerweile viralen Video des Kommentatoren, kennt jeder Island und kann sich die Stimmung hier gut vorstellen. Ich mein, Leute fangen am Flugzeuge anzumieten, um nach Nizza zu fliegen..Der Wahnsinn geht weiter.
Gestern abend war ich dann mit Jón und Viktoria unterwegs, und dann haben wir einen Horrorfilm geschaut.. Ich verstehe mich mit beiden gut und mit Jón kann man sich super unterhalten. Und da merkt man dann auch erst, wie englisch Menschen verbinden kann. Ich meine da sitzen eine Deutsche, ein Isländer und eine Ukrainerin und unterhalten und scherzen über Gott und die Welt.

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Schild am Hafen
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Bild auf einer Fischfabrik
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„Kunst“

 

Und jetzt zum eigentlich Thema- einer Art Zwischenfazit:

Mir fällt es sehr schwer, meine Gedanken dazu zu bündeln und zu sortieren, also verzeiht es mir, wenn es sich doppelt oder alles chaotisch ist.

Au-Pair ansich:

Ich persönlich halte von dem Au-Pair-Programm und der Idee dahinter immer noch sehr viel. Klar, es gibt viele, viele Horrorgeschichten. Von Familien, sowie von Au-Pairs. Allerdings denke ich wirklich, dass das Ausnahmen sind. Ich habe gelernt, dass man der Typ dazu sein muss. Es ist was ganz anderes, ab und an mal ein paar Stunden mit Kindern zu arbeiten, als eigentlich 24 h. Denn auch, wenn man natürlich gerade „frei“ hat, die Kinder sind um einen rum. Man ist permanent im Umgang mit ihnen (wenn man nicht gerade mal das Haus verlässt) und wenn man Pech hat, wird halt mal geschrieben nachts im Nebenzimmer oder Terror veranstaltet, weil man nicht essen will. Deswegen denke ich auch, dass das eine echt gute Erfahrung mal ist, aber eben auch nicht vergleichbar. Natürlich gibt es andere Programme, die auf dem ‚Arbeiten im Austausch für Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld‘-Prinzip beruhen, wo man härter arbeiten mag. Vergleichen sollte man das nicht. Körperliche Arbeit ist was anderes. Au-Pairs sind eher darin gefordert, immer da zu sein und auch immer, eben auch spontan mal, auf die Kinder aufzupassen und dabei immer freundlich und ruhig zu bleiben.

Gastfamilie und Ich:

Das ist wahrscheinlich der springende Punkt. Wenn man und die Gastfamilie nicht harmoniert, ist das schon vorab gescheitert. Das ist auch so eine Sache. Meine Gastfamilie ist wirklich super, ich kann mich mit beiden Gasteltern unterhalten und es ist auch nicht so, dass es sich wie es ein „Arbeitgeber-Arbeitnehmer“-Verhältnis oder so anfühlt. Die beiden sind extrem hilfsbereit und zuvorkommend, trotzdem, was ich auch verstehe, fühlt man sich manchmal fehl am Platz. Wenn man merkt, dass irgendeinen Stress gibt etc. oder generell, hat man manchmal das Gefühl, unpassend zu sein. Mit den Kindern das ist so eine Sache. Einerseits liebe ich den Kleinen, andererseits ist es manchmal echt lästig. Der Umgang mit ihm, wenn andere Familienmitglieder, insbesondere SB, dabei sind, ist sehr schwer und ich habe wirklich Angst, dass in der kindergartenfreien Zeit das ein großes Problem wird. SB ist auch so eine Sache. Sie ist echt schwer zu bändigen und aktiv. Seit ich hier bin, sieht sie auch nicht mehr ein, raus zu gehen mit Freunden sondern wuselt immer um mich herum. Das ist zum Teil etwas nervend, aber irgendwo kann ich es ja nachvollziehen.. Für mich am schwersten und wirklich unangenehm ist für mich V. Gut, er ist gerade in der Pubertät und ich sehe ihn zum Glück nicht oft, er zeigt aber sehr deutlich, dass er mich nicht unbedingt hier haben will und weigert sich, englisch zu reden. Ich bin echt froh, dass er momentan in Reykjavik ist für noch mindestens eine Woche und das tut mir weh zu sagen. Ich denke, wenn man vorher skypt und schreibt, kann man durchaus einschätzen, ob das passen wird.

Allerdings: Fragt auf jeden Fall konkret nach Aufgaben, Plänen und Hintergründen. Ich habe das nicht so genau gemacht und habe darauf vertraut. Nicht, dass es jetzt extrem schlimm wäre, aber es ist schon so, dass ich mehr Hausarbeit mache hier als viele andere Au-Pairs und weniger als 30% meiner Arbeitszeit tatsächlich mit den Kindern verbringe. Auch kam mittlerweile heraus, dass mir eine Krankheit eines Kindes, die durchaus eine Rolle spielt, vorher und immer noch verschwiegen wurde (habe es von Verwandten erfahren). Das betreffende Kind kann gut damit umgehen und hat sein Leben im Griff, trotzdem war das für mich ein ziemlicher Schock. Ob ich A und S irgendwann mal darauf ansprechen werde, mal sehen.

Island, Kultur und Menschen:
Ein absolut durch und durch tolles Erlebnis. Island bietet dir unglaublich viel an wunderschöner Natur, selbst am den nicht so bekannten Plätzen. Die Städte sind immer so süß mit den kleinen, bunten Häusern und Reykjavík ist wahrlich eine beschaulich und eigene, aber lebendige, künstlerische und sehenswerte Stadt. Alle, die ich bisher kennenlernen durfte, sind sehr nett, interessiert und offen. Aber vor allem der Zusammenhalt und irgendwo die Liebe zu dem, was das Völkchen hier oben geschafft hat, ist überwältigend. Alles in allem: Irgendwo hat klein Kaddy sich nach knapp 35 Tagen verliebt in eine kleine Insel im hohen Norden.

Sprache und Lage:
Und jetzt kommt das große Aber. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist. Man unterschätzt sehr schnell, wie es ist, kein Wort zu verstehen. Vor allem, wenn man beim Essen oder wenn Besucher kommen nur schweigend dabei sitzen kann. Isländisch ist eine lustige Sprache anzuhören, aber leider nicht so einfach. Lesen ist meist kein Problem, die 35 (oder so) Buchstaben sind doch oft sehr ähnlich zum Deutschen, aber alles andere ist dann auch zu viel. Man fühlt sich schnell ausgegrenzt und allein. Zum zweiten Aber: Vestmannaeyjar. Irgendwo bin ich froh, genau auf diesem Inselchen zu sein. Das Feeling und die Menschen sind halt doch noch mal anders und Heimaey (Inselname) ist zurecht ein Must-See für viele Touristen und im Sommer übersäht von Leuten aus allen Ländern. Trotzdem ist das neben der Sprache ein weiterer Isolationsfaktor. In Reykjavík ind Umgebung findet man schnell Kontakt, andere Au-Pairs und Farmarbeiter gibt es einige, aber finde mal Anschluss auf einer 4500 Menschen Insel. Ich bin sehr froh, dass ich momentan ein bisschen Leute gefunden habe, mit denen ich klar komme. Auch weil Pauline mich ja leider relativ bald schon verlässt hier in Island.

-> Ich mag es hier und ich liebe das Land. Größtes Problem: Einsamkeit. Heimweh habe ich in dem Sinne nicht, ich sehne mich nur vor allem im Alltag nach Menschen meines Alters und manchmal auch meiner Sprache. Einfach ohne zu denken los quatschen können. Generell denke ich, dass Island ein Fleck Welt ist, den man einfach mal gesehen haben sollte. Es ist anders hier, aber in einem positiven Sinne.

Und damit tschüss aus dem Bus 52 auf dem Weg nach Reykjavík zum Midnight Sun Run. Man sieht sich bald wieder. Bless und áfram Island.

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Days #27-30: Auf und Ab

Tag 27, Mittwoch war soweit ein relativ normaler Tag.. Das Haus vormittags schnell gemacht und nachmittags dann mit SB und Viktoria (die Ukrainerin hier) und ihren zwei Kids schwimmen. Das hat auch nach ein bisschen Eingewöhnungsphase gut funktioniert, SB und ihr älterer Junge (8 Jahre) haben sich ganz gut verstanden und zusammen gespielt.. Ihr kleinerer Junge ist zwar eher um uns herumgehüpft, aber das ging schon in Ordnung. Danach war ich mit SB den Kleinen aus dem Kindergarten abholen und das war eine Katastrophe, mal wieder. EL benimmt sich absolut daneben dann und ignoriert mich, was dann v.a zu Streit zwischen SB und mir geführt hat. Nach dem Abendessen später war ich dann wieder mit Viktoria draußen spazieren und ohne konkreten Plan sind wir Richtung der Vulkane gelaufen und am Ende den zweiten,mir noch fehlenden (den älteren) Vulkan, Helgafell, hochgeklettert.. Der Weg war wesentlich schwerer zu finden als bei den anderen Sachen und teils echt ziemlich blöd.. Die Aussicht war wie erwartet wunderschön, leider aber wenig spektakulär, wenn man schon an den anderen Orten so war und auch gab es hier keine heiße Steine oder Rauch oder sonst was. Bei Helgafell konnte man wirklich nicht erahnen, dass der theoretisch aktiv ist.

 

Donnerstag begann ähnlich. Zwar habe ich nicht das Gasthaus gemacht, wir waren aber wieder schwimmen mit Viktoria. Abends waren wir diesmal nicht allein unterwegs, sondern ihr 17-jähriger ‚Gastbruder‘ Jón hat uns ein bisschen die Gegend gezeigt..Dabei waren wir zuerst einfach nur ein bisschen am Ozean rumspazieren und sind danach zu der spranga-Stelle. Das war das mit dem Seil, was an der Steilwand hängt, womit man da sozusagen an der Wand lang fliegt. Nachdem er uns natürlich erstmal den Einheimischenskill beweisen musste, habe ich es dann sich nochmal gemacht (nicht ohne etwas unsanft in den Steinen zu landen).

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Jón- sprangar

Dann sind wir zu einer kleinen Höhle hochgeklettert an einem der Berge, wo wir relativ lange eigentlich nur gesessen haben und geredet.

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Blick aus der Höhle

Dabei kam dann auch die Frage, ob wir Deutschen uns angegriffen fühlen würden, wenn man uns auf das Thema Nationalsozialismus anspricht, was ich recht interessant fand. Dann haben wir einen Freund von ihm getroffen (langhaariger Heavy Metaler 😀 ), Oskar, mit dem wir dann eigentlich einfach nur paar Stunden sinnlos auf der Insel rumgefahren sind. Was wir dabei gelernt habe: Die beiden sind die absoluten Ghettokids der Insel und die Insel besteht nur aus Fischfabriken.

Freitag Morgen begann dann um 8:30 mit der Fähre auf das Festland. Gegen 11 waren wir dann auch wieder in dem süßen Reykjavik. Dann haben wir vor allem unsere Sachen bei Iris abgestellt und sind dann schon in die Innenstadt gefahren. Erst um bei einem Möchtegerne-McDonalds-Abklatsch (echten gibt’s hier seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr) was zu essen und danach zur Parade. Der 17. Juni, Unabhängigkeits- und damit Nationaltag Islands, hatte eine Parade zu bieten, die leider weniger besonders war als erhofft. Danach ging es zu dem See und Park in Reykjavik- wo ich 6 Tage vorher noch bunt langgerannt bin-, wo es alles mögliche für „Kinder und Familie“ geben sollte. Leider fand ich das meiste eher uninteressante und mit viel Wartezeit verbunden, weil SB natürlich alles testen wollte und machen wollte und die Wartezeit leider teils etwa eine Stunde war. Das war für mich natürlich eher langweilig, v.a weil ich ja nichts verstehe von den isländischen Konversationen, die um mich herum geführt werden. Dazu hab‘ ich gefroren und ja. Nachdem ich da mehrere Stunden ‚überlebt‘ hatte, wurde SB von ihrem Vater abgeholt, sodass wir dann nur noch zu viert waren. Aus irgendeinem Grund wollten A. und S. aber noch nicht zurück zu Iris, wo wir ja übernachtet haben, sondern noch woanders Zeit irgendwie verbringen. Also waren wir erstmal bei Valdís, was eine kleine, süße, aber vollkommen überfüllte Eisdiele in Reykjavik ist. Das Eis war aber wirklich super und vor allem viel, auch wenn manche Sorten echt komisch waren. So gab es neben Lakritz noch dänische Lakritz (mit Pfeffer), gesalzene Erdnüsse, Skittels, Apfel mit Zimt, Zuckerguss und Prince Polo (’n Schokoriegel- das Eis bestand aus Schokolade, Vanille und Waffelstückchen drinne). Trotzdem gab es auch wenigstens paar ’normale‘ Sorten: Vanille, Kiwi, Oreo, Erdbeere und so.

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Menschen in Reykjavik
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EIs
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Aussicht beim Grillen
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Aussicht beim Grillen

Auch nach dem Eisessen war es aber irgendwie noch zu früh, so dass wir dann spontan zu S. Großeltern (Urgroßeltern des Kleinen) gefahren sind. Es wurde viel isländische geredet, gelacht, aber es gab wenigstens Waffeln und Kekse zu essen, also war das in Ordnung. Aber auch das war noch nicht das Ende des Tages. Anschließend ging es noch dahin, wo ich letztes Mal übernachtet hatte. Es wurde gegrillt und ja, wieder viel isländisch, wenig verstanden. Danach ging es aber wieder zurück zu Iris, es war schon knapp 21:30 Uhr. Diesmal mit drei Hunden plus Katze, weil sie noch auf diesen einen Hund mehr aufpassen musste. Abends kamen einige Freund von A. und als ich mich scheinbar in mein Bett verzogen hatte um 23 Uhr, sind die wohl noch weggegangen oder sonst was. Jedenfalls war Samstag bis 14 Uhr Ruhe im Haus. Ich war dann kurz mit Iris die Hunde draußen beschäftigen (einer ist weggerannt, das war auch ein Chaos)..

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einer der Hundis

Danach wurde es dann aber stressig, wollte man doch am besten schon um 15 Uhr in der größten Sportbar in Reykjavik sein wegen des Islandsspiel. Davor haben wir den Kleinen noch zu S. Schwester gebracht und sind da hin.. Da waren bestimmt 200 Menschen und das nationale Fernsehen hat auch von da berichtet. Draußen auf dem großen Platz schauen kam leider nicht in Frage, da es geregnet hat und v.a ziemlich stürmisch draußen war. Nach ein bisschen Tischchaos und viel Glück (einer hat seine Reservierung verpasst), hatten wir einen Tisch quer zur Leinwand, sodass man echt eine einigermaßen gute Sicht hatte. Direkt daneben war so etwas wie ein Minikino, wo dann die wirklichen Hardcorefans in Trikots, bemalt usw. saßen. Die Stimmung war auf jeden Fall besser bei uns als überall sonst.

Video der Fans (zweimal wundervoll zensiert- die beiden Gesichter soll und muss man nicht erkennen)

Die liebe Pauline (ihr erinnert euch- die Selfoss/Nesjavellirtour von vor zwei Wochen) kam dann auch noch dazu, was echt schön war. Ich konnte mal wieder deutsch reden mit jemandem hier. Nach dem Spiel waren Pauline und ich dann noch in Reykjavik Downtown in einem kleinen Kaffee, bevor ich abgeholt wurde von meiner Gastfamilie, nachdem die den Kleinen wieder eingesammelt haben. Dann ging es zurück. 21:30 wollten wir in Landeyjahöfn sein. Wir waren aber durchaus sehr gut in der Zeit und um knapp 21 Uhr schon nahe der Ausfahrt auf der Ringstraße. Und dann kam die Nachricht: Die 21 Uhr Fähre ging nicht mehr von der Insel, unsere Fähre wurde damit auch gecancelt wegen dem Wind und der damit verbundenen Wellenhöhe. Zuerst war ich ziemlich überrasscht- das Land, das super gelernt hat, mit der Natur hier zu leben, kommt mit ein bisschen Sturm nicht klar?

Allerdings liegt das aber vor allem an Landeyjahöfn (was auch der Grund ist, warum von September bis Mai ein anderer Hafen, wohin du drei Stunden fährst, genutzt wird, da im Winter das Wetter oft blöd ist). Der Hafen wurde 2010 an die -bis dato- als unbeschiffbare geltende Küste gebaut und ist sehr flach und schmal und die Gefahr ist einfach bei Wellengang, v.a aus der falschen Richtung, wie gestern, zu groß, dass man die Kontrolle verliert. Gut, wir also im Feld angehalten und rumtelefoniert. Die 11 Uhr Fähre für heute Morgen war schon ausgebucht, also mussten wir schon 9:30 fahren. Zum Glück hat S. Onkel 30 Minuten von der Fähre ein Hotel, wo wir noch unterkommen konnten. Auf dem Weg zu diesem Hotel habe ich dann auch was gesehen, was ich echt lustig fand. Ein hochfließender/-fliegender Wasserfall.Man fährt ja lange an dem Gebirge rund um Gletschervulkan Eyjafjallajökull vorbei, wo es viele kleine Wasserfälle gibt, von denen einer eben, durch den Wind hoch geweht wurde. Um 21:45 waren wir dann da- Drangshlið. Ein Ort, wo außer dem Hotel/Gasthaus, einem Bauernhof und zwei Turfhäusern (die süßen Steinhäuser mit dem Gras auf dem Dach), nichts ist; benannt nach einem Felsen, der irgendwann mal von dem Berg runtergekurbelt ist. Das Hotel war zwar ganz schön, die Nacht aber kurz und ich war schon ziemlich froh, als ich heute wieder mich in meinem Zimmer verkrochen konnte und die Ruhe genießen konnte.

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Dranghlíð
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Drangshlíð
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Fähre

Das war’s- ein abenteuerliches Wochenende geht zu Ende. Und geschuldet dem Datum heute, 19.6, ist heute auch genau ein Monat in dem kleinen europäischen Land, auf einer kleinen Insel, vorbei.

Pläne für die nächsten Wochen? Ja, viele, aber keine konkreten, sondern noch viel viel Chaos. 🙂

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche. Tschüss, bless!

Days #25&26: Áfram Ísland!

Eigentlich wollte ich noch nichts schreiben. Eigentlich gibt es auch nicht viel.
Aber nach dem unglaublichen Unentschieden -wobei es sich für jeden wie ein Sieg anfühlt-, bin ich auch ich in EM Stimmung angekommen und ich musste etwas runtertippen. Generell war der ganze Nachmittag schon nur bestehend aus Vorfreude auf den Abend (19 Uhr war der Anpfiff isländischer Zeit). Pizza wurde vorbestellt, Chips gekauft, Flaggen aufgehängt und die Kinder mit Trikots und Mützen passend gekleidet. Während des Spiels war alles ausgestorben. 8%-10% Islands sind ja bekanntlich in Frankreich. Und gefühlt weitere 10% bei verschiedenen Public Viewings. Und der ganze Rest saß zuhause mit Trikots vor dem Fernseher (dokumentiert auf Facebook von allen).. Auf den Straßen war wirklich alles wie ausgestorben zu der Zeit. Meine Gasteltern meinten auch, dass es hier „normal“ ist, wenn wichtige Spiele von Handball-/ Fußballnationalmannschaft ist, dass Leute früher von der Arbeit gehen. Das interessiert dann wohl keinen beziehungsweise es wird verstanden und akzeptiert. Ich glaube auch, dass ganz Island gestanden hat die letzten zehn Minuten und irgendeiner wahrscheinlich kurz vor’m Herzstillstand war.

Jetzt aber nochmal von vorne. Montag gibt es nicht viel zu berichten, weil es wieder nicht viel gab. Das Wetter war gut die letzen Tage, sodass ich viel draußen war mit dem Kleinen.. Heute war der Tag bisschen stressig mittags, als es um 13 Uhr auf einmal hieß, um 14:45 würden die neuen Leute für das Gasthaus kommen und ob ich das machen könnte. Das war sowieso schon sehr knapp berechnet, wenn man allein das alles machen muss und dann kam dazu, dass ein Bettlaken noch gewaschen und trocken werden musste in dieser Zeit. Hat dann aber auch gerade so irgendwie gepasst.

Dann war ja später Zeit den Kleinen einzusammeln und dann war ja schon fast das Spiel. [-son heißen (nahezu) ALLE isländischen Männer, weil das Sohn heißt und die Nachnamen hier einfach nur „Sohn/Tochter des…“ sind. Das habe ich wahrscheinlich schon tausend mal erzählt und ich glaube ja auch, dass sich das lustig anhört oder aussieht während einer EM Spiels, aber das sollte man trotzdem als Hintergrundwissen haben, wenn man schon dumme Witze darüber reißt. Im Übrigen reden die sich eh alle mit Vornamen hier an, keiner interessiert sich für die Nachnamen. Da heißt es dann nicht Halldorson hat den Ball gehalten, sonder einfach Hannes. Schön, dass sich die Namen hier ja nicht auch ständig doppeln. :D]

Nach dem Spiel habe ich mich übrigens dann relativ kurzfristig mit der Ukrainerin getroffen, um ein bisschen herumzuspazieren und zu erzählen. Ihr Englisch ist ziemlich begrenzt, aber mit einem Misch aus englisch und russisch ging’s dann irgendwie. Ich habe dann auch erfahren, dass nächste Woche zu ihrer Familie eine Polin kommt, die letztes Jahr Aupair da war und dieses Jahr drei Monate zum Arbeiten in einer der Fischfirmen hier kommt (verdient hier halt das gleiche in drei Monate wie in einem Jahr in Polen..). Entweder ist das richtig schlecht für mich, weil die sich dann gegenseitig haben sozusagen, oder es ist gut für mich, weil ich noch mehr Leute hier finden kann. 😀

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Ein Abend auf Vestmannaeyjar

 

So das war’s auch erstmal, sonst weiß ich noch nicht, wie es aussieht die nächsten Tage. Freitag bin ich mit der Familie in Reykjavik, weil am 17.6 Nationalfeiertag (Tag der Unabhängigkeit) ist und die dachten, hier auf der Insel ist ja eigentlich nichts los, also fahren wir in die Hauptstadt..

Tschüss!

 

Days #21-24: Farbenfroh

Hallöchen,

mal wieder da und Zeit, hier was zu schreiben.

Tag 21 heißt erstmal, dass ich schon drei Wochen hier bin. Das mag für die meisten sehr wenig klingen, für mich ist das nach doch den Zweifeln anfangs und in Anbetracht, dass ich ja auch ’nur‘ drei Monate bleibe, schon recht viel. Der Tag selbst war absolut langweilig. Der Kleine war wieder im Kindergarten (ist schon viel angenehmer so) und ich hab‘ eigentlich nichts interessantes gemacht.

Freitag war es bis mittags auch unspektakulär, nachmittags haben SB. und ich so ‚Stirnbänder‘ (zusammengefalteten Buff-Tücher) bemalt wegen des Color Runs, wobei ich meines am Ende nicht mal getragen habe, weil es mich erstens genervt hat und zweitens dadurch, dass es genäht wurde, zu eng war. Nachmittags noch schnell den Kleinen einsammeln, weil schon um 18:30 die Fähre ging.. Kurz nach 19 Uhr fuhr dann der Bus (den wir gerade so geschafft haben, ups.)… Die Busfahrt war ganz okay, zweieinhalb Stunden sind halt nicht so kurz und die Landschaft und Orte, die man durchquert, sind beim ersten Mal fahren noch ganz schön, dann aber auch nicht mehr. 21:45 kamen wir dann in Mjódd an (da war ich ganz froh drüber, SB hatte prinzipiell den Drang rumzuspringen und zu klettern im Bus oder wollte beschäftigt werden). Der Rest des Abends bei der Freundin (I.) von A., die letztes Wochenende hier zu Besuch war, war ganz entspannt und ich habe die Zeit verschwendet mit dem Kätzchen zu kuscheln (das neben zwei großen Hunden da war).

Samstags ging es dann schon relativ früh los. Outfits wurden zusammengestellt und alles, sodass wir kurz nach zehn schon an dem Platz war, wo das ganze Spektakel losgehen sollte. Es war auch schon gut gefüllt und die Stimmung der Leute war auch gut. Obwohl man ja weiß in den Lauf starten sollte, waren eigentlich schon vorher alle bunt, weil jeder wohl aus Neugier so ein Farbpäckchen benutzt hatte. Um elf war ja die Startzeit. Leider war das Ganze organisatorisch gesehen eine Katastrophe. Es hieß zwar, man lässt immer gruppenweise Leute auf die Strecke. So weit, so gut. Der schieren Anzahl an Teilnehmern (12.000) schien man sich dabei nicht bewusst gewesen zu sein. Obwohl auf der Bühne ständig geredet und musiziert wurde, wurden keine Informationen über Start etc. angeben, sodass sich alle wirr irgendwo hinschubsten und drängten, wobei mittendrin auch massig kleine Kinder, teils unter drei Jahren im Kinderwagen, waren. Jedenfalls haben wir uns am Ende ein bisschen vorgeschummelt und sind dann etwa 12:10 gestartet. Da waren schon längst die ersten Läufer durch. Aber auch als wir im Ziel waren, sind die letzten noch gestartet.. Der Lauf an sich war ganz lustig, ich bin dann mit SB. vorgerannt, während I. und Tochter meist gelaufen sind. SB wollte natürlich prinzipiell rennen oder joggen und kann und sollte aber mit neun Jahren nicht allein rumrennen, sodass ich dann folgen musste. Diese Farbstationen waren leider immer ein Punkt, wo es sich gestaut hat; wollte doch jeder möglichst viel Farbe abbekommen. Leider waren die Helfer so routiniert, dass prinzipiell nur so ein bisschen Farbe irgendwo (bei Leuten meiner Größe immer an den unteren Teil des T-Shirts ‚geworfen‘ wurde. So bunt war man also gar nicht. Leider haben auch die Farben blau und v.a grün alles andere überdeckt, sodass pink (außer in hellen Haaren) selten zu sehen war, und gelb immer direkt überdeckt. Im Ziel gab’s noch eine Flasche mit irgendwas Wasserähnlichen und das war’s. Ob sich der Preis hier in Island gelohnt hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich selbst würde es nicht zahlen (mir wurde es auch gezahlt, weil ich ja dafür einen Blick auf SB hatte), da sind mir 7000 Kronen (ca. 45-50 Euro) dann doch zu viel. Man darf das jetzt nicht mit denen 30 Euro Preisen in Deutschland oder so vergleichen, weil in Island alles prinzipiell teurer ist, vor allem so Attraktionen, Festivals oder ähnliches. Vor allem hat keiner jemals die Tickets kontrolliert, d.h theoretisch hätte man alles mitlaufen und mitmachen können ohne diesen Preis zu bezahlen.

Nach dem Lauf selbst gab es wieder bisschen Party auf dem Platz. Bisschen Musik und „holiähnlich“ wurden jede 20 Minuten Farbbeutel hochgeschmissen für die neu ankommenden Läufer. Das ging auch ganz gut bis zum Ende, weil relativ viele Beutel in die Menge gebracht wurden und jeder eigentlich ein paar hatte. Zum Schluss (die meisten Leute sahen aus wie Shrek, weil grün am auffälligsten war- v.a im Gesicht und am Scheitel oder so) ist dann Páll Oskar aufgetreten. Das sagt jetzt keinem hier was. Das ist ein 40/50 jähriger Musiker Islands, den man international höchstens von irgendeinem ESC-Start vor 2000 kennen könnte. Alle hier versicherten mir, dass der sehr berühmt hier ist und geliebt für seine Lieder und Persönlichkeit. Die Lieder sind meist isländisch (eigentlich alle) und handeln vom Leben, Lachen, Lieben und Tanzen oder so, also nur fröhlichen Texten großteils. Er ist offen schwul und hier ein Vorbild für viele (gleichgeschlechtliche Ehe usw. erlaubt in Island) und scheint, sehr exzentrisch und auffällig zu sein. Leider hatten zu dem Zeitpunkt viele schon das Ganze verlassen, die Stimmung war nicht mehr allzu groß (es war kalt und alle müde), aber trotzdem haben alle fleißig mitgesungen. Nach ihm sind wir dann aber auch weg. SB wurde abgeholt (sie war bis zum Bus am Sonntag woanders und nicht mit mir unterwegs) und ich blieb bei I. Das Schönste war dann auch das Duschen, wenn man die Frage wenigstens von Haut und Haar waschen konnte, wobei man auch das ganze Wasser und die Wanne anfangs grün-bläulich gefärbt hat. Diese Farbe war auch wirklich überall, im Ohr, im Nacken, an den Füßen (ich hatte zwei Paar Socken plus Schuhe an..).. Abends wurde ich dann abgeholt von H. Da hatten wir die ersten Nächte, als ich gerade angekommen bin in Island damals auch verbracht; sind Verwandte meiner Gastmutter. Und da habe ich nur noch entspannt und eigentlich nichts gemacht.

 

Sonntags war dann ein Treffen mit einem tschechischen Au-Pair in Reykjavik geplant, die leider aus einem unglücklichen Zufall heraus kurzfristig abgesagt hat. Also bin ich um eins allein in die Stadt, von der mir ja noch einiges an Sehenswürdigkeiten fehlte. Eigentlich bin ich nur Laugavegur rauf und wieder runter gelaufen. Das ist so die Einkaufsstraße im Herzen Reykjaviks. Hier sind aber nur so kleine Läden und Cafés, aber richtig süß und interessant (die internationalen Geschäfte sind ausgelagert in einer Mall, trotzdem relativ nah der Innenstadt). Viele Läden mit touristischem Krimskrams, die schön gestaltet waren, und oft sehr lustige Sachen beherbergten (Isländer sind schon ein selbstironisches Völkchen). So konnte man z.B Päckchen kaufen, die die Magie beinhalten sollte, Isländisch zu sprechen oder Eyjafjallajökull (man beachte, dass ‚ll‘ wie eine Art ‚tl‘ ausgesprochen wird, aber in einer ganz komischen Art und Weise) auszusprechen zu können. Ich glaube der Zutatenliste nach übrigens, dass das Minzbonbons waren.

Dann bin ich noch zur Hallgrímskirkja gelaufen, die beim letzten Besuch leider wegen einer Hochzeit zu war. Diese Kirche ist wohl das Wahrzeichen der Stadt und ich konnte diesmal auch in die Kirche und hoch zur Aussichtsplattform. Reykjavik ist alles in allem eine echt schöne Stadt, viele kleine, bunte Häuser und ganz viel Streetart (bemalte Wände, Parkhäuser, Straße…). Die Zeichen, dass Fußgängerzone beginnt, war gezeigt durch Metallfahrräder, die den Autos als Schranke fungierten und weitere Kleinigkeiten. Eine echt sehenswerte Stadt, nicht nur mit dem was ich gestern gesehen habe, sondern auch dem tolle See und Park (wo ich schon war und auch der Run war) und dem beeindruckenden Harpa Gebäude.

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bemalte Wand
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Hallgrímskirkja mit Statue von Leif Eriksson
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Aussicht
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Aussicht
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Aussicht

Danach musste ich leider auch schon weg und wurde abgeholt von I., die mich zu Mjódd gebracht hat (Fernbushaltestelle, ist bisschen weg vom Zentrum), wo ich SB auch wieder getroffen habe. 16:30 ging der Bus wieder. 19:45 dann die Fähre. Leider konnte ich in der Stunde Aufenthalt in Landeyjahöfn kaum an der schönen Strand, da der Wind so stark war, dass der fliegende Sand dich regelrecht erstochen hat. Durch den starken Wind war auch ordentlich Wellengang und ich habe schmerzlich lernen müssen, dass ich bei ein bisschen mehr als normal „Auf und Ab“ der Wellen durchaus seekrank bin. Mit einem bisschen Verspätung waren wir um 20:25 wieder auf dem Festland, sodass ich zuhause sogar noch die letzten 15 Minuten Fußball sehen konnte, yey.

So damit ist das Wochenende leider schon wieder vorbei. Jetzt ist es schon 10 Uhr, d.h ich muss mal was machen. 😉 Heute müsste endlich die Bankkarte benutzbar sein und außerdem kommt ja heute Abend die Ukrainerin hier auf die Insel. Ich wünsche mir wirklich, dass die normal drauf ist.. Man ist schon allein hier. Ich habe zwar mit einigen anderen Au-Pairs Kontakt, aber die kommen fast allesamt aus Reykjavik und Umgebung und da kann ich halt nicht immer sein. 😀

Außerdem: Ich habe mittlerweile mehr als 1/4 meiner Zeit schon hier verbracht, vielleicht schreibe ich mal eine Art Zwischenfazit die Tage (wenn ich Lust und Zeit habe). Unibewerbungen habe ich parallel auch schon soweit fertig, jetzt muss aller möglicher Kram noch nach Deutschland geschickt werden.

Bis bald, liebe Leute. Takk kærlega.

Days #18-20

Eigentlich wollte ich nichts schreiben. Denn wieder gibt es bei mir nicht viel zu erzählen (aber es ist Tag 20. Die Zahl ist cool, da muss das).. Montag war wieder so weit ein ganz normaler Tag ohne großartig spektakuläre Ereignisse. Das einzige Besondere war, dass wir die Pferdchen mal wieder füttern waren (altes Brot lag noch hier rum). Irgendwie muss ich sagen, dass ich irgendwo doch noch eine Art verdeckte Liebe für diese Tiere entwickle. Aber zu meiner Verteilung, Islandpferde sind auch wirklich süß- klein, lieb und zutraulich.

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Gestern sowie heute war der Kleine leider krank- jedenfalls stark erkältet, teils mit erhöhter Temperatur-, sodass ich ja dann nahezu den ganzen Tag den Kleinen bei mir hatte. Mit ihm funktioniert es auch eigentlich mittlerweile ganz gut. Ich kenne meine Wege, ihn zu beruhigen bzw. vom Weinen abzuhalten, wenn ich ihm mal was verbiete und kann mich auch soweit mit ihm verständigen. Auch wenn mein Wortschatz nur aus Ja, Nein, Schlafen, Essen, Spielen, Sitzen besteht. Allerdings ist er schon sehr weinerlich und v.a aufmerksamkeitsfordernd gewesen jetzt, sodass man ihn kaum eine Minute allein spielen lassen konnte und er auch Videos nicht mal ruhig geschaut hat. Dazu kam, dass er sich prinzipiell geweigert hat, zu essen und seinen Mittagsschlaf zu machen. Es war zwar anstrengend, aber schon okay. Teils waren ja auch noch die älteren Geschwister (haben Ferien mittlerweile) hier und haben sich mit ihm beschäftigt, obwohl das für mich auch eher komisch war. Habe mich dann so ein bisschen fehl am Platz gefühlt. Ferienbeginn war übrigens offiziell Freitag, jetzt am Dienstag war aber noch Zeugnisausgabe (jedenfalls hier) und verglichen mit dem deutschen „Da ist dein Zeugnis und schöne Ferien“, waren hier die Kinder hübschgemacht worden und die Eltern waren mit und scheinbar wurde auch vom Direktor eine Rede gehalten usw. Also ist das einfach viel wichtiger scheinbar als in DE. Übrigens werden die Noten meist (jedenfalls laut denen hier) wie früher von 1 bis 10 bei Arbeiten etc. ausgegeben, wobei 10 das Beste ist und es Kommazahlen gibt. Auf dem Zeugnis steht aber mittlerweile ein System bestehend aus A, A-, B+, B, B-; c+, C, C- und D. Dazu wird in den Fächern nicht eine gesamte Endnote, sondern Einzelnoten für Kommunikation, Teamarbeit, Motivation etc. ausgegeben. Auch sind sozusagen Heimkunde (Kochen usw.), ’sowas wie Nähen und so‘ und Schwimmen Fächer, wobei Schwimmen verpflichtend bis zur 10. Klasse durchläuft.

Alles in allem zwei stressige Tage, sodass ich auch nachdem die Eltern von der Arbeit kamen, nichts mehr ’sinnvolles‘ gemacht habe.

So und zum Ende noch die neusten Mitteilungen:Freitag Abend geht es nach Reykjavik, Samstag auf den dortigen Color Run und Sonntag treffe ich mich entweder mit einem anderen Au-Pair aus der Umgebung oder erkunde so (nochmal) die Stadt. 🙂

Und jetzt noch ein Foto (Sonntag aufgenommen nach dem Klettern bei der ‚kleinen Tour‘, aber vergessen dann):

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Bye! Bless! Tschüss! (Und was auch immer sonst noch…)

Days #13-17

Hey an die Leute, die das hier wirklich verfolgen. Tut mir Leid, dass seit Dienstag nichts kam von mir. Ich wollte auch oft was schreiben. Und saß davor, um dann aber verzweifelt festzustellen, dass es einfach absolut gar nichts zu erzählen gab. Auch jetzt kann ich nicht zu viel sagen, aber besser als nichts. Also Mittwoch, Donnerstag und (der halbe) Freitag waren wie jeder andere Tag auch. Ich habe ein bisschen hier Ordnung gehalten, den Kleinen eingesammelt (immer allein!- hat auch soweit ganz gut geklappt) und sonst weitestgehend Freizeit gehabt. Freitag Nachmittag/Abend kam zusätzlich eine Freundin plus 12-jähriger Tochter der Gastmutter aus Reykjavik zu Besuch. Das heißt bis heute Mittag (Sonntag) war hier volles Haus, wobei V., der ältere Sohn schon in Reykjavik ist und somit außer Haus. Die waren auch beide sehr nett (und konnten gut englisch ;D ) und der Freitag Abend war ganz schön- haben einfach alle beisammen gesessen, geredet (ich verstehe mittlerweile wenigstens manchmal das Gesprächsthema) und mein „Lieblingsspiel“ Sequence gespielt, aber diesmal ohne Teams, sondern alle einzeln. Ich bin immer noch kein Talent darin geworden, war aber auch nicht so grausam schlecht.

Das Bild, was jetzt kommt, wurde übrigens um 1:30 aus dem Küchenfenster aufgenommen, um mal zu zeigen, wie „dunkel“ es hier nachts ist. Dunkler wird es nachts nicht, that’s it (jedenfalls wird’s bis zum 21. Juni nichts mehr dunkler 😀 ).

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‚Dunkelheit‘ der Nacht

Samstag war ja dieses Fest wegen des Sjómannadagur (Seemannstag), was hier auf der Insel relativ wichtig ist. Morgens war ich mit auf dem Angelwettkampf. Wer mich jetzt kennt, weiß, dass Angeln in meinen Augen mit Schach und Golf die langweiligste Sportart bzw. Freizeitbeschäftigung ist. Demnach war es auch nicht wirklich cool, 50 Leuten bei dem Versuch den schwersten Fisch innerhalb einer Stunde zu fangen, zuzuschauen (insgesamt wurden auch nur 5-6 Fische gefangen). Dann habe ich die Zeit genutzt, bisschen zu skypen und so und war nachmittags nochmal da. Da waren dann leider die Bootstouren schon vorbei und auch das ‚Ich-weiß-nicht-wie-es-heißt‘-Turnier, wobei zwei Menschen auf einer Stange sitzen und sich gegenseitig versuchen, mit einem Kissen ins Meer runterzuschmeißen, schon vorbei (Uhrzeit stand nirgendwo, dachte nicht, dass um 15 Uhr alles rum ist). Jedenfalls war da schon relativ wenig los, die Kinder haben draußen gespielt bzw. sind über so Matten, die im Ozean lagen, über das „Wasser gelaufen“ und die Eltern/Erwachsenen saßen alle in einem Restaurant/Café und haben geredet. War jetzt nicht unbedingt der spannendste Tag.

Heute war fast noch langweiliger- fast. Bis um 20 Uhr bestand der Tag nämlich wirklich aus im Bett sitzen und ja. Dann habe ich mich aufgemacht zum Heimarklettur aufgemacht. Das ist einer der Berge hier und der einzige der Berge (nicht Vulkane), den man durchaus beklettern kann, ohne sich selbst gleich dem Tod zu überlassen. Auf Deutsch, der einzige, wo es eine Art Weg gibt oder wenigstens Leitern um die Steilwände hochzukommen. Anfangs geht es nur über Leitern oder steile Treppen hoch, die Aussicht ist dabei immer schön, auch weil du direkt neben dem Ozean bist. Da hatte ich auch meine erste ‚Diskussion‘ mit einem Schaf.. Schafe leben in Island auf allen Höhenlagen und allen Gefällen (wie sonst eher Ziegen) und dort wimmelte es nur vor denen. Das Schaf stand auf einer schmalen Stufe vor der nächsten Leiter. D.h ich konnte nicht an ihm vorbei, weil ich an diese Leiter musste. Und egal, was ich probiert habe (wegscheuchen, wegschieben), dieses Schaf stand direkt vor mir und starrte mich an und bewegte sich nicht -erstmal. Nach 10 Minuten des Anschauens hatte es scheinbar Hunger und bewegte sich ein paar Zentimeter weg, um an das Gras zu kommen. Danach ist der steilste Teil geschafft, leider erst mit Glück ein Drittel des Weges. Der schlängelt sich dann schön den Berg hoch. Obwohl es stellenweise eine Beleidigung ist, von Weg zu sprechen. Circa 45 Minuten hat mich der Aufstieg gekostet und ich denke, viel schneller kommt man da auch nicht hoch, wenn man nicht querfeldein klettert, sondern den Markierungen folgt. Oben musste ich leider feststellen, dass der Nebel ziemlich aufgezogen ist und man gar nicht weiter als 50 m sieht, womit Fotos sinnlos waren. Dort habe ich mich erst in das Gästebuch eingetragen (Feststellung: 2 h vor mir war ein deutsches Pärchen aus dem Ruhrpott oben) und mich mit ’nem Mann unterhalten habe, der immer ein Stückchen vor mir gelaufen ist. Der war Isländer und wohnt seit paar Jahren auf der Insel und hatte alles mögliche zu erzählen. Es war auch einfach schön, ein bisschen mit jemandem zu quatschen, auch weil Isländer (wenn man sie mal halt alleine anquatscht oder so) ein sehr freundliches und interessiertes Völklein sind- wenn auch manchmal sehr überzeugt von ihren Traditionen und sich selbst. Beim Weg runter habe ich festgestellt, dass der Nebel mittlerweile sehr tief hing, sodass ich eigentlich die meiste Zeit nichts gesehen habe. Nach einer weiteren Diskussionen mit einer Schaffamilie, die den schmalen Weg blockiert hat, bin ich dann querfeldein durch das Gras herunter gelaufen/gerutscht. Der Weg war dann auch relativ ‚kurz‘. Meinen Gasteltern hatte ich Bescheid gesagt, dass ich unten bin und bin dann in der Zeit, bis ich abgeholt wurde (keiner läuft in diesem Land hier) am Meer auf so großen Felsen herumgeklettert. Auf dem Rückweg musste mir S. natürlich noch den Ort des alljährlichen Festivals auf der Insel hier zeigen, weil das so das ‚Ein und Alles‘ für die hier ist. Das findet immer am ersten Augustwochenende statt, mal sehen ;D.

Abends wurde nur noch ein bisschen Ferngesehen.

Und ja, that’s it. Übrigens gibt es Neuigkeiten: Kaddy plant Treffen mit einer weiteren Deutschen. Und mit Pauline weitere Wochenenden. Die Ukrainerin hat das Visum bekommen, d.h es kommt noch ein Au-Pair in den nächsten Wochen her (hoffentlich verstehen wir uns). Dazu überlege ich an zahlreichem Blödsinn teilzunehmen (Midnight Sun Run, das Festival, evtl. sogar Color Run -aber der ist schon nächsten Samstag, mal sehen).

 

 

Days #11&12: Heimatvulkan?

Da war das Wochenende dann auch schon vorbei. Gestern war wieder ein relativ normaler Tag. Morgens und Mittags dies und das, bisschen Haushalt gemacht. Nachmittags war ich dann den Kleinen abholen. Es war endlich mal wirklich gutes Wetter, die Sonne schien, es waren 10° C und wirklich nahezu „Windstille“. Das hat man auch gemerkt, weil es auf einmal vor Leben nur so blühte. Die Isländer genossen das Wetter, als gäbe es nie wieder Sonne. Überall waren Leute unterwegs, saßen und unterhielten sich, machten Yoga auf der Wiese oder Gruppenspiele (das waren 30 Kinder/Jugendliche). Ich habe auch die deutsche Sprache mal hier gehört gestern (auch wenn ich 10 Minuten brauchte, dieses tiefste Bayrisch als Deutsch zu identifizieren). Mit dem Kleinen haben wir auch relativ lange auf dem Spielplatz gespielt. An sich bis jetzt nichts besonderes. Abends gab es dann u.a Fisch zu essen, der wohl scheinbar auch von der Insel selbst kommt und von A. zubereitet wurde. Das Schönste gestern war aber der Ausflug, der um 21 Uhr startete. Es ging zum Erdfell (dem neueren Vulkan der Insel).. Der Weg hoch ist gar nichts allzu weit, aber stellenweise sehr steil (und sandig sowieso), sodass man gut und gerne mal ein bisschen rumgerutscht ist. Von oben war die Aussicht wirklich wunderschön  (in alle Richtungen) und auch der Gedanke daran, gerade auf einem aktiven Vulkan zu stehen, ist nicht alltäglich. Dass das eben nicht nur ein ’normaler‘ Berg ist, hat man in dem Falle übrigens an rauchendem Boden und heißen Steinen/Löchern gesehen. 😀

 

Danach sind wir über einen komischen, sandigen, sehr schmalen Weg (wahrscheinlich als Wanderweg vorgesehen 😀 ) und dann doch noch über eine ‚Straße‘ zu einer Koppel gefahren, da mit dem Auto eine Rolle/Sack Heu auf das Feld gezogen wurde. Und obwohl ich kein großer Pferdefan bin, diese Islandponys hier überall sind schon extrem süß (diese 5/6 für die das Heu war, gehören (glaube ich) der Schwester plus Mann von S.).. Bis wir zurück waren, war es auch schon 22:40 und der Tag damit soweit zu Ende.

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Heute gibt es wieder eigentlich absolut nichts zu erzählen, es war soweit alles wie immer.. Morgens dies und jenes machen, nachmittags den Kleinen holen, mit ihm diskutieren über den Heimweg. Zuhause versuchen mit ihm zu spielen und in von der Tatsache abzulenken, dass sein geliebter „Pabbi“ draußen arbeitet und keine Zeit für ihn hat und die Schwester Fernsehen schaut. Allerdings habe ich jetzt eine isländische Simkarte und Nummer (mobiles Internet, yey!) und Tortillapizza (war sogar echt gut) probiert! Und jetzt sitze ich hier und habe (zum ersten Mal) wirklich wenig Motivation gehabt, was zu schreiben; hätte es aber ganz vergessen sonst.

Also danke für Lesen, tank fyrir und tschüss! 🙂

 

Ach und ich hatte noch gesagt, einige von Paulines Bildern nachzureichen, sobald ich diese habe. Also jetzt noch vier Bilder vom Sonntag und dem Trip nach Selfoss/Nesjavellir und so. „vellir“ heißt auch doch nicht Tal, was ich das letzte Mal unserer Vermutung nach geschrieben habe, sondern Ebene. Ob das jetzt einen großen Unterschied macht, naja.

Übrigens planen wir beide schon, wie man sich nochmal besuchen kann oder ob wir einen Trip zu den Westfjords machen sollen im Juni/Juli. 😉

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Wegweiser
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Blick auf den See
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Wenn Bilder zusammen schiefgehen 😀
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Schafe auf der Straße- Rückweg

Day #10: Irgendwo im Nirgendwo

Gestern war um 7:30 Aufstehen angesagt. Natürlich hat meine Zeitplanung nicht so ganz geklappt, sodass ich nicht um 8 Uhr losgegangen bin zur Fähre, sondern schlussendlich um 8:10 von meiner Gastmutter hingefahren wurde. Trotzdem war ich ja schlussendlich rechtzeitig auf der 8:30 Fähre, die dann nach einer halbe Stunde Fahrt in Landeyjahöfn angekommen war. Halb 10 sollte der Bus gehen, sodass ich mich noch ein bisschen dort umgeschaut habe. Landeyjahöfn ist kein Ort, da wohnt auch absolut keiner, das ist wirklich nur der Fährhafen selbst (der auch nur im Sommer angefahren wird, im Winter müssen die drei Stunden von der Insel an das Festland fahren). Die Gegend dort schien lange „unbrauchbar“ für einen Hafen zu sein (der Hafen existiert seit 2010) und genau deswegen war es dort eigentlich ganz schön. Sobald man ein Stückchen läuft, ist man an menschenleeren, schwarzen Stränden oder steht in einer Art Sumpf-See-Gebiet. Jedenfalls kam der Bus früher, also habe ich eigentlich nichts gesehen von Landeyjahöfn.

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Fähre bei der Ausfahrt aus dem Hafen Vestmannaeyjar

Im Endeffekt war das Busfahren ganz entspannend, war ja auch nur 1h und ein bisschen (Bus hatte wie die Fähre Wlan, was natürlich auch ganz schön ist). Auch das Treffen mit Pauline hat gut geklappt (auch weil der Bus an einer unübersehbaren Tankstelle hält). Die wichtigste Frage stand aber bevor: Was tun wir jetzt? Wir entschlossen uns erstmal Selfoss (der Ort, nicht der gleichnamige Wasserfall im Norden, wie schon manche vermutet haben) zu erkunden, um enttäuscht zu bemerken, dass alles, was der Ort zu bieten hat, unschön oder an der Haupt-/Ringstraße gelegen ist, sodass es einfach nicht interessant ist. Also sind wir zu einem Vulkankratersee losgefahren, von dem ich vorher schon gelesen hatte (und dass das Navi auch kannte); dem Kerið Krater (auch eingedeutscht/-englischt unter Kerid Crater zu finden). Man konnte sowohl „oben“ rundrum laufen, als auch unten direkt am Wasser, wobei man sagen muss, dass vor allem das unglaubliche Blau des Wassers das Ganze so schön gemacht hat.

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von oben
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am Wasser
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unten

Obwohl es gerade 12:30 war, haben wir dann beschlossen, was zu Mittag zu essen, wofür wir wieder zurück nach Selfoss gefahren sind, um in einem kleinen, gemütlichen (auch essbaren) Café/Restaurant gegessen haben. Danach stellte sich wieder die Frage, was wir noch machen sollen. Das Navi ihres Tablets hat uns „Tourismus und Natur“-Sehenswürdigkeiten in der Nähe vorgeschlagen, wovon aber nichts wirklich gut/interessant etc. klang. Nesjavellir hatte wenigstens ein paar undefinierbare google-Bilder, also war der Entschluss, dorthin zu fahren. Was genau das ist, wussten wir nicht. Jedenfalls sind wir in den 30 Minuten Fahrt mehr Schotter- und Sandstraße gefahren, als asphaltierte Wege und dauerhaft Slalom bei, auf, ab und um irgendwelche Berge (immer 15% Steigung), um mitten im Nirgendwo anzukommen. Ein kleiner Parkplatz am Straßenrand mit ein paar Wanderschildern. Gut, 3,6 km nach Nesjavellir zeigte uns eines an und da dies ja eigentlich das eingegebene Ziel war, starteten wir „rote“ Stöcke als Wegmarkierungen zu suchen. Wir kamen an unglaublich faszinierenden Orten vorbei und vor allem ständig wechselnder Landschaft. Erst sind wir im Matsch bei Bergen und nahe einer ‚Schlucht‘ rumgekraxelt (das trifft es besser, richtige Wegen waren das meist nicht). Dann auf einmal durch den Schnee/Eis gelaufen, dass Treppen, die es anfangs noch gab, überdeckten und einmal über ein ganzen Schneerücken (so groß, dass wir erst an einen kleinen Gletscher dachten :D), um danach wieder in tiefere Gebiete zu kommen und in eine Mooslandschaft zu kommen. Jeder Fleck Gestein war von einer hohen Moosschicht bewachsen, auf der du so eingesunken bist beim Laufen, dass das der Vorstellung des Laufens auf Wolken nahekam. Und obwohl an einem Schild kurz vorher nur noch 1,6 km standen, liefen wir weiter, immer Richtung Tal und See und sahen noch mehr Wegmarkierungen. Da wir aber zu meinem Bus wieder in Selfoss sein mussten, ging es für uns dann doch zurück (wir sahen die letzte Wegmarkierung dann auf der Rückfahrt am Straßenrand, zählt das?). Mit der Zeit hatten wir dann auch verstanden, dass vellir wahrscheinlich Tal heißt, was unsere Route erklären würde. Schlussendlich hat sich die Fahrt dorthin echt gelohnt, denn zum ersten Mal hatte man das Gefühl von Freiheit, da keine Menschenseele dort war und man einfach Island erlebt hat- nicht nur dass was jeder kennt, sondern eben das andere Island. Das Island, in dem auf dem Rückweg einfach Schafe und Lämmchen auf der Straße rumlaufen.

Den Bus haben wir auch noch geschafft (auch wenn wir da echt Zweifel hatten oft) und um 18:45 war ich wieder Landeyjahöfn. 19:20 bin ich auf die Fähre zurück, sodass ich da dann noch Zeit hatte, den wunderschönen schwarzen Strand zu besuchen und auf einem Felsen im Meer stehend, das weitere Ufer, das Meer und schlussendlich auch Heimaey/Vestmannaeyjar, was irgendwie schon ein süßer, schöner Ort ist.

 

Mein Handy hat in den Bergen übrigens irgendwann gestreikt, sodass mir einige Bilder vom z.B Moosfeld etc. fehlen. Wenn ich die Bilder von der lieben Pauline kriege, liefer ich diese vielleicht am Ende des nächsten Eintrags nach, mal sehen. 😉

Days #8&9

Also..

Gestern, Freitag, war wieder ein Tag wie jeder Andere. Ich habe ein bisschen hier Ordnung gemacht und nachmittags den Kleinen eingesammelt. Trotz dem Vorfall am Donnerstag wollte die Schwester unbedingt mit, was ich nur eingewilligt habe, da wir sein Dreirad mitgenommen haben und ihn somit zur Fortbewegung „drängen“ konnten. Das hat auch soweit funktioniert, er hat auch weitestgehend ruhig vor sich hingespielt später.. Da die Mutter unten mit Kopfschmerzen im Bett lag, war der Plan ihn ruhigzuhalten, was -entgegen der Erwartungen- mit Fernsehen ziemlich schlecht funktionierte. Stattdessen ist der Junge glücklich, wenn du ihm (YouTube-) Videos von Baggern zeigst, da ist das Interesse unglaublich groß. Jedenfalls ist die Schwester direkt als der Vater kam, mit diesem einkaufen gegangen. EL hatte den Wagen gesehen und wollte zur Begrüßung des Vaters raus, da waren beide aber wieder weg. Also musste ich mit ihm ‚Pabbi‘ suchen gehen.. Wir also eine Stunde die Straße hoch- und runtergelaufen -während er versucht hat sowohl in ein Boot als auch einen LKW am Straßenrand zu klettern-, bis eine Katze seine Aufmerksamkeit geweckt hatte und wir dieser nachgejagt sind..

An sich also ein ganz normaler Tag.

Heute habe ich erste wirkliche Wochenende, was nicht wie das Wochenende letzte Woche, komplett dem Ankommen zufällt, genutzt mit SB schwimmen zu gehen.. Dieser Badekult hier ist echt ein bisschen komisch, aber man gewöhnt sich dran. Beginnt damit, dass man zwar Schließfächer benutzen kann, aber kaum jemand tut. Die meisten tun die Klamotten in einen Plastikkorb und lassen ihn dann stehen. Auch gibt es keine Einzelumkleiden- ein großer Raum. Ok, soweit so gut. Handtuch wird nicht mit reingenommen, aber in einem großen Regal nahe der Duschen abgelegt (Duschen sind übrigens direkt an dem Raum dran, also einsehbar von dort). Bei den Duschen hängt ein großes Schild, auf dem man in fünf verschiedenen Sprachen aufgefordert wird, sich VOR dem Betreten des Schwimmbads ohne Badekleidung mit Seife (die da vorhanden ist) abzuduschen. Im Schwimmbad fällt auf, dass es einen Innen- und einen Außenbereich hat. Innen ein normales Becken (25 m auf 6 Bahnen oder so), wovon drei Bahnen durch eine Leine als „Spielbereich“ abgetrennt sind, sodass dort das 1-m-Brett und ein Minibasketballkorb inkl. Ball war und verschiedenste Gummitiere und Schaumstoffmatten und -boote rumlagen. Auch gab es Schwimmflügel und sowas einfach in einer großen Kiste zum Bedienen. Die andern drei Bahnen waren dann normal zum Schwimmen. Außen, was laut SB immer offen ist, auch im Januar, sind ein Babybecken-wie man es halt kennt-, zwei Hot Tubs (kleine Runde Becken, eins mit 38-40°C, eins mit 41-42°C) und zwei Rutschen. Eine davon ist eine ganz normale gerade runtergehende, aber mit drei Streifen, um sozusagen um die Wette zu rutschen. Die andere beginnt oben normal, aber nach ein paar Metern fällt man auf so ein überdimensionales, gespanntes Trampolintuch sozusagen, worauf man entweder unkoordiniert auf- und abhüpft beim Rutschen (ich!) oder mit beiden Beinen „surfend“ runtergleitet (Einheimische!). Mein Highlight war aber Englisch dort zu hören und somit nicht die einzige „Nicht-Isländerin“ da zu sein. Das waren zwei Neuseeländerinnen, die für 10 Tage Island bereisen. Ja gut. Und nein, dass man erfriert, wenn man nass nach draußen geht oder zu den Rutschen hochläuft, ist jetzt eine Lüge. Bei 7°C draußen ist das doch richtig angenehm, nicht.

Jetzt habe ich unglaublich viel Müll über das Schwimmbad erzählt, was zwar wahrscheinlich langweilig ist -naja, mir egal. Das war auch eigentlich das einzige Interessante heute. Nach dem wir wieder da raus sind (auch nach dem Schwimmen duschen alle ohne Badebekleidung und rennen so auch in der Umkleide rum), hab‘ ich noch mit meinen Gasteltern ein bisschen morgen, Sonntag, geplant.

Ich werde nämlich morgen früh (8 Uhr) die Fähre auf’s Festland nehmen, um von dort mit dem Bus nach Selfoss zu fahren. Soweit so gut. Warum dieser Aufwand: Ich treffe mich mit einem anderen deutschen Au-Pair aus Island, die aber ein Stückchen weg wohnt, sodass wir uns etwa in der Hälfte treffen. Ich freue mich jetzt schon dezent, endlich mal wieder mit jemanden außerhalb meiner Gastfamilie zu kommunizieren.

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Morgen mache ich dann bestimmt auch wieder Fotos, damit es nicht so langweilig, textreich wie das hier ist.

Bless, Bless!

Days #6&7

Es gibt eigentlich wenig zu erzählen. Der Alltag hält auch hier Einzug.

Gestern gab es wenig Besonderes zu tun. Bisschen das Gasthaus auf Vordermann bringen, hier ein bisschen aufräumen und dann den Kleinen abholen. Das hat auch, trotz dass ich ihn zum ersten Mal ganz allein geht habe, gut funktioniert und zum ersten Mal war EL auch relativ ruhig und alleine am Spielen..Bis dann die Schwester/Mutter für paar Minuten kam, um etwas zu holen, dann wurde es problematisch. Natürlich bin ich noch kein „Ersatz“ für die Beiden. Doch ein Keks und ein Schnuller wirken Wunder bei der Kinderberuhigung, sodass das auch ohne große isländische Sprachkenntnisse meinerseits ganz gut funktioniert hat. Dann waren wir die große Schwester bei einem Geburtstag abholen. Die Kiddies waren bei irgendwelchen Leuten, die zwei Islandponys besitzen, welche natürlich große Attraktion war, sodass da jeder mal eine Runde rumreiten durfte und meist auch wollte (habe mich erfolgreich davor gedrückt, muss erstmal wieder warm werden mit diesen Tierchen). Sogar der Kleinste war mit ein bisschen Hilfe da unterwegs.

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bei dem Stall

Heute war alles etwas chaotischer. War der Tag doch so gut angefangen für mich mit relativ langen Skypegesprächen und „entspannter“ Arbeit, wurde es am Ende doch zu etwas, das man einfach nur vergessen möchte. Diesmal wollte SB wieder mit den Kleinen abholen. So weit, so gut. Sie ist halt, wie wahrscheinlich viele 9 Jährige, komplett auf dem Trip: Der Kleine kann alles machen, hauptsache er weint nicht. Was aber nicht ging, da SB und ich nach einer Stunde mit ihm auf einem Spielplatz spielen (im strömenden Regen bei 7 Grad) komplett durchnässt und durchgefroren waren und er ständig auf fremde Grundstücke oder Trampoline rennen wollte. Es brauchte riesige Diskussionen, Streitereien und eine weitere halbe Stunde, um den Heimweg zu beenden. Zuhause wurde weiter geschrien, geschlagen und Terror gemacht, weil man das Eis (was er auf dem Sofa verteilt hat) wegmachen wollte oder so. SB hat dann den Vater angerufen, weil er ein extremes ‚Papakind‘ ist und sehr an diesem hängt, selbst da hat er nur geschrien wie am Spieß. Der hat sich dann natürlich aufgemacht von der Arbeit, in dem Gedanken sonst etwas sei los, um seinen Sohn mit Schnuller und Keks in der Hand spielend in einem Versteck zu finden. Im Endeffekt konnte man ihn relativ schnell beruhigen, sobald die Schwester eben weg war oder außer Sichtweite. Die Situation hat dann jetzt alle hier fertig gemacht. Vater und Mutter haben sich Sorgen ohne Ende gemacht, ich war mit den Nerven am Ende und immer noch am Zittern. Ich habe mich dann erstmal zurückgezogen bis zum Abendessen, Abstand gewonnen und mich beruhigt und beim Essen war die Welt dann auch wieder in Ordnung. Morgen ist ja glücklicherweise Freitag und dann ist erstmal Wochenende. 🙂

Außerdem hat gestern die Mission „Kaddy sucht sich Freunde hier“ begonnen, da man sich doch schnell alleine fühlt, was das Skypen halt nicht ausgleichen kann. Mittlerweile habe ich Kontakt zu zwei ‚deutschen‘ Au-Pairs in anderen Teilen des Landes (Hi, falls ihr beide das lest! c: ) und zu einem isländischen Mädchen (über das Internet!), die zwar nicht von dieser Insel, aber vom nahen Festland stammt. Dazu weiß ich, dass in der Umgebung eine Spanierin wohnt, die letztes Jahr Au-Pair war und hiergeblieben ist, um bei ihrem isländischen Freund zu wohnen und, dass nächste Woche sich entscheidet, ob Mitte Juni ein ukrainisches Mädchen als Au-Pair hier hin kommt (Frage ist, ob sie das Visum bekommt). Mal sehen, wie sich das alles entwickelt.

Und um zum Abschluss meinen Kleinen zu zitieren: „See you, bye!“