Days #76-80: Wasser und paar Pferdchen

Diesmal schon ein bisschen früher als die letzten Male. Diesmal wird es auch nicht so lang wie der letzte Beitrag, versprochen.

Mittwoch war eigentlich nicht viel los. Ich musste wieder arbeiten und hatte ziemlichen Stress abends mit der Gastfamilie. Gründe und Positionen sind ja einfach mal egal, jedenfalls habe ich mich an dem Tag nicht wohl gefühlt im Haus, sodass ich abends erst schwimmen war mit Lucie und dann mit Jón Eisessen. Eigentlich wollte er mich dann sozusagen loswerden, im Endeffekt war ich aber doch den ganzen Abend mit ihm und zwei seiner Freunde und es war echt ganz schön. Vor allem weil sein bester Freund mittlerweile sich traut englisch mit mir zu reden (das klingt wirklich recht lustig..), was er ja bis zum Festival nicht gemacht hat.

Donnerstag war ein ziemlich beschissener Tag. Die Atmosphäre war angespannt, aber keiner wollte was sagen. Um die Gemüter zu beruhigen und weil ich echt nicht im Schlechten hier aus der Familie gehen möchte (ist ja irgendwann bald mal), habe ich an dem Tag wesentlich mehr gearbeitet, als eigentlich abgemacht war damals. Auch abends habe ich von 21 Uhr nochmal 1,5 h mit dem Kleinen verbracht, sodass ich alles in allem an dem Tag 11 h mindestens gearbeitet habe. Da ich abends aber eh nichts zu tun hatte, war das irgendwo in Ordnung. Jón ist mit seiner Familie (und damit auch Viktoria) nach Reykjavik gefahren über das ganze Wochenende, sodass die auch nicht da waren.

Und ja.. Freitag war dann ja schon fast Wochenende. Und trotzdem ein normaler Tag. Ich war wieder von 9 Uhr morgens bis knapp 17 Uhr mit meinem Chaoten, draußen (Spielplatz, Eis essen, Fische schauen etc.). Danach hatte ich mit Lucie geschrieben, sodass wir eigentlich nur geplant haben, zusammen einkaufe zu gehen. Geendet hat es dann aber damit, dass wir danach bei ihr zusammen Abend gegessen haben und dann drei Filme an diesem Abend geschaut haben (Madagaskar, Mean Girls und Shrek). Der Abend war super, solange man nicht drüber nachdenkt, was alle anderen in unserem Alter am „Flöskudagur“(Wortspiel: Freitag /Föstudagur-> Flaschentag) machen würden, während wir drei Kinder-/Teeniefilme geschaut haben. Knapp um Mitternacht bin ich dann auch schon nach Hause, weil ich am nächsten Morgen früh aufstehen musste.

7:00 war nämlich mein Wecker. Und um 8:30 die Fähre zum Festland. Ja, genau, ich bin mal wieder nach Ewigkeiten runter von dem Inselchen. Geplant war ein tschechisches Au-Pair zu treffen (kannte die vorher nur über Facebook). Lustigerweise kommt die genau aus dem gleichen 2000 Seelen Ort wie Pauline damals.

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kleiner Ort
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Insel Heimaey

Jedenfalls bin ich mit dem Bus nur eine Station nach Hvolsvöllur gefahren, weil das erste geplante Ziel eigentlich nahezu an der Fährstation liegt. Sie war eigentlich noch nie großartig unterwegs und da wir in der Umgebung bleiben mussten, hat sich das angeboten, den Seljalandsfoss zu besuchen. Das ist einfach einer der bekanntesten und schönsten Wasserfälle Islands. Ich habe den -manche wissen es vielleicht- schon gesehen an meinem zweiten Tag damals in Island mit meiner Familie. Trotzdem ist er jedes Mal auf’s Neue schön. Leider waren da, weil wir eben noch in der Haupttouristensaison sind, solche Menschenmassen, dass ich persönlich das nicht mehr angenehm fand. Bei meinem ersten Besuch war auch schon einige da, aber nicht diese schiere Masse. Klar verstehe ich das irgendwo, es ist ein großer, einfach zu erreichender (an der Ringstraße gelegener) Wasserfall, aber irgendwo geht die Schönheit verloren..

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Danach ging es weiter zum Gljúfrafoss, der ja nur knapp 500 m Laufweg entfernt ist. Auch bei dem Wasserfall war ich schon und auch bei dem war es zu voll. Der Wasserfall hat ja die  Besonderheit, dass über einige Steine im Fluss sozusagen in eine Art Höhle reinklettern musst. Wenn man da aber sich schon staut und dann in der Höhle Schlange stehen muss, um Fotos zu machen, ist das blöd. Ich würde ja auch jedem an das Herz legen, sich Island mal anzuschauen, trotzdem ist es schade, wie das alles hier zu einer Art Massentourismus verkommt. Das sollte so nicht sein. Jedenfalls ja, der Wasserfall an sich ist klein und beschaulich, aber eben diese Höhle, die innen sehr pflanzlich bewachsen und grün ist, ist etwas, das sonst kein Wasserfall so hat.

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Gljúfrafoss
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Eingang

Anschließend war es noch recht früh. Zu früh um zurück zu fahren. Also entschlossen wir uns auf gut Glück zu einem unbekannten Wasserfall zu fahren, den ich im Internet entdeckt hatte. Nach einigem Verfahren und 12 km unbepflasteter Straße (mit einem Auto, wo du jede Stein und jedes Loch spürst) sind wir dann angekommen beim Gluggafoss. Dieser ist touristisch kaum bekannt (ein anderer war da und der war Fotograf), vielleicht aber auch, weil er eben abseits der Ringstraße liegt.  Für uns beide war das persönlich aber schönste der drei Wasserfälle. Der Gluggafoss liegt in einer tollen Umgebung und ist selbst echt faszinierend.

 

Danach war unsere Wasserfalltour erstmal beendet und wir sind erstmal zurück nach Hvolsvöllur (auf einer gepflasterten Straße zum Glück) gefahren, um dann zu essen. Ja, dass die Ernährung nicht gesund war, kann man sich ja wohl denken. Aber die Pizza war erstaunlicherweise richtig gut. Um 14:15 machten wir uns dann auf den Weg in die Nachbar“stadt“ Hella (hat wie Hvolsvöllur 800-900 Einwohner…), um von da aus den Weg nach Káfholt zu finden. Holt heißt übrigens Stall, sodass jetzt allen klar sein dürfte (die meisten wussten es ja eh schon), was unser Plan eigentlich war. Wir hatten uns entschieden eine Reittour dort zu machen, die für Anfänger (wie mich) sowie erfahrenere Reiter (Andrea) geeignet sein sollte (und nicht extrem teuer war). Nach einer Begrüßung mit den anderen und einer kleinen Einweisung ging es auch los. Die Tour an sich war super, außer uns beiden waren nur ein vielleicht 10 jähriger Junge dabei und die Leiterin des Hofes. Die Strecke war auch gut gewählt, sodass man echt viel sehen konnte und auch mal Stückchen am Strand/Sand geritten ist oder im Wasser. Und Islandponys sind generell knuffig. Die sind nicht so groß und einfach so lieb. Mein Pony soll dabei eines der einfachsten, was die hatten, sein und mehr auf mich aufpassen als anders herum.

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Danach (2 Stunden Tour), also so gegen 17 Uhr, wurden wir dann noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen, was echt nett war. Das Paar, dass den Hof leitet sind sehr freundliche Leute und die Familie, die zu dem Jungen gehört hat, ist auch noch da geblieben. Wir haben uns mit allen ganz gut unterhalten können und wieder einmal war es einfach schön, wie international sowas schnell wird. Mit mir, Andrea aus Tschechien, dem isländischen Paar und der dänischen Familien saßen dann wieder vier verschiedene Nationalitäten an einem Tisch und haben über alles mögliche geredet. Trotzdem mussten wir bald weg, da ich den Bus um 18 Uhr in Hella erwischen musste, damit ich die Fähre bekomme (ist der letzte Bus abends).. Da ich wusste, dass eine Freundin von Lisa (Österreicherin vom Festival) und Lucie eben diese besuchen kommt an dem Wochenende und mit der selben Fähre kommen sollte, habe ich vermutet diese im Bus zu sehen und so war es auch. Ich kannte Pauline (französisch) gar nicht vorher, aber sie kennt echt viele, die ich auch kenne (die beiden vom Festival, Lucie, Pauline dt., Lucies tschechischen Freunde usw.). Ich kam mir zwar komisch vor, jemanden auf gut Glück anzusprechen „Hey, bist du diese Pauline?“, aber es halt alles funktioniert und es war auf jeden Fall netter, jemanden zum unterhalten zu haben für die Stunde Wartezeit in Landeyjahöfn und auf der Fähre dann. Ich war dann auch später, als wir hier angekommen waren, mit Lucie und Pauline Eis essen und noch herum spazieren. Da wir alle müde waren, sind wir dann alle um halb 12 abends schon heim, wobei ich auf dem Heimweg noch ziemlich erschreckt wurde von irgendwelchen Freunden von Jón. Aber ich bin lebending angekommen.

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Landeyjahöfn
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Landeyjahöfn mit Sicht auf Vestmannaeyjar
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Eyjafjallajökull
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zwei kleinere Insel der Vestmannaeyjarinseln
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Hafen am Abend

Und heute sitze ich bis jetzt nur zuhause. Karolina hat gestern Nachtschicht und ist noch nicht wieder wach und die beiden anderen sind irgendwo unterwegs. Mal sehen, was sich noch so ergibt.

Bis bald. Die Zeit fliegt. Sjáumst.

 

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