Days #21-24: Farbenfroh

Hallöchen,

mal wieder da und Zeit, hier was zu schreiben.

Tag 21 heißt erstmal, dass ich schon drei Wochen hier bin. Das mag für die meisten sehr wenig klingen, für mich ist das nach doch den Zweifeln anfangs und in Anbetracht, dass ich ja auch ’nur‘ drei Monate bleibe, schon recht viel. Der Tag selbst war absolut langweilig. Der Kleine war wieder im Kindergarten (ist schon viel angenehmer so) und ich hab‘ eigentlich nichts interessantes gemacht.

Freitag war es bis mittags auch unspektakulär, nachmittags haben SB. und ich so ‚Stirnbänder‘ (zusammengefalteten Buff-Tücher) bemalt wegen des Color Runs, wobei ich meines am Ende nicht mal getragen habe. Nachmittags noch schnell den Kleinen einsammeln, weil schon um 18:30 die Fähre ging.. Kurz nach 19 Uhr fuhr dann der Bus.. Die Busfahrt war ganz okay, zweieinhalb Stunden sind halt nicht so kurz und die Landschaft und Orte, die man durchquert, sind beim ersten Mal fahren noch ganz schön, dann aber auch nicht mehr. 21:45 kamen wir dann in Mjódd an (da war ich ganz froh drüber, SB hatte prinzipiell den Drang rumzuspringen und zu klettern im Bus oder wollte beschäftigt werden). Der Rest des Abends bei der Freundin (I.) von A., die letztes Wochenende hier zu Besuch war, war ganz entspannt und ich habe die Zeit verschwendet mit dem Kätzchen zu kuscheln (das neben zwei großen Hunden da war).

Samstags ging es dann schon relativ früh los. Outfits wurden zusammengestellt und alles, sodass wir kurz nach zehn schon an dem Platz war, wo das ganze Spektakel losgehen sollte. Es war auch schon gut gefüllt und die Stimmung der Leute war auch gut. Obwohl man ja weiß in den Lauf starten sollte, waren eigentlich schon vorher alle bunt, weil jeder wohl aus Neugier so ein Farbpäckchen benutzt hatte. Um elf war ja die Startzeit. Leider war das Ganze organisatorisch gesehen eine Katastrophe. Es hieß zwar, man lässt immer gruppenweise Leute auf die Strecke. So weit, so gut. Der schieren Anzahl an Teilnehmern (12.000) schien man sich dabei nicht bewusst gewesen zu sein. Obwohl auf der Bühne ständig geredet und musiziert wurde, wurden keine Informationen über Start etc. angeben, sodass sich alle wirr irgendwo hinschubsten und drängten, wobei mittendrin auch massig kleine Kinder, teils unter drei Jahren im Kinderwagen, waren. Irgendwann konnten wir dann auch mal starten. Da waren schon längst die ersten Läufer durch. Aber auch als wir im Ziel waren, sind die letzten noch gestartet.. Der Lauf an sich war ganz lustig, ich bin dann mit SB. vorgerannt, während I. und Tochter meist gelaufen sind. SB wollte natürlich prinzipiell rennen oder joggen und kann und sollte aber mit neun Jahren nicht allein rumrennen, sodass ich dann folgen musste. Diese Farbstationen waren leider immer ein Punkt, wo es sich gestaut hat; wollte doch jeder möglichst viel Farbe abbekommen. Leider war das nicht so spektakulär, wie man sich erhofft hatte. So bunt war man gar nicht. Leider haben auch die Farben blau und v.a grün alles andere überdeckt, sodass pink und geld (außer in hellen Haaren) selten zu sehen war. Ob sich der Preis hier in Island gelohnt hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich selbst würde es nicht zahlen (mir wurde es bezahlt, weil ich ja doch auf SB aufpassen musste), da sind mir 7000 Kronen (ca. 45-50 Euro) dann doch zu viel. Allerdings ist in Island alles prinzipiell teurer ist, vor allem so Attraktionen, Festivals oder ähnliches.

Nach dem Lauf selbst gab es wieder bisschen Party auf dem Platz. Bisschen Musik und „holi-ähnlich“ wurden jede 20 Minuten Farbbeutel hochgeschmissen für die neu ankommenden Läufer. Das ging auch ganz gut bis zum Ende, weil relativ viele Beutel in die Menge gebracht wurden und jeder eigentlich ein paar hatte. Zum Schluss (die meisten Leute sahen aus wie Shrek, weil grün am auffälligsten war- v.a im Gesicht) ist dann Páll Oskar aufgetreten. Das sagt jetzt keinem hier was. Das ist ein 40/50 jähriger Musiker Islands, den man international höchstens von irgendeinem ESC-Start vor 2010 kennen könnte. Alle hier versicherten mir, dass der sehr berühmt hier ist und geliebt für seine Lieder und Persönlichkeit. Die Lieder sind meist isländisch (eigentlich alle) und handeln vom Leben, Lachen, Lieben und Tanzen oder so, also nur fröhlichen Texten großteils. Er ist offen schwul und hier ein Vorbild für viele (gleichgeschlechtliche Ehe usw. erlaubt in Island) und scheint, sehr exzentrisch und auffällig zu sein. Leider hatten zu dem Zeitpunkt viele schon das Ganze verlassen, die Stimmung war nicht mehr allzu gut (es war kalt und wir alle müde), aber trotzdem haben alle fleißig mitgesungen. Nach ihm sind wir dann aber auch weg. SB wurde abgeholt (sie war bis zum Bus am Sonntag woanders und nicht mit mir unterwegs) und ich blieb bei I. Das Schönste war dann auch das Duschen, wenn man die Frage wenigstens von Haut und Haar waschen konnte, wobei man auch das ganze Wasser und die Wanne anfangs grün-bläulich gefärbt hat. Diese Farbe war auch wirklich überall, im Ohr, im Nacken, an den Füßen (ich hatte zwei Paar Socken plus Schuhe an..).. Abends wurde ich dann abgeholt von H. Dort hatten wir die ersten Nächte, als ich gerade angekommen bin in Island damals auch verbracht; sind Verwandte meiner Gastmutter. Und da habe ich nur noch entspannt und eigentlich nichts gemacht.

 

Sonntags war dann ein Treffen mit einem tschechischen Au-Pair in Reykjavik geplant, die leider aus einem unglücklichen Zufall heraus kurzfristig abgesagt hat. Also bin ich um eins allein in die Stadt, von der mir ja noch einiges an Sehenswürdigkeiten fehlte. Eigentlich bin ich nur Laugavegur rauf und wieder runter gelaufen. Das ist so die Einkaufsstraße im Herzen Reykjaviks. Hier sind aber nur so kleine Läden und Cafés, aber richtig süß und interessant. Viele Läden mit touristischem Krimskrams, die schön gestaltet waren, und oft sehr lustige Sachen beherbergten. So konnte man z.B Päckchen kaufen, das die Magie beinhalten sollte, Isländisch zu sprechen oder Eyjafjallajökull) auszusprechen zu können. Ich glaube der Zutatenliste nach übrigens, dass das Minzbonbons waren.

Dann bin ich noch zur Hallgrímskirkja gelaufen, die beim letzten Besuch leider wegen einer Hochzeit zu war. Diese Kirche ist wohl das Wahrzeichen der Stadt und ich konnte diesmal auch in die Kirche und hoch zur Aussichtsplattform. Reykjavik ist alles in allem eine echt schöne Stadt, viele kleine, bunte Häuser und ganz viel Streetart (bemalte Wände, Parkhäuser, Straße…). Die Zeichen, dass Fußgängerzone beginnt, war gezeigt durch Metallfahrräder, die den Autos als Schranke fungierten und weitere Kleinigkeiten. Eine echt sehenswerte Stadt, nicht nur mit dem was ich gestern gesehen habe, sondern auch dem tolle See und Park (wo ich schon war und auch der Run war) und dem beeindruckenden Harpa Gebäude.

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bemalte Wand
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Hallgrímskirkja mit Statue von Leif Eriksson
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Aussicht
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Aussicht
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Aussicht

Danach musste ich leider auch schon weg und wurde abgeholt von I., die mich zu Mjódd gebracht hat (Fernbushaltestelle, ist bisschen weg vom Zentrum), wo ich SB auch wieder getroffen habe. 16:30 ging der Bus wieder. 19:45 dann die Fähre. Leider konnte ich in der Stunde Aufenthalt in Landeyjahöfn kaum an der schönen Strand, da der Wind so stark war, dass der fliegende Sand dich regelrecht erstochen hat. Durch den starken Wind war auch ordentlich Wellengang und ich habe schmerzlich lernen müssen, dass ich bei ein bisschen mehr als normal „Auf und Ab“ der Wellen durchaus seekrank bin. Mit einem bisschen Verspätung waren wir um 20:25 wieder auf dem Festland, sodass ich zuhause sogar noch die letzten 15 Minuten Fußball sehen konnte! 😀

So damit ist das Wochenende leider schon wieder vorbei. Jetzt ist es schon 10 Uhr, d.h ich muss mal was machen. 😉 Heute müsste endlich die Bankkarte benutzbar sein und außerdem kommt ja heute Abend die Ukrainerin hier auf die Insel. Mal sehen, wie das wird. Man fühlt schon allein hier. Ich habe zwar mit einigen anderen Au-Pairs Kontakt, aber die kommen fast allesamt aus Reykjavik und Umgebung und da kann ich halt nicht immer sein. 😀

Außerdem: Ich habe mittlerweile mehr als 1/4 meiner Zeit schon hier verbracht, vielleicht schreibe ich mal eine Art Zwischenfazit die Tage (wenn ich Lust und Zeit habe). Gleichzeitig muss ich mich ja auch schon um Unibewerbungen kümmern und die zum Teil nach Deutschland schicken!

Bis bald, liebe Leute. Takk kærlega.

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